"dürfen den Frieden nie aufs Spiel setzen, indem wir Öl ins Feuer der Konflikte gießen"

Bischof Muser zum Osterfest: Am Frieden arbeiten

Sonntag, 01. April 2018 | 15:18 Uhr

Bozen/Brixen – Das Osterfest ist der Höhepunkt der Heiligen Woche und das höchste Fest im christlichen Kirchenjahr. Beim Pontifikalamt im Bozner Dom hat Bischof Ivo Muser heute (1. April) das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren zum Anlass genommen, um an die Schrecken der Kriege zu erinnern und die „Pflege des Friedens“ einzufordern.

„Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat“, singt die Liturgie zu Ostern, dem festlichsten Tag des ganzen christlichen Jahres. Ostern ist das Urfest des christlichen Glaubens und das Hochfest der Auferstehung Jesu Christi.

„Der Friede sei mit euch“: Mit diesen Worten hat Bischof Muser das Pontifikalamt im Bozner Dom eröffnet. „Dieser Osterwunsch, den der auferstandene Christus uns schenkt, hat für mich einen ganz besonderen Klang und Auftrag in diesem Jahr, das uns daran erinnert, dass vor 100 Jahren der Erste Weltkrieg zu Ende gegangen ist. Es muss uns sehr nachdenklich machen, dass in diesem Flächenbrand sich vor allem Christen gegenüberstanden und Nationen, die sich mit Selbstverständlichkeit ,christlich‘ nannten“, erinnerte der Bischof an eine der größten Katastrophen in der Geschichte der Menschheit.

„Der Krieg“, so der Bischof weiter, „fiel nicht aus heiterem Himmel, sondern wurde lange in den Köpfen, in der Politik, in der Kultur und in der Wissenschaft, in der Wirtschaft und auch in der Religion vorbereitet. Dieser Krieg – das müssen wir heute ehrlich zugeben – war von vielen gewollt und er wurde fast durchgängig als ein ‚heiliger Krieg‘ bezeichnet.“

Nicht um zu urteilen, oder gar um zu verurteilen, nicht um hochmütig und besserwisserisch zurück zu schauen, fuhr der Bischof fort, sage er das, sondern damit wir uns nachdenklich und betroffen einen schmerzlichen Teil unserer Geschichte vergegenwärtigen. „Es gilt, angesichts der Katastrophe dieses Krieges, die Bereitschaft und den Willen zum Frieden zu erneuern und mit Entschiedenheit zu lernen, dass die Sprache des Krieges für uns keine Alternative und keine Option sein darf“, sagte Bischof Muser.

Die Erinnerung an die Schrecken und Grausamkeiten der Kriege bedingt für Bischof Muser eine klare Erkenntnis: „Frieden muss gewollt und gesucht werden! Der Frieden bedarf der Pflege und der Wachsamkeit, damit er nie für angeblich höhere Interessen geopfert wird. Die Friedensarbeit muss weitergehen. Das Gedenken und Bedenken will und soll die Erinnerung wach halten, nicht um Wunden zu lecken und offen zu halten, sondern um Wunden zu verbinden.“ Angesichts des unendlichen Leids, das Kriege ausnahmslos immer brächten, dürfen wir den Frieden nie aufs Spiel setzen, indem wir Öl ins Feuer der Konflikte gießen, sagte der Bischof.

„Mögen wir unsere christliche Identität neu entdecken und pflegen im respektvollen Dialog mit der Identität der anderen. Nicht alles, was sich heute auf das Christentum beruft, ist auch vom Christentum geprägt. Nicht selten wird heute das ‚christliche Abendland‘ nur mehr als ein Abgrenzungs- und als ein Kampfbegriff verwendet –  gegen die anderen, wer immer sie auch sind. Und möge unser Zusammenleben geprägt sein vom festen Willen, aus der leidvollen Geschichte des 20. Jahrhunderts zu lernen, die auch unser Land verwundet und geprägt hat.

„Wir brauchen heute konkrete, verbindende und versöhnende Zeichen, die uns helfen, die Geschichte gemeinsam zu lernen, zu vergegenwärtigen, zu deuten und zu verzeihen“, zeigte sich der Bischof überzeugt. Möge uns der Wunsch nach Einheit in der Vielfalt, so Bischof Muser abschließend, gegeben werden – hier wie in einem gemeinsamen Europa, wo sich verschiedene Kulturen treffen und einander bereichern: „Bauen wir mit Christus, dem Sieger über den Tod, Brücken des Friedens.“

Von: mho

Kommentare

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38 Kommentare auf "Bischof Muser zum Osterfest: Am Frieden arbeiten"


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Gagarella
Gagarella
Universalgelehrter
18 Tage 10 h

Die Kirche muss endlich aufhören Öl in das Feuer zu gießen!! Bringt nur Unfrieden.

