Von: luk
Bozen – Auf Antrag der Eigentümerin und nach einer positiven Bewertung durch das Landesdenkmalamt hat die Landesregierung am 10. Juli ein Wohngebäude in der Bozner Rosministraße unter Denkmalschutz gestellt. “Historische Wohnhäuser schaffen nicht nur qualitätvollen Wohnraum, sondern erzählen immer auch Geschichte. Es freut mich darum besonders, wenn dies von den Privateigentümern des Gebäudes erkannt und mit der Unterschutzstellung wertgeschätzt wird”, betont Landesrat Philipp Achammer, der den entsprechenden Beschluss in die Landesregierung eingebracht hatte.
Landeskonservatorin Karin Dalla Torre verweist ebenfalls auf die Bedeutung dieser Entscheidung: “Das Gebäude dokumentiert sowohl die Bauweise als auch die gestalterischen Ansprüche der Architektur des frühen 20. Jahrhunderts in bemerkenswerter Geschlossenheit wie dieses in der Bozner Neustadt gestaltet wurde. Es ist ein wesentlicher Teil des Architekturbestandes des Landes und des Werkverzeichnisses der Brüder Ludwig.”

Das Stadthaus wurde 1912 errichtet und nach Plänen der Architekten und Baumeister Alois und Gustav Ludwig verwirklicht. Die beiden Architekten zeichneten auch für andere Bauwerke in Bozen, wie dem Parkhotel Laurin, das Bozner Stadthotel, den Terrassenbau mit Büroräumen und Kuppel des Anwesens der Fürstin Campofranco oder die Grundschule und den Kindergarten in Gries, verantwortlich, auch haben sie die Thomas-Mann-Villa in München geplant.
Charakteristisch am Gebäude in der Rosministraße ist unter anderem der straßenseitig auskragende, mehrgeschossige Erkervorbau mit Eisentruktur, in den Obergeschossen sind Holzbalkendecken ausgeführt.
Auch im Inneren des Hauses finden sich zahlreiche Elemente, die typisch für die frühe Architektur des 20. Jahrhunderts und aus der Bauzeit erhalten sind: Von den Terrazzoböden in den Verteilerflächen, über Fischgrät-Holzparkett im Wohn- und Schlafbereich hin zu hohen, schmalen Kachelöfen in unterschiedlichen Farbgebungen und mit dekorativen Blumenmotiven. Auch die Eingangstüren sind erwähnenswert: Unter anderem finden sich in den Obergeschossen zwei einflügelige, detailreich gestaltete Wohnungseingangstüren aus Holz mit Glaseinsätzen und Messing-Briefkasteneinwurf. Auch die Innentüren sind aus weiß lackiertem Holz und weisen dekorativ gestaltete Türrahmen auf.
Besonders hervorzuheben sind auch dekorative Elemente wie das Stadtwappen und Motive aus dem Bäckergewerbe, die auf die Tätigkeit eines der ursprünglichen Bauherren verweisen. Auch das Dach, gedeckt mit Biberschwanz-Tonziegeln, ist teilweise noch original erhalten.








Aktuell sind 1 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen