Quergedacht

Ein ungewöhnlicher Schultag in der Savoy

Montag, 07. Mai 2018 | 12:16 Uhr

Meran – Um die Perspektive zu wechseln, braucht es oft jede Menge Mut. Das zeigten heute 200 Schüler*innen der Landesberufsschule für Gastgewerbe Savoy in Meran. Sie nahmen an neun Workshops zu den Themen soziale Gerechtigkeit, nachhaltige Wirtschaftsformen und friedliches Zusammenleben teil und stellten ihre eigenen Sichtweisen kritisch in Frage. Organisiert wurde der Schultag von der oew-Organisation für Eine solidarische Welt, dem Netzwerk der Südtiroler Weltläden und der youngCaritas.

Globale Zusammenhänge verstehen, lokale Alternativen wahrnehmen und eigene Sichtweisen hinterfragen: Darum ging es heute in den ersten und zweiten Klassen der Berufsschule Savoy in Meran. Einen ganzen Vormittag lang beschäftigten sich die angehenden Gastwirt*innen spielerisch und interaktiv mit den brisanten Themen.

„Wichtig ist uns, dass bereits Schüler*innen ihre Verhaltensweisen hinterfragen und Alternativen kennenlernen. Die Berufsschule Savoy bildet  zukünftige Gastwirt*innen aus, auf die verantwortungsvolle Entscheidungen warten – sowohl im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit neuen Mitbürger*innen als auch im Umgang mit Ressourcen“, erklärt Verena Gschnell, oew-Bildungsreferentin und Bereichsleiterin für Bewussten Konsum.

Auch Brigitte Gritsch von den Südtiroler Weltläden betont den Wert einer solchen Initiative: „Es geht uns auch darum,  die Schüler*innen zu wichtigen Themen wie den fairen Handel und die Nachwirkungen des Kolonialismus zu sensibilisieren. Jede*r einzelne*r von uns trifft täglich Entscheidungen, die sich auf die Weltwirtschaft auswirken und jede*r einzelne*r von uns hat die Möglichkeit, etwas zu verändern.“

„Wenn wir es durch unsere Bildungsarbeit schaffen, dass sich junge Leute mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen, dann haben wir bereits ein großes Ziel erreicht“, zeigt sich oew-Geschäftsführer Matthäus Kircher zuversichtlich.

Für die Schüler*innen gab es an diesem „ungewöhnlichen“ Schultag jedenfalls reichlich zu entdecken, zu hinterfragen und zu diskutieren: In den Workshops „Lebendige Bibliothek“ und „Ausländer*innen willkommen?“  wurden beispielsweise Stereotype und Berührungsängste mit Menschen mit Migrationshintergrund hinterfragt und abgebaut. In den Workshops „Bananenkoffer“, Schokokoffer“ und „Jeanskoffer“ wurde den (un)fairen Herstellungsbedingungen und Lieferketten von Produkten aus dem Globalen Süden nachgeforscht und im Workshop „Kolonialismus 2.0“  ging es bei interaktiven Übungen um die Nachwirkungen des europäischen Kolonialismus.

Darum, dass das Gelernte nicht nur Theorie bleibt, bemüht sich eine weitere Initiative, welche die Weltläden Ende Mai gemeinsam mit der Berufsschule Savoy zum Thema organisieren: die „Fair and Local Cooking Night“.

Von: luk

Bezirk: Burggrafenamt

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