Von: apa
Die Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada hat ihre bisher größte Überraschung: Europameister Spanien kam zum Auftakt gegen WM-Neuling Kap Verde über eine Nullnummer nicht hinaus. Während der Topfavorit in Atlanta einen kompletten Fehlstart ins Turnier hinlegte, durfte der WM-Neuling aus Westafrika über einen historischen Punktgewinn jubeln. Bis auf einmal Lattenpech blieben die Spanier fast komplett harmlos.
Spaniens gefürchtete Flügelzange Lamine Yamal und Nico Williams saß zunächst nur auf der Bank. Die beiden Supertalente waren zuletzt verletzt gewesen. Auch ohne das Duo gingen die ersten Annäherungsversuche aufs Tor wie erwartet von den Spaniern aus. Der Außenseiter aber schaffte es, im tiefen Block wenig zuzulassen. Spanien ließ zur Mittagszeit in Atlanta die gewohnte Spielfreude vermissen, es fehlte an Passschärfe und Überraschungsmomenten.
Vor der Halbzeit zog der Favorit das Tempo an. Ferran Torres und der im Sturmzentrum aufgebotene Mikel Oyarzabal scheiterten mit einer Doppelchance erst an der Latte, dann an Vozinha (39.). Kap Verdes 40-jähriger Schlussmann verhinderte dann auch gegen Ferran (Schuss) und Aymeric Laporte (Kopfball) den Pausenrückstand. Seine Vorderleute versuchten schnell umzuschalten, die “Blauen Haie” blieben aber harmlos.
Der Riegel hält
Den Schwung von vor der Pause konnten die Spanier nicht mitnehmen. Mit einer Seelenruhe suchte der Weltmeister von 2010 die Lücke, die sich nicht auftun wollte. Die Zeit aber tickte. Nach der zweiten Trinkpause durfte auch Yamal mitwirken (71.). Der Barcelona-Jungstar hatte sich im Saisonfinish seines Vereins am Oberschenkel verletzt und seit April pausiert. Prompt bot sich “La Roja” eine Chance zur Führung, doch Mikel Merinos Flachschuss fiel zu zentral aus. Yamal hatte seine Füße mit im Spiel gehabt.
Es blieb beim Strohfeuer. In den Schlussminuten bekamen die 67.640 Zuschauer sogar einen offenen Schlagabtausch geboten. Telmo Arcanjo fand nach einem Corner eine gute Kopfballchance vor (91.). Die Kicker von der ehemaligen portugiesischen Kolonie warfen sich bis zuletzt aufopferungsvoll in jeden Zweikampf, produzierten dabei nur ein einziges Foul und durften bei der Premiere gleich die handfeste Sensation feiern.
“Das Tor wollte einfach nicht fallen. Vielleicht hat ein bisschen mehr Zirkulation gefehlt”, sagte Spaniens Teamchef Luis de la Fuente. Rodri meinte: “Gegen eine so körperbetonte, defensiv ausgerichtete Mannschaft ist es schwierig. Positiv ist, dass sie gegen uns kaum Chancen herausgespielt haben, aber wir müssen unsere Chancenverwertung verbessern.” Im zweiten Gruppenspiel treffen die Spanier am Sonntag (18.00 MESZ) in Atlanta auf Saudi-Arabien. Kap Verde stellt sich kurz darauf (0.00 Uhr) in Miami Uruguay entgegen. “Heute lag unser Fokus auf der Defensive, aber in den anderen Spielen können wir zeigen, wie gut wir am Ball sind”, kündigte der kapverdische Mittelfeldspieler Laros Duarte an.




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