Südtiroler Motocrosser überzeugen bei Italienmeisterschaft

Roland Sölva erhält goldene FMI-Ehrenkarte

Dienstag, 12. Mai 2026 | 16:28 Uhr

Von: mk

Bozen – Mit der goldenen FMI-Ehrenkarte ehrt der italienische Motorradverband FMI Persönlichkeiten, die sich über Jahrzehnte hinweg besonders um den Motorsport verdient gemacht haben. Am Dienstag durfte sich auch Roland Sölva über diese besondere Auszeichnung freuen. Überreicht wurde sie vom Präsidenten des Südtiroler Landeskomitees der FMI, Marco Bolzonello, gemeinsam mit Vorstandsmitglied Norbert Lantschner.

Für den 64-jährigen Kalterer ist es eine verdiente Anerkennung für ein Lebenswerk, das weit über Südtirol hinaus große Spuren hinterlassen hat. Sölva war selbst erfolgreicher Motocross-Pilot, fuhr in den 1980er-Jahren nationale und internationale Rennen, gewann Wettbewerbe im Dreivenetien sowie Alpe-Adria-Rennen und stand mehrfach auf dem Podest. Selbst der Sprung in die 500ccm-Weltmeisterschaft war zum Greifen nah.

1992 machte Sölva seine große Leidenschaft schließlich zum Beruf und gründete sein Unternehmen „Sölva Import“. Von Beginn an setzte der Kalterer auf Innovationen im Bereich Fahrwerke, Stoßdämpfer und Gabelsysteme für Motocross- und Enduro-Motorräder. Bereits früh entwickelte Sölva eigene patentierte Lösungen und gehörte zu den ersten Herstellern, die traditionelle Telegabeln entscheidend weiterentwickelten.

Der Weg dorthin war allerdings alles andere als einfach. Besonders die Entwicklung neuer Gabelsysteme verlangte jahrelange Tüftelei. Zwei Jahre lang arbeitete Sölva an einer neuen Konstruktion mit Öl-, Feder- und Luftsystemen. Platzprobleme und enorme Belastungen führten immer wieder zu technischen Schwierigkeiten. Doch die Hartnäckigkeit machte den Kalterer in der Szene so angesehen.

Heute zählt Sölva im Enduro-Bereich zu den weltweit führenden Spezialisten. Seine Produkte stehen international für Qualität, Langlebigkeit und besonders lange Serviceintervalle. Vor allem Yamaha feierte mit den Südtiroler Komponenten große Erfolge. Gemeinsam mit dem Team De Carli Racing gewann Yamaha zahlreiche Titel. Bereits 1997 wurde mit den Sölva-Gabeln der erste Weltmeistertitel eingefahren, später folgten weitere große Triumphe, unter anderem mit Antonio Cairoli, der 2009 den WM-Titel holte. Insgesamt stehen mittlerweile zwölf Weltmeistertitel sowie unzählige Europameistertitel zu Buche.

Sölva gelang es zudem, technische Probleme zu lösen, an denen selbst große Hersteller scheiterten. So entwickelte der Kalterer Lösungen für bekannte Schwachstellen bei Fahrwerken und machte sich damit endgültig einen Namen in der internationalen Motorradszene. Heute exportiert Sölva Import seine Produkte in ganz Europa und auch in die USA. Zu den Partnern zählen viele renommierte Teams und Hersteller.

Der Name Sölva genießt in der Szene mittlerweile einen hervorragenden Ruf. Auch KTM zeigte großes Interesse an den Patenten des Kalterers. KTM-Legende Heinz Kinigadner wollte das Unternehmen übernehmen, Sölva lehnte jedoch ab. Der Südtiroler Visionär sieht weiterhin enormes Potenzial in seinen Entwicklungen. Zudem gibt es wieder Anfragen aus der Weltmeisterschaft, auch wenn der Aufwand für ein solches Engagement enorm ist.

Stillstand kommt für Roland Sölva jedenfalls nicht infrage. Auch nach Jahrzehnten im Motorsport arbeitet der Kalterer weiterhin täglich an neuen Ideen – genau das macht ihn bis heute zu einer der prägendsten Persönlichkeiten des Motorsports.

Südtiroler Motocrosser überzeugen bei Italienmeisterschaft

Am Sonntag stand in Fara Vicentino (Vicenza) der dritte Lauf zur Motocross-Italienmeisterschaft AMA Over 40 und Rider auf dem Programm. Dabei konnten sich auch die Südtiroler Fahrer stark in Szene setzen.

Für das Highlight des Tages sorgte Fabian Lantschner vom Motoclub ST in der Klasse MX2 Rider. Nach einem Startcrash im ersten Lauf fiel der Südtiroler zunächst bis auf Rang 34 zurück. Mit einer beeindruckenden Aufholjagd kämpfte sich Lantschner jedoch noch bis auf Platz zwei nach vorne. Im zweiten Lauf ließ er der Konkurrenz dann keine Chance, gewann souverän und sicherte sich damit den Tagessieg. Andrea Asinari von der Scuderia Dolomiti belegte in derselben Klasse Rang 20. In der Klasse Master MX2 erreichte Norbert Lantschner vom MC Evergreen den starken fünften Platz.

In Fermo in den Marken wurde hingegen der erste Lauf der Nordost-Ausscheidung zur Italienmeisterschaft der Junioren ausgetragen. In der Klasse 85 Senior fuhr Jakob Gampenrieder von den Alp-Riders Meran auf Rang 13. In der Klasse 125 belegte Liam Pichler vom MC Berbenno Pardi Royal Pat KTM den zwölften Platz, während Elia Fulco vom MC Arco Rang 25 erreichte.

Bezirk: Bozen

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