Warum junge Menschen mehr zu sagen haben, als viele Erwachsene denken

Jung, engagiert und trotzdem unterschätzt

Samstag, 29. August 2026 | 17:13 Uhr

Von: Redaktion Südtirol News

Bozen – „Du bist noch jung, du wirst das schon noch verstehen“ – ein Satz, den viele Jugendliche kennen. Oft wird man aufgrund seines Alters weniger ernst genommen oder bekommt das Gefühl, dass die eigene Meinung nicht so viel zählt. Doch ist das Alter wirklich entscheidend dafür, ob jemand eine Meinung vertreten oder Verantwortung übernehmen kann?

Darüber haben wir mit Kevin Pichler aus St. Martin in Passeier gesprochen. Kevin ist 17 Jahre alt und engagiert sich bereits in vielen verschiedenen Bereichen. Er ist in der Jungen SVP, im Landesschulrat, im Landesbeirat der Schülerinnen und Schüler im Jugendbeirat und außerdem in zahlreichen Vereinen aktiv. Sein Engagement zeigt, dass Jugendliche durchaus bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und sich für ihre Mitmenschen einzusetzen.

„Man sollte uns nicht unterschätzen“

Für Kevin ist es wichtig, dass Jugendliche ernst genommen werden. „Nur weil man 17 Jahre alt ist, heißt das nicht, dass man keine eigene Meinung hat“, erklärt er. Gerade junge Menschen würden sich intensiv mit Themen beschäftigen, die ihre Zukunft betreffen.

Ob Politik, Schule, Vereine oder das Zusammenleben in der Gesellschaft – Jugendliche seien überall ein wichtiger Teil. Trotzdem werde ihre Meinung manchmal weniger ernst genommen als die von Erwachsenen.

„Ich glaube, dass Jugendliche oft unterschätzt werden, weil Erwachsene aufgrund ihres Alters automatisch mehr Erfahrung haben. Aber Erfahrung bedeutet nicht, dass eine junge Person keine guten Ideen haben kann“, sagt Kevin.

Engagement statt nur Zuschauen

Kevin selbst möchte nicht einfach nur zuschauen, sondern etwas bewegen. Durch seine verschiedenen Tätigkeiten bekommt er die Möglichkeit, die Interessen junger Menschen einzubringen und bei unterschiedlichen Themen mitzudiskutieren.

Besonders wichtig ist ihm dabei, dass Jugendliche nicht nur über ihre Zukunft sprechen, sondern auch selbst daran mitarbeiten können. „Wenn wir unsere Meinung nicht sagen dürfen, können wir auch nichts verändern“, meint Kevin.

Sein Engagement zeigt außerdem, dass viele Jugendliche durchaus bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. In Vereinen lernen junge Menschen beispielsweise, im Team zu arbeiten, Aufgaben zu übernehmen und sich für andere einzusetzen. Auch politische und schulische Gremien bieten Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Ideen einzubringen.

Jugendliche wollen gehört werden

Natürlich bedeutet das nicht, dass Jugendliche immer recht haben. Auch junge Menschen können sich irren. Aber genau wie Erwachsene sollten sie die Möglichkeit bekommen, ihre Meinung zu äußern und aus ihren Erfahrungen zu lernen.

„Vielleicht liegt genau darin das Problem: Jugendliche bekommen oft gesagt, dass sie erst noch Erfahrungen sammeln müssen. Gleichzeitig bekommen sie aber nicht immer die Möglichkeit, diese Erfahrungen selbst zu machen“, meint der 17-Jährige.

Kevin sieht deshalb vor allem einen Wunsch: mehr Vertrauen. „Man muss Jugendlichen auch etwas zutrauen. Wenn man uns immer nur sagt, dass wir zu jung sind, können wir nie zeigen, was wir eigentlich können.“

Die Zukunft gehört den Jungen

Jugendliche sind nicht nur die Zukunft – sie sind bereits heute ein Teil der Gesellschaft. Sie gehen zur Schule, arbeiten, engagieren sich in Vereinen, diskutieren über Politik und setzen sich für ihre Interessen ein.

Kevin Pichler ist ein Beispiel dafür, dass Alter nicht unbedingt etwas darüber aussagt, wie engagiert oder verantwortungsbewusst jemand ist. Mit 17 Jahren ist er bereits in verschiedenen Bereichen aktiv und versucht, die Interessen junger Menschen einzubringen.

Vielleicht sollten Erwachsene deshalb manchmal weniger darauf schauen, wie alt jemand ist, und mehr darauf, was diese Person zu sagen hat.

Denn am Ende zählt nicht die Zahl auf dem Ausweis, sondern die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, sich einzubringen und etwas zu verändern.

Bezirk: Bozen

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