"Auch die Internierten des KZ Blumau miteinschließen"

Gedenkfeier am Duchgangslager Bozen: Kritik des SHB

Sonntag, 27. Januar 2019 | 16:42 Uhr

Bozen – Der Südtiroler Heimatbund übt Kritik an der Gedenkfeier für die Opfer des Nazifaschismus in Bozen. “Bei der heutigen Gedenkfeier für die Internierten des Bozner Lagers und aller Opfer des Nazifaschismus an der Mauer in der Reschen Straße fand es Bürgermeister Caramaschi wieder nicht notwendig, auch nur ein deutsches Wort an die Anwesenden zu richten. Dabei hätte ein „Guten Morgen“ genügt, um seinen guten Willen zu zeigen. Caramaschi ist der deutschen Sprache halbwegs mächtig und hebt gerne hervor, Bürgermeister aller zu sein. Als Obmann des SHB habe ich wie alle Jahre der Gedenkveranstaltung beigewohnt”, so Roland Lang. “Da die Feier von der Gemeinde Bozen organisiert wird, habe ich mir zweisprachige Ansprachen erwartet. Landeshauptmannstellvertreter Arnold Schuler sprach auch richtigerweise in beiden Landessprachen.”

“Wie von den wenigen deutschen Teilnehmern erwartet, hat niemand der Redner das damals ebenfalls in Südtirol errichtete „Campo di Concentramento Prato Isarco“ in Blumau erwähnt. Dabei wurde dieses faschistische Internierungslager in den italienischen Dokumenten immer als „Campo di concentramento“ bezeichnet. Im vergangenen Herbst wurde in Blumau endlich auch für diese Häftlinge eine Gedenktafel eingeweiht und Buchautor Günther Rauch hat eine Dokumentation über die Geschichte und die Misshandlungen in diesem Lager vorgestellt. Zeitweise waren hier an die 3.000 Personen eingesperrt! Daran, dass die Gefangenen ihrer Freiheit beraubt waren, ließen Stacheldraht, 66 Scharfschützen, Schwarzhemden und tägliche Appelle keinen Zweifel aufkommen. Für eine vorbereitete Massenerschießung wurden Belege gefunden. So wie die vielen italienischen Konzentrationslager in Ost- und Nordafrika, in Griechenland und in Slowenien während des Weltkrieges, passen solche „Einrichtungen“ aber nicht in das Geschichtsbild über das „Ventennio Fascista“ bzw.  die italienische Geschichtsaufarbeitung”, so Lang.

Der Südtiroler Heimatbund schlägt vor, “auch die Internierten des „Campo di Concentramento Prato Isarco“ bei der Gedenkfeier im Durchgangslager Bozen miteinzuschließen und dieses Gedenken damit zu einer Landesfeier aufzuwerten.”

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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5 Kommentare auf "Gedenkfeier am Duchgangslager Bozen: Kritik des SHB"


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krakatau
krakatau
Universalgelehrter
21 Tage 21 h

Alle Jahre dasselbe Geschrei. Vielleicht sollte man auch einmal der 12 Mio. Deutschen gedenken die nach dem Krieg umgekommen sind durch Vertreibung, Verfolgung und Not

Sag mal
Sag mal
Kinig
21 Tage 7 h

krakatau.Da hätten die Russen,Amerikaner,Eng….. ..auch unendlich wieder gut zu machen.Aber Das wär mit Geld nicht möglich.Ich rate zu Büchern Die die Vergewaltigungen bis zum Tode an Frauen und Kindern schildern!

denkbar
denkbar
Kinig
21 Tage 20 h

Nie wieder soll es Nationalismus geben, nie wieder solch ein Horror wir den Holocaust. Nie wieder Diktatur in Europa.

m69
m69
Kinig
21 Tage 16 h

Denkbar@

Sie sind in der Tat sehr komisch, ich würde wohl eher sagen besser wäre keine Diktatoren auf der ganzen Welt, sind die wir Europäer besser oder wichtiger als der Rest der Welt?

Savonarola
Savonarola
Universalgelehrter
21 Tage 21 h

auf dem Foto sieht man, dass da alle jene Behörden mitmachen, die noch bis zum Vortag mit ihrem capo “con mille morti siederemo al tavolo dei vincitori” wollten.

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