Von: mk
Innsbruck – In einer gemeinsamen Veranstaltung des Literaturhauses am Inn, des Forschungsinstituts Brenner-Archiv und des ladinischen Kulturinstituts Istitut Ladin “Micurá de Rü” sowie der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino sind Karl Felix Wolff und seine Bedeutung für die Dolomitenregion im Mittelpunkt gestanden. Ursula A. Schneider, stellvertretende Leiterin des Brenner-Archivs, führte durch den Abend, begleitet von der Karl-Felix-Wolff-Expertin, em. Prof. Ulrike Kindl (Università Ca’Foscari, Venedig).
Karl Felix Wolff und sein literarischer Nachlass
Karl Felix Wolff hatte in seinem Bestseller “Dolomitensagen” (1913) und in der “Monographie der Dolomitenstraße” (1908) die Sage vom Zwergenkönig Laurin und seinem Rosengarten zu einem zentralen Symbol für die Dolomiten gemacht. Ulrike Kindl erläuterte, wie Wolff die mittelhochdeutsche “Maere” von Laurin mit den ladinischen Überlieferungen über die “Enrosadüra” – das berühmte Alpenglühen – verbunden hatte.
Laut Kindl geraten viele der historischen und politischen Hintergründe oft in Vergessenheit, die den touristischen Aufstieg des Dolomitengebiets im 20. Jahrhundert begleiteten. Wolff, der “Barde der Bleichen Berge”, habe nicht nur die Tourismusgeschichte geprägt, sondern auch die Kulturgeschichte Ladiniens und Südtirols, insbesondere im Spannungsfeld der regionalen Mehrsprachigkeit.
Ulrike Kindl hatte für ihr neues Buch “Kritische Lektüre der Dolomitensagen Bd. III: König Laurin und sein Rosengarten” (San Martin de Tor: Istitut Ladin “Micurá de Rü”, 2025) ausführlich im Nachlass von Karl Felix Wolff im Brenner-Archiv geforscht.
Das Brenner-Archiv
Das Forschungsinstitut Brenner-Archiv der Universität Innsbruck gilt als bedeutendste Dokumentationsstelle für literarische Nachlässe und Zeitdokumente im deutschsprachigen Tirol. Auch für die ladinische Minderheit besitzt das Archiv große historische Bedeutung, da hier Dokumente über ladinische Aktivistinnen und Aktivisten sowie literarische Nachlässe mit Bezug zu Ladinien, darunter der von Karl Felix Wolff, aufbewahrt werden.




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