Von: apa
Johannes Lamparter hat am Mittwoch im ersten von drei Bewerben der Nordischen Kombinierer bei den Olympischen Spielen gleich zugeschlagen. Der 24-jährige Tiroler, der nach dem Sprung Sechster gewesen war, holte in der 10-km-Loipe die Silbermedaille bzw. die insgesamt sechste für das ÖOC-Team. Lamparter musste sich im Finish nur um eine Sekunde Olympiasieger Jens Luraas Oftebro aus Norwegen beugen. Dritter wurde der Finne Eero Hirvonen, Stefan Rettenegger wurde Vierter.
Für Lamparter, den Doppel-Weltmeister von 2021, war es die erste Olympia-Medaille seiner Karriere. Der dritte Österreicher am Start, Thomas Rettenegger landete als Neunter ebenfalls in den Top Ten. Österreich hält nun bei zweimal Gold und viermal Silber bei den XXV. Winterspielen.
“Bedeutet mir unglaublich viel”
“Es bedeutet mir unglaublich viel, es waren sicherlich nicht die leichtesten Verhältnisse für mich. In den letzten Tagen habe ich sehr daran gezweifelt, ob ich bei solchen Verhältnissen eine Chance habe”, gestand Lamparter im ORF-TV-Interview. “Ich bin überglücklich über die Silbermedaille. Jetzt hab ich das mit der Olympiamedaille auch einmal abgehakelt und kann mich sehr auf die Großschanze freuen.”
Lamparter blieb in den ersten Runden in der Sieben-Mann-Spitzengruppe eher hinten. Eine Taktik, die gut aufgehen sollte. “Ich habe gewusst, es geht in der letzten Runde um alles und ich habe das in den ersten drei Runden im Auge gehabt. Dann habe ich meine letzten Kräfte ausgeschöpft und viele Sternderl gesehen in der letzten Runde”, verriet der ehemalige Gesamt-Weltcupsieger. Fast eine halbe Stunde benötigte Sieger Oftebro (29:59,4 Min.), dies sei den Bedingungen mit Neuschnee und den Temperaturen geschuldet. “Mir wäre lieber eine kompakte, harte Runde. Zum Zuschauen hat es schon tollere Rennen gegeben, aber es war wahnsinnig anstrengend”, so der “versilberte” Lamparter.
Oftebro für Lamparter verdienter Champion
Ihn freute auch besonders, dass Familie und Freunde in Tesero vor Ort waren. “Die Schwester und Mama sind erst zum Langlauf gekommen, haben es früher nicht geschafft. Es waren auch sehr viele Freunde da, das bedeutet mir sehr viel.” Über verpasstes Gold jammerte Lamparter nicht: “Oftebro war sehr stark. Ich glaube schon, dass er schlagbar gewesen wäre, aber er ist ein verdienter Olympiasieger.”
Stefan Rettenegger, der zuletzt beim Seefeld-Triple Zweiter geworden war, verpasste zwar als Vierter das Podest, allerdings um rund 15 Sekunden. “Es war einfach unvorstellbar zach. In den Stiegen war es so tief, besonders der zweite und auch der Zielhügel. Ich habe mich lange gut gefühlt, aber wenn man probiert schneller werden, fängt man an sich einzugraben”, beschrieb er die extrem sulzigen Verhältnisse. “Ein vierter Platz ist nicht schlecht. Jetzt kommt ja vielleicht die coolere Schanze, die mir, denke ich, mehr liegt.” Lob hatte er für Lamparter übrig: “Jo ist eine brutal starke letzte Runde gelaufen. Cool zu sehen, dass er die Medaille geholt hat, das ist sehr wichtig fürs ganze Team. Jetzt haben wir schon mal Silber, da können wir positiv in die nächste Woche gehen.”
Sein Bruder Thomas war nach dem Sprung auf Platz zwei gelegen, ist aber der schwächste des Trios in der Loipe. “Ich habe so lange wie möglich probiert, mitzugehen. Auf der Großen greifen wir richtig an”, versprach er.
Oftebro machte von Beginn weg Druck
Bei sehr weichen Bedingungen in der 10-km-Loipe machte Jens Luraas Oftebro gewaltig Tempo. Die 28 Sekunden Rückstand auf Sprungsieger Kristjan Ilves, der am Ende Sechster wurde, hatte der Norweger zur Halbzeit aufgeholt. Zu diesem Zeitpunkt waren sieben Athleten innerhalb von drei Sekunden. Stefan Rettenegger lag auf Rang vier, Lamparter auf sieben. Nach einer kurzen Kollision stürzte Oftebro kurz, arbeitete sich aber sofort wieder zurück an die Spitze. Nach drei Viertel des Rennens war kurz Stefan Rettenegger unmittelbar vor Oftebro und Hirvonen voran, der fünftplatzierte Lamparter war 1,2 Sekunden dahinter. Und kurz vor Kilometer 8,7 kam die Attacke von Lamparter, der dann gemeinsam mit Oftebro den Rest des Feldes scheinbar distanzierte. Doch Hirvonen kämpfte sich mit einem Ausbruch heran, dieses Trio setzte sich ab und teilte sich die Medaillen.




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