Bildungsjahr "der Unsicherheiten" beendet

4.086 Schüler in Südtirol haben die Matura bestanden

Montag, 12. Juli 2021 | 15:24 Uhr

Bozen – Mit den Maturaprüfungen an den deutschen, italienischen und ladinischen Oberschulen ist Ende Juli das Schuljahr 2020/21 abgeschlossen worden. Insgesamt 4.086 Jugendliche haben in diesem Jahr die Prüfung bestanden, davon 2778 an deutschsprachigen, 1216 an italienischsprachigen und 92 an ladinischsprachigen Schulen.

LPA/Fabio Brucculeri

Die Mittelschule haben hingegen 5722 Schülerinnen und Schüler abgeschlossen, davon 4040 eine deutsche, 1446 eine italienische und 236 eine ladinische.

Bilanz über ein Bildungsjahr, das stark von den Maßnahmen gegen das Coronavirus geprägt war, haben heute (12. Juli) im Landhaus 1 in Bozen die drei Landesräte Philipp Achammer, Giuliano Vettorato und Daniel Alfreider gemeinsam mit Bildungsdirektor Gustav Tschenett, Landesschuldirektorin Sigrun Falkensteiner, dem italienischen Bildungsdirektor Vincenzo Gullotta und der ladinischen Bildungsdirektorin Edith Ploner gezogen.

Schuljahr der Unsicherheiten

Als “Schuljahr der Unsicherheiten” bezeichnete Landesrat Achammer das abgeschlossene Bildungsjahr, das eines “enormen Kraftaufwands” bedurft habe. Landesrat Vettorato sprach von einem “besonderen und schwierigen Jahr”, während das Jahr laut Landesrat Alfreider wegen der ständigen Änderungen alle an Schule Beteiligten immer wieder herausgefordert habe.

Ein Stimmungsbild des Schuljahrs 2020/21 liefern die Erhebungen der Evaluationsstellen aller drei Bildungsdirektionen, die dazu Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern befragt haben. Die Evaluationsstelle für das deutsche Bildungssystem hat im Rahmen der externen Evaluation über 12.700 Personen befragt, um unter anderem ein Bild der Handhabe der Hygienemaßnahmen, der Organisation von Präsenz- und Fernunterricht, des selbstorganisierten Lernens und des Einsatzes der digitalen Medien bewerten zu können. Über 6800 Personen wurden von der italienischen Evaluationsstelle zu den Erfahrungen mit der Pandemie, negativen und positiven Aspekten, Veränderungen und Schwierigkeiten im Unterricht befragt, 1270 von der ladinischen. Als positiv wurde dabei vor allem die Stärkung und Entwicklung der digitalen Kompetenzen bewertet, als negativ die geringeren sozialen Kontakte, die langen Zeiten vor dem Bildschirm und – besonders bei den Lehrpersonen – die Schwierigkeit, Privates und Berufliches zu trennen.

Abschlussprüfungen und Versetzungen

Eine durchwegs gute Bilanz der Abschlussprüfungen und des Lernerfolgs präsentierten Landesschuldirektorin Falkensteiner, die Bildungsdirektoren Tschenett und Gullotta und Bildungsdirektorin Ploner. Die Führungsriege der drei Bildungsdirektionen betonte einhellig, dass es win gemeinsames Anliegen gewesen sei, soviel Schule wie möglich in Anwesenheit zu gewährleisten und dabei möglichst alle Schülerinnen und Schüler mitzunehmen. An den Grund- und Mittelschulen aller drei Sprachgruppen wurden nahezu alle Schülerinnen und Schüler in die nächste Klasse versetzt. An den Oberschulen sind die Versetzungsquoten nach wie vor in den ersten beiden Klassen etwas niedriger und nehmen dann zu. Zur Oberschulabschlussprüfung wurden an den deutschen und italienischen Schulen über 98 Prozent der Schüler zugelassen, an den ladinischen waren es sogar hundert Prozent. Anerkennung zollten Landesschuldirektorin Falkensteiner und Bildungsdirektor Tschenett den Abgängern von Mittel- und Oberschulen. Sie hätten trotz des schwierigen Schuljahrs und des veränderten Prüfungsformats erfreuliche Ergebnisse und ihr fächerübergreifendes Wissen auch rhetorisch gewandt zum Ausdruck gebracht.

Schuljahr 2021/22 möglichst in Anwesenheit

Intensiv wird derzeit das kommende Schuljahr vorbereitet. Vorgesehen ist Präsenzunterricht an allen Schulen und allen Schulstufen sowie eine Rückkehr zur Stundentafel laut Rahmenrichtlinien. Um dies zu ermöglichen, soll die Unterrichtszeit auf Vormittage und Nachmittage verteilt werden. Weiter werden Ein- und Austritt geregelt, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Neben Hygienemaßnahmen, Mindestabständen und dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (mit Ausnahme der Kindergartenkinder) entsprechend den Bestimmungen für öffentliche Räumlichkeiten, werden wahrscheinlich wieder flächendeckende Screenings (Selbsttests) vorgesehen.

