HCP kassiert gegen die Vienna Capitals bittere 1:9-Niederlage

Wiener Lehrstunde für die Wölfe

Freitag, 21. Oktober 2022 | 22:36 Uhr

Bruneck – Zwei Tage nach der Entlassung von Stefan Mair bestreitet der HC Pustertal das erste Spiel unter der Leitung des bisherigen Assistenztrainers Phil Horsky, und zwar ausgerechnet gegen dessen ehemaliges Team, die Vienna Capitals aus Wien. Das Team aus der österreichischen Bundeshauptstadt ist die einzige Mannschaft, welche die Wölfe in der vergangenen Saison nie bezwingen konnten. Neo-Trainer Horsky stellt die Linien etwas um, zwischen den Pfosten wird Jake Smith das Tor hüten.

Gleich zu Beginn der Partie wird Filip Ahl nach einer umstrittenen Schiedrichterentscheidung wegen Spielverzögerung vom Eis gestellt. Der HCP spielt wie heuer bereits gewohnt ein starkes Penaltykilling und lässt die Mozartstädter zu keinen nennenswerten Einschussgelegenheiten kommen. Im Gegenzug dürfen wenig später auch die Puschtra mit einem Mann mehr agieren, doch auch sie bleiben ohne Torerfolg. Dafür klingelt es zur Mitte des Drittels dann gleich zweimal hintereinander im Kasten der Heimmannschaft. Zuerst zieht der heranfahrende Alex Wall von halblinks ab, sein Schuss schlägt wie ein Strich genau im Kreuzeck ein, Jake Smith ist hierbei die Sicht verstellt. Nur 19 Sekunden später dürfen die Gäste nach einem Getümmel erneut jubeln, diesmal trägt sich Jeremy Gregoire in die Scorerliste ein. Genau fünf Minuten vor Ende des ersten Spielabschnitts dann das nächste Tor für die Caps: Nico Brunner kann ungehindert zum 0:3 eindrücken, der Treffer wird nach Videostudium von den Referees anerkannt. Doch es kommt noch dicker für die Hausherren: Ivan Deluca wird nach einem harten Check gegen Niki Hartl vom Schiedsrichtergespann vorzeitig unter die Dusche geschickt. Die Capitals nützen ihr erneutes Überzahlspiel effizient, Matthew Bradley erhöht mit einer Direktabnahme wenige Sekunden vor der Pausensirene auf 0:4.

HCP

Der Beginn des Mittelabschnitts beginnt mit einer 2-Minuten-Bankstrafe gegen die Gäste aus Wien, somit spielen beide Mannschaften im 4 gegen 4. Und die Wölfe nutzen die Möglichkeit sofort: einen Blueliner von Emil Kristensen kann Caps-Goalie Bernhard Starkbaum nicht festhalten, Filip Ahl drückt den Rebound aus nächster Nähe zum 1:4-Anschlusstreffer ein. Die Wölfe machen nun ordentlich Druck im Angriffsdrittel, Starkbaum hat alle Hände voll zu tun, um einen weiteren Pusterer Treffer zu verhindern. Die Hauptstädter können sich nur mit unfairen Mitteln aus der Umklammerung lösen, Gregoire muss nach einem Stockschlag in der Kühlbox Platz nehmen. Doch erneut kann der HCP die numerische Überlegenheit nicht in Tore ummünzen. Und erneut bestätigt sich die alte Hockeyweisheit „wer die Tore nicht macht, bekommt sie“. Nach einem unübersichtlichen Scharmützel im Brunecker Torraum landet der Puck irgendwie erneut im Netz, es steht 1:5 für die Capitals. Der HC Pustertal steht nun mit dem Rücken zur Wand, die wenigen Entlastungsangriffe bringen wenig Zählbares. Die Bemühungen der Gäste sind erfolgreicher. In der Schlussminute können Maxwell Zimmer und Matthew Bradley seelenruhig durch die löchrige Pusterer Abwehr kurven, Bradley verlädt Tomas Sholl und vollendet seinen persönlichen Hattrick. So geht es beim Stand von 1:6 in den Schlussabschnitt. Dieser wird mit einem Überzahlspiel der Hausherren beginnen; nach einer Rangelei in der Drittelpause wird Gregoire zum zweiten Mal an diesem Abend mit einer Zweiminuten-Strafe belegt.

Die Wölfe ziehen ein gutes Powerplay auf und lassen die Scheibe nach Lehrbuch kreisen, doch der finale Abschluss mag wie so oft einfach nicht gelingen; und so verstreicht auch dieses Überzahlspiel ungenutzt. Auf der anderen Seite machen es die Wiener – zum wiederholten Mal an diesem Abend – besser, nach einem schnellen Gegenstoß kann Gregoire einen Rebound aus nächster Nähe vor dem Tor stehend verwerten, die Brunecker Hintermannschaft sieht bei diesem Treffer ziemlich alt aus. Dies bricht den Wölfen endgültig das Genick. Das 1:8 in Minute 52, erzielt vom jungen Patrick Antal, ist nur noch Formsache. Die Heimmannschaft schwächt sich zudem noch mit unnötigen Strafen, so lässt sich beispielsweise Anthony Bardaro zu einem Stockfoul hinreißen, und 46 Sekunden lang müssen die Wölfe sogar in doppelter Unterzahl spielen. Yannic Pilloni setzt mit dem 1:9-Powerplaytreffer den Schlusspunkt in dieser traurigen Partie.

Facebook/HC Pustertal

Nach diesem Rückschlag wartet eine harte Woche auf den HC Pustertal: Bereits übermorgen Sonntag treten die Wölfe auswärts gegen Olimpija Ljubljana an (Spielbeginn 17:30 Uhr, live auf VB33), am Mittwoch sind die Innsbrucker Haie zu Gast in der Intercable Arena (Beginn 19:45). Am Freitag folgt die Auswärtsfahrt nach Bozen (19:45), bevor am nächsten Sonntag wiederum die Drachen aus Ljubljana zum Rückspiel nach Bruneck kommen (18:00 Uhr).

Von: ka

Bezirk: Pustertal

Kommentare

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5 Kommentare auf "Wiener Lehrstunde für die Wölfe"


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sophie
sophie
Kinig
1 Monat 17 Tage

Bin ohne Worte, so leid es mir tut, aber werde mir sicher längere Zeit die Arena nur beim vorbei fahren anschauen.
Kein Kampfgeist, wenig Eislaufen und am Kasten vorbei schiessen, so kann man nicht gewinnen.
Habe jetzt genug Niederlagen gesehen🙈🙈🙈🙀🙀🤮

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 16 Tage

…für sowas hättens den coach gar net entlassen brauchen…

Zussra
Zussra
Tratscher
1 Monat 16 Tage

Lame nö zi scham! Hobmse a sela bäriga Eisarena krieg, noa meggatnse sich wo a amo zomreisn, et!?

Iatz woll
Iatz woll
Tratscher
1 Monat 16 Tage

Einfach beschämend!
Der erste der Verantwortlichen wurde schon gefeuert, jetzt fehlt der zweite und dies wäre der sportliche Leiter!

sophie
sophie
Kinig
1 Monat 16 Tage

Iaz isch Zeit zin hondln, et lamma ols schian redn und gscheide redn, do wern va 1800 Zuischaua woll wianiga wearn, weil des geschton wor no die Krönung van Scherbnhaufe,
Und no eppas, i geah seit mind 40 Johr Wölfe schaugn,
I glab i spinn

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