Jastremska auch in Linz mit klaren Worten zum Krieg

Titelverteidigerin Potapowa gewinnt in Linz erste Runde

Mittwoch, 31. Januar 2024 | 23:03 Uhr

Titelverteidigerin Anastasia Potapowa hat am Mittwoch beim WTA500-Tennis-Turnier in Linz ihre erste Hürde gemeistert. Die als Nummer fünf gesetzte Russin besiegte die Italienerin Sara Errani mit 6:4,6:3. Im Achtelfinale trifft sie mit Elisabetta Cocciaretto auf eine Landsfrau Erranis. Mit mehr Mühe kam die Sensations-Halbfinalistin der Australian Open in die zweite Runde: Dajana Jastremska rang im ukrainisch-russischen Duell Erika Andrejewa mit 7:6(4),3:6,6:2 nieder.

Jastremska, die sich nach einem tollen Lauf aus der Qualifikation heraus bis ins Halbfinale in Melbourne gespielt hatte, hielt sich auch in Linz an ihre übliche Vorgangsweise: Sie verweigerte ihrer russischen Gegnerin am Ende den Handschlag. Wie das alle Ukrainerinnen seit der Invasion Russlands tun und dies gilt ja auch für Spielerinnen aus Belarus, deren Regierung Russland in ihrem Tun unterstützt.

Wie es die 23-Jährige schafft, den Krieg auszublenden, beantwortete sie schon vor ihrem ersten Linz-Einsatz. “Wenn du von zu Hause weg bist, ist es etwas leichter, weil du es nicht so fühlst. Manchmal kannst du es auf dem Platz verdrängen.” Doch seit Beginn des Jahres habe sich alles etwas verschärft. Immer wieder hört sie die Frage, auch in Linz, warum sie ihren russischen Gegnerinnen nicht die Hand schüttelt.

“Ich kann euch alle in die Ukraine einladen, dort könnt ihr das alles fühlen und ihr versteht, warum wir nicht die Hände schütteln”, sagte die aus Odessa stammende Jastremska. Zudem fragte sie auch nach, welche Spielerinnen aus Russland oder Belarus ihre ukrainischen Kolleginnen unterstützt haben. “Vielleicht nicht unser Land, aber uns? Ich finde es nur fair, nicht die Hände zu schütteln. Zumindest versuche ich wenigstens irgendetwas.” Einen Seitenhieb auf eine Spielerin aus diesem Kreis zog sie später übrigens wieder zurück und bat die Medien diesen nicht zu verbreiten.

Jastremskas nächste Gegnerin ist die als Nummer drei gesetzte Kroatin Donna Vekic. Auf eine Russin könnte sie erst wieder im Halbfinale treffen: Potapowa oder die als Nummer zwei gesetzte Jekaterina Alexandrowa sind alle in ihrer Tableauhälfte. Alexandrowa hatte beim Achtelfinal-6:3,6:0 gegen die Deutsche Jule Niemeier nur einen Kurzauftritt. Mit Anastasia Pawljutschenkowa steht eine weitere Russin schon im Viertelfinale, sie bezwang die Britin Katie Boulter mit 7:6(2),6:4.

Überraschend in der Runde der letzten acht vertreten ist Jodie Burrage. Die Nummer 102 im WTA-Ranking holte nach erfolgreicher Qualifikation mit einem 6:3,7:6(5) über die rumänische Lucky Loserin Jacqueline Cristian schon den vierten Sieg im Design Center en suite. In der nächsten Runde wird sie es ganz schwer haben: Da trifft sie am Freitag entweder auf die am Mittwoch in Linz eingetroffene, topgesetzte Lettin Jelena Ostapenko oder die aufstrebende Dänin Clara Tauson.

Nach dem Out von Sinja Kraus in der 1. Einzel-Runde ist Österreich auch im Doppel nicht mehr vertreten. Kraus zog im Achtelfinale gemeinsam mit Melanie Klaffner gegen die als Nummer vier gesetzten US-Amerikanerinnen Asia Muhammad/Alycia Parks (USA-4) mit 1:6,4:6 den Kürzeren. “Es war schade, wir hatten unsere Chancen. Es war enger als es das Ergebnis aussagt”, meinte Kraus. Genau solche Matches auf diesem Level brauche es, um sich verbessern zu können.

Von: apa

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