“Unser absolutes Ziel ist es, im Herbst flächendeckend zu hundert Prozent mit Präsenzunterricht zu starten”, kündigte heute Landesrat Achammer an. Gemeinsam mit Landesrat Vettorato und Landesrat Alfreider rief er zu Verantwortung, zu Eigenverantwortung und kollektiver Verantwortung auf: “Der Schulstart im Herbst hängt von unserem Verhalten im Sommer ab und von der Impfquote.” Einen Impfzwang für die Lehrerschaft werde es nicht geben, aber eine starke Empfehlung, sich impfen zu lassen.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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14 Kommentare auf "4.086 Schüler in Südtirol haben die Matura bestanden"


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ischJOwurscht
ischJOwurscht
Superredner
13 Tage 16 h

Dieses Jahr war kein Honiglecken, nicht fuer die Lehrer und auch nicht fuer die Schueler! 

Hupsstupspups
Hupsstupspups
Tratscher
13 Tage 10 h

Die Schüler sollten alle das Schuljahr noch mal wiederholen weil das war nur ein halbes Schuljahr!!!

Lachhannes
Lachhannes
Tratscher
13 Tage 15 h

Gratulation und viel Erfolg beim Studium an italienischen Universitäten.

Spencer
Spencer
Grünschnabel
13 Tage 11 h

die matura nicht zu schaffen ist ziemlich schwierig. ansosnsten kommen die eltern mit ihren anwälten gegen die lehrer

Trina1
Trina1
Universalgelehrter
13 Tage 14 h

Wünsche euch allen Vertrauen in die Zukunft und viel Erfolg !

WhiteRussian
WhiteRussian
Neuling
13 Tage 12 h

Ohje… “Unser absolutes Ziel ist es, im Herbst flächendeckend zu hundert Prozent mit Präsenzunterricht zu starten”. Wenn des inser Superlandesrat Achi sog geats sicher onderst. Zwoa Tog vor Schulbeginn verkündet er nor af Facebook:tuat mer load Leitln, es seid net brav gewesn. Olls isch onderst… Und er umarmt wieder Leit ohne Maske…

Sigo70
Sigo70
Grünschnabel
13 Tage 10 h

Ich hoffe dass es irgendwann auch mal eine Auseinandersetzung über die Verhältnismäßigkeit geben wird. Und zwischen Schaden und Nutzen objektiv abgewägt wird.
Deshalb wünsche ich den Verantwortlichen auch den Mut, um getroffe Entscheidungen auch mal zu hinterfragen und aus Fehlern zu lernen.

primetime
primetime
Universalgelehrter
13 Tage 1 h

Hoffnung stirbt zuletzt, aber nur sehr sehr selten wird ein Politiker seinen Fehler zugeben. Er will sich doch nicht selber aus den goldenen Thron befördern

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
13 Tage 1 h

@Sigo70
In welchem Land lebst du?
Hat bei uns irgendein Politiker schon irgendeinmal irgendetwas hinterfragt?
Die glauben doch alle, die Sonne ginge nur wegen ihnen auf und wenn sie mal nicht aufgehen sollte, war sicher der Pöbel nicht brav genug…

Offline
Offline
Kinig
13 Tage 13 h

Gratuliere Allen herzlich. Und viel Erfolg, welchen Weg und wo auch auch immer ihr beruflich oder studierend einschlagen wollt.

ahjo
ahjo
Grünschnabel
13 Tage 12 h

Schiems Geschenk gemocht

pustramadl
pustramadl
Grünschnabel
13 Tage 26 Min

Es war ein schlimmes Schuljahr. Der ständige Wechsel zwischen Fernunterricht und Präsenzunterricht, dann Aufgabenpakete in einigen Fächern, welche die Jugendlichen kaum schafften zeitlich und inhaltlich nicht, keine Projekte, Sprachreisen, Maturabälle und Maturareisen, immer wieder die Klasse in Quarantäne, Geplantes war jetzt nicht mehr möglich,…
Gerade die Projekte, die die Gemeinschaft stärken und an denen man sich ein Leben lang erinnert, sind für immer verloren.
Dann schreibt da noch einer, die Schüler sollten alle das Schuljahr wiederholen. Das ist ein Schlag ins Gesicht!!

primetime
primetime
Universalgelehrter
12 Tage 21 h

Läuft so ein Homeschooling Tag gleich ab wie im Präsenzunterricht? Ich kann mir nicht vorstellen dass es zeitlich nicht machbar ist

wiakimpdir4
wiakimpdir4
Superredner
12 Tage 22 h

Mi tat interessieren obs jemand net geschafft hat. I glab nach diesem Jahr wern epper olle bestanden haben…

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