Klavierlegende Arcadi Volodos spielt mit dem Haydn Orchester

Ein „Genie am Klavier“ in Bozen

Montag, 10. April 2017 | 14:45 Uhr

Bozen – Unter der Leitung seines Chefdirigenten Arvo Volmer spielt das Haydn Orchester Werke von Sibelius, Schostakowitsch und Brahms. Solist ist die Klavierlegende Arcadi Volodos.

Am 11. April spielt das Haydn Orchester unter seinem Chefdirigenten Arvo Volmer im Konzerthaus Bozen das 1906 uraufgeführte Tanz-Intermezzo „Pan und Echo“ (Pan och Echo) von Jean Sibelius, die 1945 vollendete neunte Sinfonie in Es-Dur, op. 70 von Dimitri Schostakowitsch sowie das Klavierkonzert Nr. 2 in B-Dur op. 83 von Johannes Brahms, das aufgrund seiner Länge eigentlich eine Sinfonie mit Klaviersolo ist. Solist ist an diesem Abend der legendäre russische Pianist Arcadi Volodos. Schostakowitschs Sinfonie – die den ersten Teil dieses Konzertabends abschließt – ist da schon wesentlich kürzer: Mit seiner neunten Sinfonie sollte er den Sieg der roten Armee – und nicht zuletzt den Generalissimus Stalin – mit einem grandiosen Werk feiern. Doch der Komponist verweigerte sich diesen Erwartungen und legte ein mit grotesken Elementen angereichertes Werk vor, das allen Bombast vermeidet und – ironisch – mit einem Zirkusmarsch endet. Das Konzert beginnt in Bozen um 20.00 Uhr und wird am 12. April in Trient (Auditorium, 20.30 Uhr) wiederholt.

Der als „Genie am Klavier” gefeierte Arcadi Volodos zählt zu den herausragenden Pianisten der Gegenwart. Ob im Konzert oder auf CD, immer besticht in seinem Spiel die Mischung aus atemberaubender technischer Virtuosität und ebenso tiefsinniger wie ausdrucksvoller Musikalität. 1972 in St. Petersburg geboren, begann Arcadi Volodos erst 1987 eine ernsthafte musikalische Ausbildung am dortigen Konservatorium und setzte anschließend seine pianistischen Studien am Moskauer Konservatorium bei Galina Egizarowa, später am Pariser Konservatorium bei Jacques Rouvier und in Madrid an der Escuela Superior de Musica Reina Sofia bei Dimitry Bashkirov fort.

Da das Phänomen ‚Wettbewerb’ seiner Vorstellung von Musik fremd ist, weigerte er sich an solchen teilzunehmen und verzichtete deshalb zuerst darauf, eine Solisten-Laufbahn einzuschlagen.  Seine kometenhafte Karriere begann mit einem glücklichen Zufall: Ein führender Mitarbeiter des Labels Sony Classical war 1996 auf einer Geschäftsreise, als ein französischer Freund ihn drängte, sich kurzfristig einen talentierten Pianisten anzuhören, der ihm privat gerne einige Stücke vorspielen würde. Das Vorspiel fand in einem kleinen Haus in Antibes an der Côte d’Azur statt und der Sony Classical Mitarbeiter war von dem überragenden Talent von Volodos derart begeistert, dass er ihm sofort einen Exklusivvertrag anbot. Das erste Album mit spektakulären Transkriptionen, die Volodos teilweise selbst geschrieben hatte, erschien im Herbst 1997 und sorgte, begleitet von den ersten Live-Konzerten des Pianisten, für unerhörtes Aufsehen. 1999 veröffentlichte Sony Classical Volodos’ legendäres Carnegie Hall Recital Debüt aus dem Jahr 1998. Auch diese CD wurde mit etlichen Auszeichnungen bedacht. Im April 2017 erscheint bei Sony Classical sein neues Album mit Musik von Johannes Brahms („Volodos plays Brahms“).

Tickets: Stadttheater, Verdiplatz 40, 39100 Bozen Tel 0471 053800

www.haydn.it

Von: pf

Bezirk: Bozen

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