Von: apa
Österreichs Nationalteam hat am Montag bei der Fußball-WM eine 0:2-Niederlage gegen Argentinien kassiert. Die Tore im Dallas Stadium erzielte Lionel Messi (38., 95.), der zuvor einen Elfer neben das Tor gesetzt hatte (9.). Argentinien steht nach zwei Runden fix in der K.o.-Phase, das ÖFB-Team hält bei drei Punkten und hat weiterhin gute Chancen auf das Sechzehntelfinale. Österreichs letztes Gruppenmatch steigt am Sonntag (4.00 Uhr MESZ) in Kansas City gegen Algerien.
Die Österreicher hielten vor 70.649 Fans über weite Strecken gut mit, schafften es aber nicht, wirklich gefährlich zu werden. Der Titelverteidiger hingegen konnte sich einmal mehr auf seinen großen Star verlassen. Messi hat bei diesem Turnier nach seinem Triplepack gegen Algerien schon fünf Tore auf dem Konto und ist mit nun 18 WM-Treffern alleiniger Rekordhalter bei Weltmeisterschaften.
Teamchef Ralf Rangnick hatte im Vergleich zum 3:1 gegen Jordanien drei Änderungen vorgenommen. Kevin Danso kam für Philipp Lienhart in die Innenverteidigung, Konrad Laimer rückte anstelle von Phillipp Mwene auf die Linksverteidigerposition zurück und Paul Wanner übernahm die Zehner-Rolle. Als Solospitze agierte Michael Gregoritsch. Stefan Posch, der an einem Kieferbruch laboriert, stand wie erwartet in der Startformation.
Messi schoss Elfer neben das Tor
Die “Albiceleste” begann stark – Thiago Almada traf nach nicht einmal 100 Sekunden aus spitzem Winkel das Außennetz. Wenig später folgte der erste Aufreger der Partie: Lautaro Martinez zog in den Strafraum und wurde von Posch und Xaver Schlager am Abschluss gehindert. Der ägyptische Schiedsrichter Amin Mohamed Omar ließ zunächst weiterspielen, entschied dann aber nach Begutachtung der VAR-Bilder auf Strafstoß. Messi trat an, ÖFB-Goalie Alexander Schlager blieb lange stehen, und der bald 39-Jährige setzte den Ball am rechten Eck vorbei.
Damit hat Messi bei Weltmeisterschaften bereits drei Penaltys vergeben, so viele wie kein anderer in der WM-Geschichte. 2018 scheiterte er gegen Island, 2022 gegen Polen. Insgesamt sieben Strafstöße führte der Argentinier bei Weltturnieren exklusive Elfmeterschießen aus – ebenfalls Rekord. “La Pulga” teilt damit ein Schicksal mit seinem Dauerrivalen Cristiano Ronaldo. Auch der Portugiese vergab gegen das ÖFB-Team schon einen Elfmeter: Beim 0:0 bei der EM 2016 in Frankreich schoss er an die Stange.
Nach dem Messi-Penalty wirkte Österreich gefestigter und erarbeitete sich längere Ballbesitzphasen, die allerdings nicht zu zwingenden Chancen führten. Etwas brenzlig wurde es nur in der 23. Minute, als ein Schuss von Marcel Sabitzer bei dessen 100. Länderspiel im Sechzehner geblockt wurde. Argentinien blieb gefährlicher – und zwar dann, wenn Messi aufs Tor marschierte. In der 32. Minute spitzelte David Alaba dem Edeltechniker gerade noch den Ball vom Fuß und zwang Keeper Schlager zu einem starken Reflex. Bei Messis Nachschuss hätte Schlager nicht mehr eingreifen können, doch Danso rettete vor der Linie.
Vergebliche ÖFB-Reklamationen nach erstem Messi-Tor
Sechs Minuten später war das Messi-Tor nicht mehr zu verhindern. Facundo Medina zog auf der linken Seite davon, seine Hereingabe ließ Almada passieren, und Messi bezwang Schlager mit einem Schuss gegen dessen Laufrichtung. Beim argentinischen Ballgewinn, der zu dieser Aktion führte, reklamierte das ÖFB-Team vergeblich ein Foul an Xaver Schlager.
Zu Beginn der zweiten Hälfte versuchte die ÖFB-Auswahl, mehr Druck auszuüben. Sabitzer zwang Argentiniens Schlussmann Emiliano Martinez bei einem Freistoß zu einer Parade (55.). Der dreifache Weltmeister antwortete mit einem abgefälschten, von Schlager entschärften Messi-Schuss (65.), wenig später köpfelte Gregoritsch drüber (67.). Bei einem Messi-Corner wurde auf den eingewechselten Nico Gonzalez vergessen, der jedoch per Kopf das Ziel verfehlte (73.).
Im Finish drängten die Österreicher den regierenden Weltmeister zumeist weit nach hinten, doch der Ausgleich wollte nicht mehr gelingen. Ein Kopfball des eingewechselten Patrick Wimmer ging deutlich neben das Tor (93.). Praktisch im Gegenzug sorgte Messi nach einer Umschaltsituation im zweiten Versuch für den Endstand. Damit setzte es nach sechs ÖFB-Länderspielen wieder eine Niederlage – die allerdings aufgrund der Leistung für den weiteren Turnierverlauf hoffen lässt.




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