Rodionov soll für ersten Punkt sorgen

ÖTV-Davis-Cup-Team will Bologna-Double – Rodionov eröffnet

Donnerstag, 17. September 2026 | 14:25 Uhr

Von: importer

Die Auslosung für den Davis-Cup-Länderkampf Österreich gegen Belgien hat am Donnerstag genau unter dem Wiener Riesenrad keine besonderen Überraschungen gebracht. Jürgen Melzer bietet im Einzel neben Jurij Rodionov auch Lukas Neumayer auf. Rodionov eröffnet am Freitag (13.00 Uhr/live ORF 1) die Begegnung der zweiten Qualifikationsrunde gegen Gauthier Onclin, danach trifft Neumayer auf die belgische Nummer 1, Zizou Bergs.

Die Entscheidung fällt erst am Samstag (ab 11.00 Uhr), an dem zunächst das Doppel und bis zu zwei weitere Einzel gespielt werden. Laut Plan treffen hier zunächst Lucas Miedler mit Debütant Neil Oberleitner auf Sander Gille/Joran Vliegen, danach die Nummern 1, Rodionov und Bergs, und Nummern 2, Neumayer und Onclin aufeinander. Die Aufstellungen können sich freilich noch ändern. Der Sieger ist im Feld besten acht Nationen der Welt vom 24. bis 29. November in Italien dabei.

“Ich glaube, am Papier bin ich der Favorit, aber wir werden sehen, wie meine Form sein wird. Davis Cup zu spielen, ist immer das Highlight des Jahres, besonders jetzt im WAC in Wien”, erklärte Rodionov. Gegen Onclin hat der Niederösterreicher bisher einmal gespielt, das Duell ging im vergangenen März beim Challenger in Cherbourg 6:4,6:2 an Rodionov.

Neumayer gegen Bergs Außenseiter

“Ich hoffe, dass es genauso ist wie in Ungarn, da bin ich auch mit einem 1:0 gestartet und ich habe das zweite Match gespielt”, hofft Neumayer auf einen Auftaktsieg seines Teamkollegen. Gegen Bergs, den vom Ranking her als 38. klar bestplatzierten Einzelspieler im Wiener Prater, hat er zwar noch nie gespielt, ist aber Außenseiter.

Für Davis-Cup-Kapitän Jürgen Melzer, der nach der Absage der Belgier Alexander Blockx und Raphael Collignon die Chancen auf 50:50 beziffert, war die Entscheidung für Neumayer und gegen Team-Debütant Joel Schwärzler nicht einfach. “Natürlich ist es knapp, das sind alles sehr gute Tennisspieler. Luki hat in den letzten Davis Cups bewiesen, dass er über sich hinauswachsen kann, das wird er morgen auch brauchen”, stellte Melzer auf APA-Nachfrage fest.

Schwärzler, der im ATP-Ranking als 179 aktuell einen Platz vor Neumayer liegt, war etwas niedergeschlagen. “Die Vorfreude ist riesig, aber natürlich bin ich enttäuscht, dass ich nicht spielen kann. Trotzdem werde ich mein Bestes von außen geben. Ich habe vollstes Vertrauen in die vier Spieler, dass wir es nach Bologna schaffen”, sagte der 20-jährige Vorarlberger. Freilich ist ein eventueller Einsatz am Samstag für ihn noch möglich.

Oberleitner als Debütant

Das ÖTV-Team, das Anfang Februar gegen Japan in Tokio nach einem 1:2-Rückstand noch 3:2 gewonnen hatte, hat sich die zweite Qualifikation für das auch finanziell lukrative Final 8 in Bologna in Folge zum Ziel gesetzt. Im Vorjahr hatte man gleich zum Auftakt gegen Italien antreten müssen und gegen den Gastgeber und späteren Triumphator im Viertelfinale 0:2 verloren.

Neu im ÖTV-Team ist auch Neil Oberleitner. Der Neffe von Alexander Antonitsch will ja bis Olympia 2028 mit Miedler zusammenspielen. “Ich kenn den Luci schon lang, wir haben viel Spaß miteinander.” Und Routinier Miedler will dem Neuling “eine gewisse Ruhe geben am Platz”.

Besonderer Team-Spirit als Erfolgsgeheimnis

Österreichs Davis-Cup-Team hat in den vergangenen Jahren des Öfteren als Außenseiter Überraschungen geschafft. Das “Geheimnis” erklärt Lukas Neumayer so: “Wir sind ein richtig geiles Team, haben eine richtig coole Zeit miteinander und bauen uns da eine richtig gute Team-Chemie auf”, sagte der Salzburger. Dies sehe man dann auf dem Platz. “Das ist der Grund, warum wir letztes Jahr in Bologna waren und das wollen wir wieder schaffen.”

Team-Oldie Miedler brachte es auf den Punkt. “Wir spielen irrsinnig gern, haben in dieser Woche jedes Mal eine Riesengaude. Wir haben sonst auf der Tour nicht so viel Zeit, dass wir Aktivitäten außerhalb machen können, das schweißt wirklich zusammen.” Dies zeige sich in den Ergebnissen gegen vermeintliche Favoriten. “Wenn man was mit Freude macht, dann macht man es einfach besser.”

Sieg bringt zumindest 500.000 Dollar

Aus internationaler Sicht kämpfen dieses Wochenende 14 Nationen um sieben noch freie Plätze, der zuletzt dreifache Champion Italien ist Fixstarter. Finanziell wäre sowohl für den ÖTV als auch für die Spieler eine neuerliche Qualifikation freilich auch wichtig: Jede teilnehmende Nation erhält 500.000 Dollar Startgeld, für das Halbfinale gibt es 750.000, das Finale 1,5 Millionen und den Titel 2 Millionen Dollar. Den Löwenanteil kassieren die Spieler.

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