Grab in München

Gedenktafel für Max Valier

Mittwoch, 07. Oktober 2020 | 19:24 Uhr

Bozen/München – Bei einer Gedenkfeier am Grab von Max Valier in München wurde am Sonntag, 4. Oktober seines 90. Todestages und zugleich seines 125. Geburtstages gedacht. Bayerns Innenminister und erster Vorsitzender der Bayern-Südtirol Gesellschaft, Joachim Herrmann, Südtirols Alt-Landeshauptmann Luis  Durnwalder und Claudia Plaikner und Josef Oberhofer vom Heimatpflegeverband Südtirol gaben dem bekannten Südtiroler die Ehre. Gekommen war auch Bundestagsvizepräsident a.D. Johannes Singhammer.

Max Valier, geboren im heutigen IDM-Gebäude am Pfarrplatz in Bozen, war ein Pionier in Sachen Raketenbau. Seine ersten Erfolge erzielte er mit Raketenautos. Mit einem Raketenschlitten stellte er 1929 am zugefrorenen Starenberger See den damaligen Geschwindigkeitsrekord von 400 Stundenkilometern auf. Ein Jahr später starb Valier mit 35 Jahren bei der Explosion eines neuartigen Triebwerkes in Berlin. Er gilt als bedeutender Wegbereiter der Raketentechnik – er wollte schon damals zum Mond fahren – und gleichzeitig als ihr erstes Todesopfer. Begraben wurde Valier am Westfriedhof in München.

Seit bald 30 Jahren kümmert sich der Geschäftsführer des Südtiroler Heimatpflegeverbandes, Josef Oberhofer, persönlich um die Pflege des Grabes, nachdem es viele Jahre vergessen und beinahe aufgelassen worden wäre. Ein Münchner Taxifahrer habe einem Südtiroler Magazin den Hinweis gegeben, dass das Grab eines bekannten Südtirolers in München sehr vernachlässigt sei. „In der Folge hat sich Norbert Mumelter vom Bozner Museumsverein darum gekümmert und seit 1990 kümmere ich mich großteils privat um die Pflege und den Erhalt des Grabes“, so Josef Oberhofer.

Innenminister Joachim Herrmann, ein Südtirolfreund und erster Vorsitzender der Bayern-Südtirol Gesellschaft nannte Max Valier einen Vordenker, “ohne den die heutige Weltraumtechnologie kaum denkbar ist”. Valier sei außerdem ein gutes Beispiel für die Bayerisch-Südtiroler Beziehungen. „Gerade in Coronazeiten müssen und können die beiden Länder und ihre Einwohner noch enger zusammenarbeiten“, so der Innenminister.

Alt-Landeshauptmann Luis Durnwalder, ebenfalls ein Mitglied der Bayern-Südtirol Gesellschaft, dankte dem Heimatpflegeverband für die Initiative zur Gedenkfeier. Auch er wünschte sich, dass trotz Corona-Krise die zwischenmenschlichen Kontakte besonders auch zwischen Bayern und Südtirol nicht zu kurz kommen.

David Gruber, ein ausgewiesener Valier-Experte und Vizepräsident des Vereins der Amateurastronomen Max Valier, sprach auch von Valiers publizistischen Meisterleistung. Tiefer darauf ein ging Karlheinz Rohrwild vom Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum in Feucht, der die größte private Sammlung von Valier-Materialien besitzt.
Zum Abschluss der Feier wurde eine Bronzetafel enthüllt, die als bleibende Erinnerung an den Südtiroler Raketenpionier in München dient.

Von: bba

Bezirk: Bozen

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