Von: APA/sda/Reuters
Das Tennis-Märchen von Arthur Fery geht weiter. Der 23-jährige Lokalmatador bezwang Flavio Cobolli am Mittwoch in drei Sätzen und erreichte damit beim Grand Slam in Wimbledon das Halbfinale. Dort trifft er auf Alexander Zverev, der sich ebenfalls in drei Sätzen seines Angstgegners Taylor Fritz entledigte. Im Finale wartet dann entweder der Weltranglistenerste und Vorjahressieger Jannik Sinner oder Grand-Slam-Rekordsieger Novak Djokovic.
Keine fünf Minuten von seinem früheren Zuhause entfernt erlebt Arthur Fery derzeit die beste Phase seiner Karriere. Der junge Brite, aktuell noch die Nummer 114 der Welt, sorgte mit einem 6:4,7:6(4),6:0-Sieg gegen den Italiener Cobolli für die nächste Überraschung. Auf dem Centre Court und unter den Augen von Königin Camilla setzte sich der 23-Jährige mit beeindruckender Souveränität gegen den Finalisten der French Open durch.
“Es scheint von Spiel zu Spiel besser zu werden, ich kann es kaum glauben”, sagte ein sichtlich überwältigter Fery auf dem Platz, wenige Minuten nachdem er das Match mit einem Ass beendet hatte. “In diesem letzten Game habe ich Gefühle erlebt, die ich noch nie zuvor in meinem Leben empfunden habe.” Damit ist Fery der erste Wildcard-Spieler seit Goran Ivanisevic, der in Wimbledon die Vorschlussrunde erreicht. Der Kroate hatte 2001 mit einer Wildcard den Rasenklassiker sensationell gewonnen. Für den Sohn französischer Eltern ist es bereits jetzt der mit Abstand größte Erfolg.
Zverev bezwang Angstgegner
Ferys nächster Gegner am Freitag heißt Zverev. Einen Monat nach seinem Triumph bei den French Open erreichte der deutsche Olympiasieger mit einem souveränen 6:4,6:4,6:2-Erfolg gegen seinen Angstgegner Fritz erstmals in Wimbledon das Semifinale. Damit beendete Zverev nach sieben Niederlagen am Stück die Negativserie gegen den Amerikaner. “Ich habe ein fantastisches Match gespielt. Es ist ein Traum, der wahr wird, endlich gut in Wimbledon zu spielen. Ich hoffe, noch zwei Matches zu spielen”, sagte Zverev. Ferys Lauf sei “natürlich eine wunderschöne Geschichte”, meinte der Weltranglisten-Dritte und erklärte an das Publikum gerichtet: “Ihr könnt alle für Fery sein, das ist total okay. Ich verstehe das. Ich habe kein Problem damit. Es wird ein aufregender Tag für beide von uns.”
Auch das Halbfinal-Tableau der Frauen steht fest. Die Ukrainerin Marta Kostjuk zog bei schweißtreibenden Temperaturen im Eiltempo erstmals ins Halbfinale des Rasenklassikers ein. In 69 Minuten setzte sich die Nummer 13 der Weltrangliste gegen die italienische Finalistin 2024, Jasmine Paolini, mit 6:3,6:2 durch. Kostjuk, die unlängst in Paris ihr erstes Major-Halbfinale verbucht hatte, trifft nun auf die 21-jährige Tschechin Linda Noskova, die Belgiens Elise Mertens mit 6:3,7:5 eliminierte.
Für Noskova, in der Weltrangliste als Zwölfte Nachbarin von Kostjuk, ist es der erstmalige Einzug in die Vorschlussrunde eines der vier wichtigsten Tennis-Turniere. Das war Kostjuk Anfang Juni erstmals gelungen, sie musste sich bei den French Open der späteren Turniersiegerin Mirra Andrejewa mit 1:6,3:6 geschlagen geben. Im anderen Halbfinale stehen sich US-Star Coco Gauff und die Tschechin Karolina Muchova gegenüber.
Tirolerin Pircher im Junioren-Viertelfinale
Im Junioren-Bereich steht unterdessen die Österreicherin Anna Pircher im Viertelfinale. “Dass ich bei meinem ersten Junior-Grand-Slam so weit komme, hätte ich mir nicht gedacht. Ich bin sehr stolz auf meine Leistungen hier”, sagte die 16-jährige Tirolerin nach einem 6:7(4),6:1,6:1-Erfolg über die Britin Daniella Britton. Nächste Gegnerin des ÖTV-Talents ist am Donnerstag die an Nummer eins gesetzte Chinesin Sun Xinran. “Sie ist unglaublich stark, war immer schon eine der Besten in unserem Jahrgang.”




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