Publikation

Das Raffele: Zitherinstrument im Mittelpunkt einer Neuerscheinung

Freitag, 08. Mai 2026 | 09:59 Uhr

Von: mk

Bozen – Mit dem vierten Band der Reihe “Südtiroler Volksmusik in Wort, Bild und Musik”, herausgegeben vom Referat Volksmusik in der Landesdirektion Deutsche und ladinische Musikschule, liegt eine neue Publikation zur Tradition des Raffelespiels vor. Erstmals wurden 24 Raffelestücke aus dem Spielgut der Dorf Tiroler Raffelemusig für das dreisaitige Raffele gesetzt und so einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Das Raffele ist ein einfaches Zitherinstrument, das vor allem im Tiroler Raum verbreitet ist. Seine Ursprünge reichen bis zum sogenannten Scheitholt zurück, das bereits 1619 von Michael Praetorius beschrieben wurde. Als ältestes Tiroler Raffele gilt ein Instrument aus dem Jahr 1675 aus dem Brixner Raum. Das unter dem Titel “Die Dorf Tiroler Raffelemusig und die Tradition des Raffelespiels in Südtirol” erschienene Heft befasst sich mit der Geschichte des Raffelespiels speziell im Meraner Raum. Während diese Tradition in vielen Teilen Südtirols bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Verschwinden begriffen war, konnte sie sich dort – insbesondere in Dorf Tirol und im Passeiertal – erhalten.

Eine der frühesten Bildquellen zeigt den Raffelespieler Josef Ungericht im Jahr 1915. Ebenso prägend für die Weitergabe der Tradition war Marianne Elsler (1907–2000), eine der ersten namentlich bekannten Raffelespielerinnen Südtirols und Begründerin der Dorf Tiroler Raffelemusig. Diese steht heute exemplarisch für die lebendige Weiterführung dieser Tradition. Seit vielen Generationen wird das Raffelespiel in wechselnden Besetzungen gepflegt und weiterentwickelt.

Die Publikation entstand auf Anstoß und in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der Dorf Tiroler Raffelemusig. Xaver Hernández und Florin Pallhuber verfassten dabei den Notenteil, der von Elisabeth Gamper vom Referat Volksmusik mit einer wissenschaftlich-historischen Einleitung ergänzt wurde. Persönliche Erinnerungen und Erzählungen verleihen dem Band zusätzliche Authentizität.

Das neue Heft ist bereits die dritte Notenausgabe des Referats Volksmusik, die dem Raffele gewidmet ist. Es folgt dem Heft “Raffele Musig” von Franz X. Kofler sowie dem Raffeleheft aus der Reihe der Alfred-Quellmalz-Sammlung.

Die Heftreihe “Südtiroler Volksmusik in Wort, Bild und Musik” ist eine Dokumentations-Reihe, die sich Gesang- oder Musikgruppen sowie einzelne Sängerinnen und Sänger oder Musikantinnen und Musikanten widmet, die die musikalische Volkskultur in Südtirol mitgeprägt haben. Dokumentiert wird ihr musikalisches Wirken anhand von Bildern, Noten, Aufnahmen und Erzählungen. In dieser Reihe bislang erschienen sind die Hefte “Die Bindergassler”, “Die Rittnerbuabm” und “Der Franz Mur und seine Fotzhobl”.

Die Publikationen sind kostenlos im Referat Volksmusik erhältlich.

Am Sonntag, 31. Mai, stellt die Dorf Tiroler Raffelemusig im Gasthaus Weinstube Andreas Hofer in Dorf Tirol das Heft in geselliger Runde vor.

Bezirk: Bozen

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