Aktion der Kampagne MahlZeit am 22. Mai

„Artenvielfalt in Dörfer und Städte zurückholen“

Freitag, 18. Mai 2018 | 18:58 Uhr

Bozen – Zerstörung und Zerschneidung von Lebensräumen, die Übernutzung von Ökosystemen und die intensive Landwirtschaft sind die ursächlichsten Faktoren für das Artensterben in Europa und weltweit. „Um Einhalt zu gebieten, braucht es einen Paradigmenwechsel in unserem Wirtschaftssystem. Doch bis es dazu kommt, können wir alle schon einmal unseren kleinen Beitrag leisten, indem wir urbane Trittsteine für die Artenvielfalt schaffen“, erklären die Vertreter der Kampagne MahlZeit in einer Aussendung. Am Tag der Artenvielfalt am 22. Mai ist um 14.30 Uhr am Waltherplatz in Bozen eine Aktion geplant.

Nahrung und Unterschlupf für Insekten und Schmetterlinge könnten auch auf unseren Balkonen und Fensterbänken, in unseren Hausgärten, im Grünstreifen rund ums Haus, an jedem kleinen Flecken Brache in Dorf und Stadt geschaffen werden. Dazu brauche es – wie im Großen, auch im Kleinen – ein wenig Umdenken: Wildblumen statt Rollrasen, Berberitzen und Holunder statt gestylter Zypressen und Palmen, Bienenweiden statt Geranien. „Wir müssen in unseren Gärten und auf unseren Balkonen nicht auf alles verzichten, was uns an ‚Geordnetem‘ lieb und teuer ist. Doch wenn wir überall kleine Inseln schaffen – urbane Trittsteine der Artenvielfalt –, die Platz und Futter für Insekten und Schmetterlinge bieten, haben wir einen kleinen Beitrag gegen das Artensterben geleistet“, betonen die Vertreter der Kampagne.

Insekten und Schmetterlinge brauchen möglichst vom Frühjahr bis zum Herbst ein gut gemischtes Angebot an einheimischen Blüten. „Heimische Wildpflanzen sind dabei unschlagbar: nachhaltig, pflegeleicht und kostengünstig. Ein Holunder kostet in der Anschaffung nichts, versorgt eine ganze Saison lang Insekten und Vögel mit ausgezeichneter Nahrung und ist Lebensraum für unzählige Arten. Blumenwiesen und Wildblumensäume gehören zum Wertvollsten unserer Heimat. Viele tausend Tierarten leben davon. Ein Stück Blumenwiese im Garten, am Grünstreifen entlang des Grundstückes, auf kleinen Brachen, an Wegen und Straßensäumen sind unscheinbare aber wertvolle Lebensräume für Arten, die fast verschwunden sind“, so die Vertreter der Kampagne MahlZeit-

Die Kampagne MahlZeit ruft zum Tag der Biodiversität private Bürger und öffentliche Verwaltungen dazu auf, umzudenken und bei der Bepflanzung von Gärten, Balkonen und öffentlichem Raum mit urbanen Trittsteinen der Artenvielfalt aktiv den Erhalt von Nahrung und Lebensraum für Insekten zu fördern.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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3 Kommentare auf "„Artenvielfalt in Dörfer und Städte zurückholen“"


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Chriss
Chriss
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

Und was ist mit unseren Obstbauern. Auszug aus den Agrios-Richtlinien: Die ökologischen Ausgleichsflächen müssen mindestens 5% der gesamten Obstbaufläche betragen. Frage, wie soll das gehen wenn alles mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wird?

Koefele
Koefele
Tratscher
1 Monat 3 Tage
  Die Politik hat wohl am meisten zur Umweltzerstörung beigetragen durch Förderung der  Landwirtschaft Bei einer Fläche wo früher  5 Stück Großvieh gehalten wurden sind es heute durch, Zukauf von Kraftfutter, mindestens 10 Stück  mit der doppelten Milchleistung  was dadurch eine Überdüngung der Böden und somit eine Gefährdung der Gewässer mit sich bringt. Der normale Bürger hat heute durch  Landesgesetze  kaum Möglichkeiten zur Gestaltung der Umwelt beizutragen  Im Bereich der Landesstrassen werden beidseitig mindestens 30 mt jede Hecke vernichtet, obwohl dies keine Gefahr darstellen würde und sich viele Insekten und Vögel aufhalten könnten. Der Ausbau im Tourismus könnte etwas zurückgenommen… Weiterlesen »
Koefele
Koefele
Tratscher
1 Monat 3 Tage

Auf Balkonen in Gärten und womöglich im Haus Insekten-Schutz betreiben, dass fleißig Insektizide und Pestizide weitergespritzt werden kann.

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