Die Nummer 7 brachte von Allmen das dritte Gold

Von Allmen krönt sich im Super-G zum Triple-Olympiasieger

Mittwoch, 11. Februar 2026 | 14:35 Uhr

Von: apa

Ski-Rennläufer Franjo von Allmen hat zum dritten Mal bei diesen Olympischen Spielen Gold geholt. Der Schweizer, der zuvor schon die Abfahrt sowie mit Tanguy Nef die Team-Kombination gewonnen hatte, triumphierte am Mittwoch in Bormio auch im Super-G und trat damit in die Fußstapfen von Toni Sailer und Jean-Claude Killy. Die Österreicher gingen wie in der Abfahrt leer aus. Silber ging wie 2022 an den US-Amerikaner Ryan Cochran-Siegle, Topfavorit Marco Odermatt blieb Bronze.

Der Kitzbüheler Sailer (1956 in Cortina d’Ampezzo) und der Franzose Killy (1968 in Grenoble) waren bisher die einzigen beiden Männer, die bei ein und denselben Winterspielen drei Goldmedaillen gewonnen haben. Bei den Frauen ist dies nur der Kroatin Janica Kostelic (2002 in Salt Lake City) gelungen. Von Allmen ist zudem der erste Super-G-Olympiasieger aus der Schweiz und der erste Athlet, der unter den fünf Ringen das goldene Speed-Double aus Abfahrt und Super-G schaffte.

“Es fühlt sich an wie ein Traum, und ich hoffe einfach, dass ich nicht aufwache”, sagte der 24-Jährige im ORF-Interview. “Im Großen und Ganzen war ich schon ein bisschen müde heute. Ich war der Überzeugung, dass es heute im Ziel nicht reichen wird fürs Podest, geschweige denn für die Goldene. Irgendwie habe ich auch das Glück auf meiner Seite gehabt mit der Startnummer, dass es vielleicht ein bisschen langsamer geworden ist.” Von Allmen fuhr mit Nummer sieben, die drei hatte Cochran-Siegle (+0,13 Sek.), der nachher gestand: “Ich hatte Glück, dass ich die frühe Nummer bekommen habe.” Odermatt, der erneut von seinem jüngeren Landsmann abgehängt wurde, meinte: “Ich habe einerseits Glück, es hätte gut und gerne wieder ein vierter Platz sein können. Aber natürlich wäre die Chance auf Gold da gewesen, das habe ich nicht erreicht.”

Selbstkritik bei Österreichern

Bester ÖOC-Starter war Raphael Haaser als Fünfter, Vincent Kriechmayr belegte in seinem letzten Olympia-Rennen den siebenten Platz. Marco Schwarz war 14., Stefan Babinsky verpasste als 21. die Top 20. Das Rennen bevorzugte tendenziell die niedrigen Startnummern. Auf stellenweise weichem Schnee wurde es für die später startenden Läufer schwieriger als am Samstag in der Abfahrt. Mitfavoriten wie Lokalmatador Giovanni Franzoni (6./+0,63), Kriechmayr (+0,78) oder Alexis Monney (10./+0,90) fassten ohne groben Fehler mehrere Zehntelsekunden Rückstand auf. Dominik Paris schied aus, nachdem sich früh in seinem Lauf ein Ski gelöst hatte, blieb aber wohl unverletzt.

“Die Fahrt war grundsätzlich von oben bis unten viel zu brav”, analysierte Haaser, der 0,57 Sekunden zurücklag. “Spätestens, als ich unten abgeschwungen hatte, habe ich gewusst, dass sich das alles zu schön ausgegangen ist.” Am Samstag bekommt der Tiroler im Riesentorlauf noch eine weitere Olympia-Chance.

Auch Kriechmayr, Sechster der Abfahrt, haderte mit seiner Leistung. “Es war in Summe einfach zu wenig”, konstatierte der Oberösterreicher. “Oben bin ich vielleicht einmal zu rund worden, dann bin ich am Start ausgerutscht, dann habe ich einen leichten Wischer gegeben.” Der Mittelteil sei ihm nicht so schlecht vorgekommen, meinte der 34-Jährige, doch “unten war ich einmal zu gerade”. Den großen Rückstand habe er aber nicht erwartet. “Das ist schon ein bisschen ein Schock, aber so ist es.”

Hohe Geschwindigkeit forderte Schwarz

Schwarz (+1,36) sprach die direkte Kurssetzung an, die nicht seinen Vorlieben entsprach. “Ich habe die Kurven vergeblich gesucht. Es ist schon ziemlich dahingegangen, da geht mir vielleicht ein bisschen das Speed-Training ab, die hohen Geschwindigkeiten”, sagte der Kärntner. “Für mich persönlich wäre der Super-G ein bisschen technischer gut.” Den Speed “muss man gewohnt sein, den muss man spüren”.

Babinsky (+1,72) war schon im oberen Teil weit weg von der Musik. “Oben war einfach nicht gut. Ich bin beim Start eigentlich ganz gut weggekommen, aber die nächsten 20 Sekunden waren dann nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Dann verlierst du den ganzen Hang runter”, meinte der 29-Jährige. “Man muss das Ganze akzeptieren. Am Ende des Tages muss ich einfach weiterarbeiten an mir, damit ich konstant meine Leistung bringen kann.”

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