Von: apa
Österreichs Skiflug-Männer in der Besetzung Daniel Tschofenig, Markus Müller, Stefan Kraft und Stephan Embacher haben am Samstag den einzigen “klassischen” Teambewerb in dieser Saison gewonnen. Das ÖSV-Team siegte wie im Vorjahr vor 30.000 Fans in Planica 13,9 Zähler vor Japan und 21,5 Punkte vor Norwegen. Für den Nationencup bedeutete dies weitere 400 Zähler, wobei die Truppe von Cheftrainer Andreas Widhölzl den Sieg in dieser Disziplin schon länger fixiert hatte.
Den Frauenbewerb, der erstmals in Planica ausgetragen und von nur 13 Athletinnen bestritten wurde, gewann wenig überraschend die slowenische Lokalmatadorin Nika Prevc. Die erst 21-jährige Überfliegerin musste sich im Kampf um die bei den Frauen erstmals vergebene kleine Skiflug-Kugel allerdings der am Samstag zweitplatzierten Norwegerin Eirin Maria Kvandal beugen. Österreichs einzige Starterin Julia Mühlbacher wurde Zwölfte. Ihren Abschied vom Sport gab die Deutsche Katharina Schmid. Für die Frauen ist die Saison damit vorbei.
Bei den Männern ließ sich Embacher trotz seines Sturzes am Vortag nichts anmerken und segelte als Schlussspringer auf 233,5 und 221 m. Auch Teamdebütant Müller hielt im ersten Flug mit 231 m ganz vorne mit, und landete im zweiten bei 201,5 m. Tschofenig (218/234) und Kraft (235,5/217,5) boten ähnliche Leistungen wie Embacher.
Embacher: “Es war kein einfacher Tag heute”
“Es war kein einfacher Tag heute mental auf die Landung hinsteuern. Ich habe es sehr gut gelöst, kann morgen befreit aufspringen und weiß, dass alles funktioniert. Ich bin überglücklich, dass wir als Team gewonnen haben”, meinte Embacher im ORF-Interview erfreut. Auch Kraft strahlte: “Am Samstag bei Sonnenschein vor 30.000 Leute runterspringen und glücklich von der Schanze gehen, für das tut man das. Ich lieb den Teambewerb, ich habe gehört, nächstes Jahr soll es wieder mehr davon geben”, verriet der Salzburger.
Teamdebütant Müller war “überwältigt”: “Wahnsinn, cool. Der erste Flug war echt cool. Nach dem zweiten habe ich gedacht, jetzt habe ich es hergegeben”, sagte der Kärntner, der umso erleichterter war, als Norwegens letzter Mann, Johann Andre Forfang, mit einem 202-m-Satz ähnlich kurz wie er selbst geflogen war. “Der fette Grinser geht so schnell nicht mehr weg.”
Männer-Einzel beschließt am Sonntag die Saison
Glücklich war freilich auch Tschofenig, der am Samstag seinen 24. Geburtstag gebührend feierte. “Ein genialer Tag. Ich gratuliere dem ganzen Team, sie haben es durch die Bank extrem gut gemacht.” Er war am Samstag im ersten Einzelbewerb Dritter gewesen. Da bei den Olympischen Spielen nur noch der Superteambewerb mit je zwei Athleten pro Nation ausgetragen wird, gab es den “klassischen” Bewerb mit vier Sportlern pro Mannschaft nur noch selten. Dies soll sich aber wieder ändern.
Die Männer schließen am Sonntag mit dem letzten Einzelbewerb die Saison ab. Embacher sammelte jedenfalls Selbstvertrauen, auch wenn der am Samstag schwächelnde Domen Prevc weiter Favorit auf die Skiflug-Kugel bleibt.




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