Sinner kämpfte gegen die Hitze

Sinner müht sich trotz Krämpfen ins Melbourne-Achtelfinale

Samstag, 24. Januar 2026 | 13:43 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

Titelverteidiger Jannik Sinner hat bei den Australian Open der großen Hitze getrotzt und sich ungeachtet heftiger Krämpfe ins Achtelfinale gekämpft. Der Tennis-Weltranglistenzweite aus Italien rang am Samstag in der 3. Runde den US-Amerikaner Eliot Spizzirri nach 3:45 Stunden mit 4:6,6:3,6:4,6:4 nieder, geriet dabei aber an seine körperlichen Grenzen. Auch der Serbe Novak Djokovic mit seinem 400. Grand-Slam-Sieg und u.a. Lorenzo Musetti aus Italien stehen im Achtelfinale.

Beim Stand von 4:6,6:3,1:2 und Temperaturen von bis zu 38 Grad ließ sich Sinner, Melbourne-Champion der vergangenen beiden Jahre, erstmals behandeln. Doch die Massage seiner Beine schien erst einmal nicht zu wirken. Der Südtiroler humpelte nur noch über den Platz. “Ich weiß nicht, was ich machen soll”, sagte der 24-Jährige an sein Trainerteam gerichtet. Zum 1:3 musste Sinner seinen Aufschlag abgeben, ehe die Partie wegen der Hitze unterbrochen wurde, um das Dach über der Rod Laver Arena zu schließen. Sinner verschwand in der Kabine, um sich abzukühlen.

Sinner dankbar für Unterbrechung

“Ich hatte heute Glück mit der Hitzeregel”, sagte Sinner nach dem körperlichen Kraftakt. “Ich hatte überall Krämpfe. Es hat mit den Beinen begonnen und dann ging es in die Arme. Ich weiß, dass ich mich in diesem Bereich verbessern muss”, sagte der Italiener, der dennoch stolz auf sich war. Er fand schließlich gegen den stark aufspielenden Spizzirri (ATP-85.) einen Weg, gab aber erstmals seit dem Wien-Finale am 26. Oktober gegen den Deutschen Alexander Zverev und zwölf souveränen Siegen auf der ATP-Tour wieder einen Satz ab. Nächster Gegner ist sein Landsmann Luciano Darderi (22).

Bei den Australian Open gilt seit einigen Jahren die sogenannte “Heat Stress Scale”. Dabei handelt es sich um eine Skala von eins bis fünf, die neben der Lufttemperatur auch die direkte Wärmestrahlung der Sonne, die Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit berücksichtigt. Wird ein Wert von 5,0 erreicht, müssen die Spiele unterbrochen und in den großen Arenen die Dächer geschlossen werden.

400. Grand-Slam-Sieg für Djokovic

Weit weniger Probleme bekundete Djokovic beim 6:3,6:4,7:6(4) gegen den Niederländer Botic van de Zandschulp, seinem 102. Sieg in Melbourne. Damit zog er mit Roger Federer gleich und erreichte zudem als erster Spieler die Marke von 400 gewonnenen Spielen bei Grand-Slam-Turnieren. Nach dem Sieg gegen van de Zandschulp und vor dem Achtelfinalduell mit dem Tschechen Jakub Mensik (16) richtete Djokovic eine kleine Kampfansage an die derzeit die Tennis-Szene dominierenden Carlos Alcaraz und Sinner. “Ich lasse die Burschen für ihr Geld rennen. Ich bin noch da. Alcaraz und Sinner sind die besten Spieler der Welt. Aber wenn du den Platz betrittst und der Ball rollt, kann alles passieren”, sagte Djokovic.

Musetti hatte beim 5:7,6:4,6:2,5:7,6:2 gegen den Tschechen Tomas Machac ordentlich zu kämpfen und trifft nun auf Fritz. Der verabschiedete den Schweizer Oldie Stan Wawrinka bei dessen letztem Melbourne-Auftritt mit einem 7:6(5),2:6,6:4,6:4.

Titelverteidigerin Keys und Swiatek weiter, Osaka gab w.o.

Zuvor hatte Titelverteidigerin Madison Keys ihr Drittrundenspiel in der Rod Laver Arena erfolgreich überstanden. Die als Nummer 9 gesetzte US-Amerikanerin schlug Karolina Pliskova aus Tschechien glatt 6:3,6:3. Der Auftritt der zweifachen Titelträgerin Naomi Osaka fiel hingegen aus. Die Japanerin, die mit ihren extravaganten Outfits für Aufsehen gesorgt hatte, musste ihr Spiel gegen die Australierin Maddison Inglis wegen einer Bauchverletzung absagen.

Inglis bekommt es nun mit Iga Swiatek zu tun, die sich gegen die Russin Anna Kalinskaja (31) beim 6:1,1:6,6:1 auch von einem Satzverlust nicht aus der Ruhe bringen ließ. “Seid bitte nicht zu hart zu mir, wenn ich gegen eine Australierin spiele”, meinte die sechsfache Major-Gewinnerin, die in Melbourne bisher über zwei Halbfinali nicht hinausgekommen ist.

Aus für Erler und Oberleitner im Doppel

In der dritten Runde des Männer-Doppels mussten sich die letzten rot-weiß-roten Melbourne-Beiträge verabschieden. Alexander Erler verlor mit dem US-Amerikaner Robert Galloway gegen die an zweiter Stelle gesetzten Harri Heliovaara/Henry Patten (FIN/GBR) 6:7(5),6:3,3:6. Neil Oberleitner unterlag an der Seite des Inders N.Sriram Balaji den favorisierten Marcelo Arevalo/Mate Pavic (ESA/CRO-4) 5:7,1:6.

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