Von: mk
Bozen/Meran – Am 17. Februar dirigiert Vimbayi Kaziboni das Haydn Orchester im Konzerthaus in Bozen. Der Abend beginnt dort mit Györgi Ligetis „Concert Românesc”. Auf die Uraufführung von „Púrpura” für Bratsche und Orchester von Filippo Del Corno – einem Auftragswerk der Stiftung Haydn und des Orchestra I Pomeriggi Musicali – folgt als Finale Beethovens 5. Sinfonie. Solist ist Timothy Ridout (Bratsche, im Bild, Anm.). Das Konzert beginnt in Bozen um 20.00 Uhr und wird am 18. Februar in Trient (Auditorium, 20.30 Uhr) wiederholt. Am 19. Februar um 20.00 Uhr steht Vimbayi Kaziboni im Kursaal in Meran am Pult des Haydn Orchesters. Auch in der Kurstadt spielt das Orchester die beiden Meisterwerke von Ligeti und Beethoven – „Púrpura” von Filippo Del Corno entfällt.
1949, als ich 26 Jahre alt war, erlernte ich am Folklore-Institut in Bukarest das Aufzeichnen von Volksliedern nach Gehör von Wachsrollen. Viele Melodien blieben in meinem Gedächtnis haften: Daraus entstand 1951 das „Rumänische Konzert”, erzählt György Ligeti. Die öffentliche Aufführung des Stücks, das den „schrägen” Sound der Dorfkapellen übernimmt, wird verboten, denn „in der stalinistischen Diktatur war selbst Folklore nur in politisch korrekter Form erlaubt”. Der Abend endet mit einem Highlight der europäischen Musikgeschichte – Beethovens 5. Sinfonie, die mit der berühmten Eingangssequenz dramatisch in c-Moll beginnt und triumphierend in C-Dur endet.
Der in Simbabwe geborene Dirigent Vimbayi Kaziboni wird für seinen tiefgründigen Ansatz, seine interpretatorische Fantasie und seine innovative Ausdruckskraft hochgeschätzt. Kritiker feiern ihn als herausragenden Interpreten zeitgenössischer Musik. 024 wurde Kaziboni zum Conductor in Residence des Klangforum Wien ernannt. Zudem ist er Artist-in-Residence beim International Contemporary Ensemble, Musikdirektor der Composers Conference, künstlerischer Berater der Boston Lyric Opera und Professor für Orchesterstudien und zeitgenössische Musik am Boston Conservatory in Berklee, wo er 2019 zum Lehrer des Jahres gewählt wurde. „Mit etwa sechzehn Jahren wusste ich bereits, dass ich Dirigent werden möchte. Als Jugendlicher fand ich im Orchesterspiel – ich begann als Schlagwerker – Gemeinschaft und meine größte Freude. Bald wurde mir klar, dass ich im Zentrum dieses musikalischen Prozesses stehen wollte. Es war eine Berufung“, erzählt der Dirigent, der mit Musik Hoffnung und Licht „in einer zunehmend dunklen Welt“ vermitteln möchte.
Timothy Ridout gilt als jüngster Star unter den Bratschisten. Er ist ehemaliger Künstler des „New Generation“-Formats bei der BBC, Gewinner des Borletti-Buitoni Trust Fellowships 2020 und Empfänger des „Young Artist Awards“ der Royal Philharmonic Society im Jahr 2023. Ridout wurde 1995 in London geboren und studierte an der Royal Academy of Music, wo er die Queen’s Commendation for Excellence erhielt. Seinen Master schloss er 2019 an der Kronberg Academy ab. Ridout nimmt für das Label Harmonia Mundi auf. Sein jüngstes Album, „A Poet’s Love“, wurde mit dem Pianisten Frank Dupree aufgenommen und enthält Auszüge aus Prokofjews „Romeo und Julia“ sowie seine eigene Transkription von Schumanns „Dichterliebe“. Zu den Neuerscheinungen gehören unter anderem Berlioz‘ „Harold in Italien“ mit dem Orchestre Philharmonique de Strasbourg auf Warner/Erato sowie Blochs „Suite for Viola and Orchestra“ und Elgars Cellokonzert mit dem BBC Symphony Orchestra.
www.haydn.it




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