Von: apa
Das österreichische Handball-Nationalteam der Männer hat das Ticket für die WM-Endrunde im Jänner in Deutschland hauchdünn verpasst. Die ÖHB-Truppe erreichte am Sonntag im Play-off-Rückspiel in Olsztyn in Polen mit einem 30:30-(17:13)-Remis zwar den ersten Punkt gegen den Vizeweltmeister von 2007 seit 23 Jahren, das reichte nach der 25:26-Niederlage am Mittwoch im Hinspiel in Graz aber nicht für den Aufstieg. Das entscheidende Tor der Polen fiel wenige Sekunden vor Schluss.
“Es tut unglaublich weh”, äußerte sich Lukas Hutecek bitter enttäuscht. “Wir haben hart gekämpft, uns über viele Strecken des Spiels viele gute Chancen erarbeitet, konnten das Spiel kontrollieren. Wir haben es aber in der zweiten Hälfte nicht geschafft, dieses Niveau zu halten.” Für Sebastian Frimmel war das Verpassen des WM-Tickets “sehr schmerzhaft. Es ist schwer zu realisieren, dass wir in Deutschland nicht dabei sind. Ich weiß, dass wir da hingehören. Wir hätten es uns extrem verdient gehabt.”
Die Österreicher agierten in der ersten Hälfte konsequent. Nach dem 1:0 durch einen Siebenmeter von Frimmel ließen sie die Gastgeber nie wirklich herankommen und bauten den Vorsprung bis auf fünf Tore aus (15:10). Der Vier-Tore-Vorsprung zur Pause war zwar nicht beruhigend, gab der Truppe von Coach Iker Romero aber eine gute Chance auf den erhofften Coup. Die Polen arbeiteten sich jedoch Tor für Tor heran und setzten sich sogar 26:24 in Front.
In letzter Minute Chance auf Zwei-Tore-Führung
Rot-Weiß-Rot kämpfte sich aber mit Kampfgeist heran und hielt das Score ausgeglichen, ging mit 30:29 wieder in Führung. Bei einem Sieg mit einem Tor Unterschied hätte es ein Siebenmeterschießen um das WM-Ticket gegeben. ÖHB-Goalie Constantin Möstl hielt diese Chance rund 70 Sekunden vor Schluss mit der starken Abwehr eines Siebenmeters auch intakt bzw. bestand in Folge die Chance auf die Zwei-Tore-Führung. Doch der ÖHB-Angriff blieb hängen. Die Polen sammelten sich noch einmal und trafen mit dem letzten Wurf auf Möstls Tor ins Glück.
Frimmel wies darauf hin, dass man sich trotz vieler angeschlagener Spieler “brutal durchgekämpft” habe. Einen Grund sieht der Legionär in einem in der zweiten Hälfte schwächeren Abwehrverhalten, nachdem man da schon im Hinspiel gut aufgestellt gewesen sei. “Vorne war es extrem schwer, gegen die starke Abwehr zu treffen. Trotzdem haben wir uns gesteigert. Daher ist es umso schwerer, das zu akzeptieren.” Man sei mit Romero aber auf einem guten Weg. “Ich hoffe, dass wir an ihm festhalten.” Ähnlich Hutecek: “Es war eine gute Reaktion heute.”
Den bisher letzten Sieg gegen die Polen gab es für die Österreicher damit weiter am 30. Juni 2003 in der EM-Qualifikation mit einem 30:24, das Rückspiel ging aber damals zu hoch verloren, weshalb es auch da die Polen zur Endrunde schafften. Es war das zweite Unentschieden in der Länderspiel-Geschichte gegen diesen Gegner, 18 Partien gingen verloren und sechs wurden gewonnen. Seit 2019 wurde zum insgesamt erst zweiten Mal die Qualifikation für ein Großereignis verpasst, das passierte seither auch für die WM 2023.




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