Von: mk
Bozen – Austragungsort einer WM zu sein, sollte eigentlich Ehre bringen. Stattdessen fängt sich US-Präsident Donald Trump mit seiner für ihn typischen Ellbogen-Art und einem Foul abseits des Rasens weltweit einen Shitstorm ein – zu Recht.
Die „Begnadigung“ von US-Stürmer Folarin Balogun nach einem Telefonat mit FIFA-Präsidenten Gianni Infantino löste bei Fußball-Experten Ärger und Fassungslosigkeit aus. „Der schamlose Donald Trump und seine unterwürfige Marionette Gianni Infantino haben diese Weltmeisterschaft in eine Jauchegrube gezogen“, schrieb etwa die Daily Mail. Und die spanische AS meinte: „Der größte Skandal überhaupt bei einer WM.“
Nach einem erfolglosen Protest des belgischen Fußballverbands machten die Belgier die Situation sportlich klar und beendeten den Lauf der USA mit einem deutlichen 4:1. Dementsprechend ausgelassen war auch die Stimmung. Der offizielle Kanal des Nationalteams veröffentlichte auf der Plattform X Jubelbilder von Romelu Lukaku mit dem Kommentar „Overturn this“ (zu Deutsch: Macht das rückgängig), ein deutlicher Verweis auf die aufgehobene Sperre Baloguns. Darüber hinaus wurde der Hinweis „It’s called football“ hinzugefügt – ein Seitenhieb auf den in den Vereinigten Staaten gebräuchlichen Begriff „Soccer“.
Auf dem Rasen legte sich Lukaku nach seinem Tor in der 90. Minute beide Hände an die Ohren. Im Stadion von Seattle war es zu diesem Zeitpunkt schon sehr still geworden. Anschließend zelebrierte die belgische Auswahl den Treffer mit einer Tanzeinlage, die als Parodie auf Donald Trump verstanden werden konnte. Die Stimmung siegt.
Über die Häme braucht sich der US-Präsident nicht zu wundern. Der womöglich künftige deutsche Bundestrainer Jürgen Klopp war schlicht außer sich. „Wenn das wirklich Trump und Infantino miteinander ausgemacht haben, das ist verrückt. Das stellt alles infrage“, erklärte er. Besser kann man verspieltes Vertrauen wohl nicht zum Ausdruck bringen.
Doch Trump ist nicht Amerika. Neben dem belgischen Trainer Rudi Garcia hat auch Balogun selbst Größe gezeigt. Dieser hatte mit den Belgiern das Gespräch gesucht. Garcia stellte jedoch klar, dass es nicht Baloguns Fehler sei und er keine Schuld an dem Schlamassel trage.




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