Pilotprojekt von der Umweltagentur initiiert

“Dicke Luft im Klassenzimmer”: Projekt wird ausgeweitet

Donnerstag, 13. September 2018 | 16:40 Uhr

Bozen – Zwischen Januar und April dieses Jahres wurde im Rahmen der Initiative “Dicke Luft im Klassenzimmer” in 115 deutschen Schulklassen zwei Wochen lang die CO2-Konzentration und das Lüften der Klassenzimmer in Eigenverantwortung überwacht. Bei geschlossenen Türen und Fenstern wurde der CO2-Schwellenwert (1400 parts per milion, ppm) nach nur einer halben Stunde überschritten. In geschlossenen Räumen können bereits innerhalb kurzer Zeit Konzentrationen an CO2 erreicht werden, die viermal höher sind als im Freien. Mit den CO2-Messgeräten des Labors für physikalische Chemie wurden die Messungen zur CO2-Konzentration von den Klassen autonom durchgeführt. Dabei wurde die Notwendigkeit festgestellt, mindestens jede halbe Stunde fünf Minuten lang richtig zu lüften. Werden Klassenzimmer nicht genügend gelüftet, steigt neben der Konzentration an CO2 auch die Anzahl der Keime in der Luft und in der Folge die Ansteckungsgefahr für Krankheiten. Durch regelmäßiges Lüften der Klassenräume kann auch die Belastung durch eventuell vorhandene Luftschadstoffe wie Stäube gesenkt werden.

An dieser Initiative der Landesagentur für Umwelt und des deutschen Bildungsressorts, die bereits im Schuljahr 2015/2016 erstmals gestartet wurde, beteiligten sich 1550 Schülerinnen und Schüler und 30 Lehrpersonen. Mittels Fragebögen wurde erhoben, wie erfolgreich die Aktion war und welche Maßnahmen in den Schulen sofort umgesetzt werden konnten. Die Rücklaufquote der Befragung lag zwar nur bei 50 Prozent, jedoch haben sich 95 Prozent der Schüler zur Initiative sehr positiv geäußert und geantwortet, dass das CO2-Messgerät eigentlich immer in der Klasse stehen sollte.

Im Schuljahr 2018/2019 wird die Aktion “Dicke Luft im Klassenzimmer”aufgrund der großen Nachfrage wieder angeboten und  zudem auch auf die ladinischen und italienischen Schulen ausgeweitet. Durch das Projekt soll den Schülern und Lehrern gezeigt werden, wie das Klima in den Klassenräumen durch richtiges Lüften verbessert werden kann.

Weitere Informationen über das Projekt Dicke Luft im Klassenzimmer und die Anmeldeformulare dazu stehen online auf der Seite der Landesagentur für Umwelt zur Verfügung. Auf dem YouTube-Kanal des Landes Südtirol ist außerdem ein entsprechendes Video zu finden.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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1 Kommentar auf "“Dicke Luft im Klassenzimmer”: Projekt wird ausgeweitet"


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Tratscher
7 Tage 1 h

Wichtiger wäre die Akustik in den Klassenräumen!
Gegen schlechte Luft kann man Lüften…aber gegen schlechter Akustik? Tinitus, Hörsturz, Kopfschmerzen, schlechte Konzentration usw. sind die Folgen

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