Kurt
Kurt
Universalgelehrter
17 Tage 18 h

Die Kirche macht ihren Job und braucht sich hoffentlich wegen Raunzern wie dich nicht hindern lassen😊

Gagarella
Gagarella
Universalgelehrter
17 Tage 16 h

@Kurt Dann macht sie ihren Job sehr,sehr schlecht!

Kurt
Kurt
Universalgelehrter
17 Tage 15 h

@Gagarella
wir alle sind Kirche und wenn du kein Christ bist du
kann s dir egal sein. Ich jedenfalls kann mich mit der Aussage des Oberhirten identifizieren

schreibt...
schreibt...
Grünschnabel
17 Tage 14 h

@Kurt ähm, welchen Job nochmal?

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
16 Tage 21 h

@Kurt ……………..wenn man anderer Meinung ist und die Wahrheit aufs Parkett legt,ist man noch lange kein RAUNZER,hättet ihr gerne,dass alle brav still sind und zu den Kirchenskandalen schweigen,den Gefallen tun wir euch nicht!!😡

Kurt
Kurt
Universalgelehrter
16 Tage 21 h

@schreibt…
leider ist unser Christentum heute zu äußerlich, wenig vertieft und nachhaltig. Der Bischof weist auf die christlichen Werte hin, wie Nächstenliebe, Toleranz …
Worte wie  “… und möge unser Zusammenleben geprägt sein vom festen Willen, aus der leidvollen Geschichte des 20. Jahrhunderts zu lernen, die auch unser Land verwundet und geprägt hat …“ sind von seinem Bemühen um Aktualität geprägt.

Hans_H
Hans_H
Tratscher
16 Tage 17 h

@Kurt
Wasser predigen, und Wein trinken!

Das sind die Tatsachen, die bisher von “unserer” Kirche praktiziert wurden. Und wenn dann noch jemand immer noch an das glaubt, was ihm erzählt wird, ist das seine Sache. Aber er soll aufhören, dasselbe von anderen zu verlangen.

ex-Moechteg.Lhptm.
ex-Moechteg.Lhptm.
Superredner
18 Tage 12 h

diese sprüche dürft ihr der merkel und der may auf den weg geben, nicht dem kleinen fussvolk…

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
18 Tage 11 h

Gerade das kleine Fußvolk regt sich heute ja über jede Kleinigkeit auf.

peterle
peterle
Superredner
18 Tage 10 h

@Neumi
Aber das kleine Fussvolk hat wenig Aussicht zu verändern.

traktor
traktor
Universalgelehrter
18 Tage 12 h

also sollen wir alles über uns ergehen lassen ohne uns zu wehren…

Staenkerer
18 Tage 10 h

tjo, es kling ba olle gleich:
mir müßen,
mir solln,
mir dorfn nit,
wenn sie des in 10- 20 sprochn übersetzatn, so das olle verstien wos gfordert werd ba ins kannts eppas obgebn, ober des hearsch ollm lei in insre londessprochn …

mandorr
mandorr
Tratscher
18 Tage 7 h

Ein starker Mann,der auch unbeirrt von Anfeindungen, ausspricht, was Sache ist

Blitz
Blitz
Superredner
17 Tage 15 h

Genau sGegntoal, a Schmetterer zin dovunlafn; Aroganz hoch 3 !!

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
16 Tage 21 h

Was ist denn Sache-VERTUSCHEN DER MISSBRÄUCHE IN DEN KLÖSTERN??????

Burgltreiber
Burgltreiber
Tratscher
18 Tage 8 h

mir orbatn jedn Tog firn Friedn…sein schun ondre dei keahrkemmen um unfriedn zu stiften!

lenzibus
lenzibus
Grünschnabel
17 Tage 21 h

Jo genau wiefiel Unfriehdn ischn ba ins in do Nochmaschoft orbatit semm ando dron fiern Friedn!

Leo 675
Leo 675
Tratscher
16 Tage 4 h

In südtirol herrsch jo volle viel unzufriedenheit!!! Dai dai seitet aml zufriedn des sumsere, als obs ins sofl letz gangat do🙈und ollm gebes di schuld in di migranten di schuld….des wisstet gonz genau dass mir do ah a schuld hobm, dasse iaz kemmn!!!

Weniger ist oft mehr isch meine devise
(Stärkt di zufriedenheit)
Net wegn jeder kleinigkeit ollm ah tamtam mochn, aml zufriedn sein!!!!!

