Jordi Savall hat bald 250.000 Euro in den Händen

Jordi Savall erhält heuer den Ernst von Siemens Musikpreis

Donnerstag, 22. Januar 2026 | 11:21 Uhr

Von: apa

Die Alte-Musik-Ikone Jordi Savall erhält den Ernst von Siemens Musikpreis 2026, der mit seiner Dotierung von 250.000 Euro gleichsam als der Nobelpreis der Musik gilt. Der spanische Dirigent und Gambist wird dabei für sein Lebenswerk ausgezeichnet, teilte die den Preis vergebende Stiftung am Donnerstag mit. Er tritt dabei in die Fußstapfen von Musikgrößen wie Olga Neuwirth, die 2022 ausgezeichnet wurde.

Der 84-jährige Savall erhält die Ehrung am 23. Mai im Münchener Prinzregententheater, wobei der Violinist Èdouard Mätzener die Laudatio hält. “Savall hat als Musiker, als Forscher und als Vermittler Wegweisendes für die Alte Musik und die historische Aufführungspraxis geleistet. Seine Konzerte und Studioaufnahmen haben Referenzcharakter”, streute die Jury dem Geehrten Rosen.

Der Forscher und passionierte Lehrer im Bereich der Alten Musik und Begründer des Originalklangensembles Hespèrion XX (heute Hespèrion XXI), des Orchesters Le Concert des Nations und des Vokalensembles Capella Reial de Catalunya hob auch das Label Alia Vox aus der Taufe, auf dem bis dato 230 Titel veröffentlicht wurden. 2018 folgte unter seiner Ägide das Ensemble Orpheus XXI für geflüchtete Musikerinnen und Musiker aus Nordafrika und dem arabischen Raum.

Demnächst wieder in Österreich zu erleben

Mit seinen Formationen ist der rüstige Savall auch im reiferen Alter beständig auf Tour und dabei immer wieder auch in Österreich zu Gast. Das nächste Mal ist Jordi Savall bereits am 26. Jänner in der Salzburger Stiftung Mozarteum mit seinem Le Concert des Nations zu erleben. Am 24. und 26. Juli folgen in der Grazer Helmut-List-Halle Konzerte mit Hespèrion XXI sowie dem Concert des Nations.

Überdies vergab die Ernst-von-Siemens-Musikstiftung am Donnerstag auch wieder die Förderpreise Komposition, die mit je 35.000 Euro und der Veröffentlichung dotiert sind. Hier können sich die 1992 geborene, britische Tonsetzerin Bethan Morgan-Williams, der 1993 geborene Armenier Hovik Sardaryan und die 1989 geborene Australierin Kitty Xiao freuen. Die Förderpreise Ensemble werden an No Hay Banda aus Kanada und das Ensemble for New Music Tallinn aus Estland verliehen. Insgesamt erhöhte die Ernst-von-Siemens-Musikstiftung heuer ihr Förderbudget und vergibt nun in Summe 4,3 Mio. Euro an Fördermitteln, wovon 3,3 Mio. Euro in zeitgenössische Musikprojekte weltweit fließen.

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