Von: apa
Der deutsche Autor Thomas Melle (51) wird für sein herausragendes literarisches Schaffen mit dem Kleist-Preis 2026 ausgezeichnet. Das gab sein Verlag Kiepenheuer & Witsch am Montag bekannt. Anlässlich des bevorstehenden 250. Geburtstags von Heinrich von Kleist im Jahr 2027 wurde die Dotierung des Preises erhöht und beträgt in diesem Jahr erstmalig 30.000 Euro, hieß es in einer Aussendung. Die Preisverleihung findet am 22. November im Deutschen Theater Berlin statt.
Über den Kleist-Preis entscheidet traditionell eine von der Jury der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft gewählte Vertrauensperson. In diesem Jahr war dies der Verleger Heinrich von Berenberg. In seiner Begründung schrieb Berenberg: “Niemandem unter den deutschsprachigen Gegenwartsautor:innen ist es gelungen wie Thomas Melle, dem gesellschaftlichen Leben des 21. Jahrhunderts, wie wir es kennen, einen so realistischen wie kunstvoll gearbeiteten Spiegel vorzuhalten. Wer hinein blickt, wer diesen Autor liest, dessen Leben wird verändert, und mehr kann Literatur eigentlich nicht tun”. Weiters hieß es: “Sein im besten Sinne verstörendes Werk stellt Thomas Melle an die Seite des Namensgebers dieses Preises, der schon von seiner Welt meinte, ihm sei auf ihr nicht mehr zu helfen. Den Kleist-Preis hat dieser Autor mehr als verdient.”
Buchpreisnominierungen für viele Romane
Thomas Melle wurde am 17. März 1975 in Bonn geboren, studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und Philosophie in Tübingen, Austin (Texas) und Berlin, wo er heute lebt. Sein Debütroman “Sickster” (2011) war auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis und wurde mit dem Franz-Hessel-Preis ausgezeichnet. 2014 folgte der Roman “3000 Euro”, 2016 “Die Welt im Rücken”, die beide auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis standen. “Die Welt im Rücken”, worin Melle seine bipolare Störung thematisiert, wurde in 22 Sprachen übersetzt. “Das leichte Leben” erschien 2022, 2025 dann “Haus zur Sonne”, das für den Deutschen Buchpreis und für den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis nominiert war.
Den Kleist-Preis erhielten bereits Bertolt Brecht, Robert Musil oder Anna Seghers. Nach Wiederbegründung 1985 gehörten unter anderem Alexander Kluge, Heiner Müller, Ernst Jandl, Monika Maron, Herta Müller, Daniel Kehlmann oder Clemens J. Setz zu den Preisträgern.
(S E R V I C E – https://heinrich-von-kleist-gesellschaft.de/kleist-preis/ )




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