Burgltreiber
Burgltreiber
Tratscher
15 Tage 10 h

@Leo 675 Die Schuld reich i weiter noch Rom!

meraner20
meraner20
Grünschnabel
18 Tage 9 h

Kriege hat es immer gegeben und wird es auch immer wieder geben. Von wem wird Kriegführen befohlen? Nicht vom Volk, sondern von den Führern der Völker; die Völker  müssen nur gehorchen, die Befehle ausführen.

rosenstock2017
rosenstock2017
Grünschnabel
18 Tage 7 h

Stimmt genau

lord schnee
lord schnee
Tratscher
18 Tage 4 h

wenns halt so einfach wäre: in den ersten weltkrieg sollen die menschen jubelnd gerannt sein. hiltler wurde legal an die macht gewählt. als er halb europa besiegt hatte, beuteten die soldaten die besetzten länder mit freude aus. erst als alles den bach runter ging war er nicht mehr der führer, sondern der diktator.

lenzibus
lenzibus
Grünschnabel
17 Tage 21 h

Und wehr ot die Führer gewählt is Volk nor ot dechto is Volk die Schulde!

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
17 Tage 22 h

Schon wenn ich den Mann reden höre mit seiner Stimme wird mir schlecht!!!!

Kurt
Kurt
Universalgelehrter
17 Tage 18 h

ist für mich einer der besten!!

WM
WM
Universalgelehrter
17 Tage 16 h

Jo stimm mir werd a schlecht aber die kirche wird immer leerer sind meistens nur noch alte leute drinnen die jungen glauben an sich selbst was a besser ist 😜😜😜

schreibt...
schreibt...
Grünschnabel
17 Tage 14 h

@MickeyMouse Niemand zwingt dich dazu!

Kurt
Kurt
Universalgelehrter
16 Tage 21 h

respektlose Bemerkung …

Leo 675
Leo 675
Tratscher
16 Tage 4 h

Jo muasdr leider zustimmn…isch anet mein foll….ober es zehlt dr inholt!

Savonarola
Savonarola
Universalgelehrter
18 Tage 9 h

diese Predigt geht sicher Richtung naher Osten und Afrika.

lord schnee
lord schnee
Tratscher
18 Tage 3 h

savonarola der bischof redet von unserer vergangenheit und den fehlern der christlichen kirchen. eine solche selbstkritik wird ja ansonsten immer gefordert. hier wäre sie. bleibt nur zu hoffen, dass der islam an seinen fehlern genauso scheitert wie die christlichen kirchen an ihren schon gescheitert sind.

lord schnee
lord schnee
Tratscher
18 Tage 4 h

recht hat er: wenn heute das christliche abendland verteidigt wird, ist das christentum wohl kaum gemeint. es ist eine leere hülse. würde man sie öffnen, würde man in ihr lauter sätze zum fundamentalistischen islam finden. irgendwie intressant.

lord schnee
lord schnee
Tratscher
17 Tage 16 h
😂😂😂lauter rote daumen😂😂warum bloß? das derzeitige gerede vom christlichen abendland besteht nur aus: wir sind nicht…, wir sind gegen… der islam ist… der islam will… was aber wäre der innerste kern des christlichen? was müsste sich im innersten erneuern? da würden wir ein echtes problem bekommen – der innerste kern ist und ihr roten daumen wisst das genauso gut wie ich eine schier unglaubliche ethik der gewaltlosigkeit, der gastfreundschaft gegenüber dem fremden und dem verstehen der eigenen projekten. das christentum ist das ende der eigenen verfolgermentalität und das ende jeder sündenbockdynamik. im besten sinne also heute und schon immer eine… Weiterlesen »
BEATS
BEATS
Grünschnabel
17 Tage 15 h

The kING of the north 👑

Kurt
Kurt
Universalgelehrter
16 Tage 21 h

das verstehe ich nicht 😊

krakatau
krakatau
Universalgelehrter
17 Tage 17 h

Wer in der “Demokratie”  nicht kritiklos mit dem Strom schwimmt wird genau so verfolgt wie im antiken Ägypten, Rom, zu Zeiten der Inquisition und  im 21. Jahrhundert bis auf den heutigen Tag

Leo 675
Leo 675
Tratscher
16 Tage 4 h

Mit enkere Hasskomentare megges bold gian!!!!
Iaz dr regelmäßige kirchngänger bin i grot net, ober jeder einzelne in dem lond hot es recht seine meinung frei auszuüben! Ober iaz mit hassparolen gegnen bischof muas wirklich net sein, bin iberhaupt ah seiner meinung!
Zuerst denkn donn mit verstond hondln, und net streit schiarn!!!!

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