Achtes Glaziologiecamp im Nationalpark Stilfserjoch

Jugendliche forschen am Gletscher

Mittwoch, 19. September 2018 | 10:49 Uhr

Stifls – Eine geführte Gletscherwanderung auf die Suldenspitze stand beim diesjährigen Glaziologiecamp im Nationalpark Stilfserjoch unter anderem auf dem Programm. Insgesamt nahmen 22 naturinteressierte Oberschülerinnen und Oberschüler aus sieben italienischsprachigen und sechs deutschsprachigen Oberschulen des Landes an diesem einzigartigen Projekt teil. Die Initiative fand in der vergangenen Woche vom 11. bis 15. September statt und wurde zum achten Mal von der Pädagogischen Abteilung der Deutschen Bildungsdirektion und der “Area Pedagogica” des Italienischen Bildungsressorts gemeinsam organisiert.

Die Jugendlichen unternahmen Exkursionen, verfolgten Vorträge, erforschten selbstständig das Gletschervorfeld und bekamen dadurch, mit Unterstützung von Experten und Expertinnen, Einblick in das Ökosystem Hochgebirge. Neben der Geologie standen auch wissenschaftliches Arbeiten sowie das höchst aktuelle Thema Wolf und Bär in den Alpen im Mittelpunkt.

Projektkoordinatorin Susanne Hellrigl von der Pädagogischen Abteilung freute sich über das Interesse der Schülerinnen und Schüler: “Die fachlichen Anregungen aus den verschiedenen naturwissenschaftlichen Disziplinen können den Maturanten und Maturantinnen Orientierung für ihre angehende Studien- oder Berufswahl bieten”, so Hellrigl. “In einer Zeit, in der wir für eine intakte Umwelt kämpfen müssen, ist es wichtig, dass die jungen Leute sensibilisiert werden für die Natur und deren komplexe Zusammenhänge”, betonte sie.

Das Programm war entsprechend vielfältig aufgebaut: Christian Aspmair, Lehrer und Geologe, führte die Gruppe in die Gesteinswelt ein. Der Gletscherforscher Giuliano Bertagna erzählte von seinen Erfahrungen, die er bei Gletscherbohrungen auf Gletschern im Tibet gewonnen hat. Davide Righetti vom Amt für Jagd und Fischerei präsentierte den Jugendlichen die aktuellen Zahlen zur Verbreitung und zum Vorkommen der Großraubsäuger Wolf und Bär und vertiefte dabei auch die hochinteressanten biologischen und ökologischen Aspekte. In diesem Zusammenhang sprach er auch den Konflikt zwischen Mensch und Großraubsäugern hierzulande an. Die Schülerinnen und Schüler waren dazu angehalten, sich aufgrund wissenschaftlicher Daten und sachlicher Informationen selbst eine Meinung zu dieser Thematik zu bilden.

Christian Pentori, Förster des Landesamtes für den Nationalpark Stilfserjoch, hatte einige Tage vorher Fotofallen im Gebiet installiert, die dann gemeinsam ausgewertet wurden. Bär oder Wolf waren darauf zwar nicht zu sehen, dafür aber Rehe, Murmeltiere, Hirsch und Gämse.

Die naturbegeisterten Jugendlichen, die in einem Berghotel untergebracht waren, fanden sich über ihre gemeinsamen Interessen als Gruppe gut zusammen und konnten in ungezwungener Atmosphäre auch ihre Kompetenzen in der jeweils anderen Landessprache anwenden.

Am 9. Oktober werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei den “Giornate delle scienze” an der Europäischen Akademie Eurac in Bozen die erarbeiteten Präsentationen zu den Themen des Camps vorstellen.

Von: mk

Bezirk: Vinschgau

Kommentare

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5 Kommentare auf "Jugendliche forschen am Gletscher"


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anonymous
anonymous
Superredner
1 Monat 2 Tage

Der Gletscher macht was er will,da braucht es keine Forscher

lnykoxvk
lnykoxvk
Neuling
1 Monat 2 Tage

Wie begrenzt muss dein geistiger Horizont sein? Wo braucht es deiner Meinung nach Forscher? In der Medizin? Ach, nein, der menschliche Körper macht was er will…
Fahr mal raus aus Südtirol und sieh dir die große weite Welt an. Hat deutlich mehr zu bieten, als deinen schattigen Hinterhof.

amme
amme
Superredner
1 Monat 2 Tage

isch do no a gletscher?

Geri
Geri
Superredner
1 Monat 2 Tage

Ich finde es gut, dass man Interessierten unsere Natur verständlich und praktisch vorstellt. Nur so kann man die Leute mehr zu Themen der Natur senibilisieren. Zehnmal lieber eine praktische Lehrstunde in der freien Natur, als diese digitalen Theorieweisheiten, die nicht immer für jeden verständlich sind.

oha
oha
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

sehr cool!! des hobmsie zu meine zeiten no net unternommen

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