Medienkompetenz anstatt Panikmache

Liebe Eltern: Keine Angst vor digitalen Medien

Freitag, 12. April 2019 | 11:25 Uhr

Bozen – Über Risiken und Nebenwirkungen digitaler Informationstechnik, gibt es unter Expertinnen und Experten unterschiedlichste Positionen und Haltungen. In der Fachwelt umstritten sind einseitige Veröffentlichungen, die vor allen die Verbreitung von Panik und Angst zum Ziel haben.

Kinder und Jugendliche nutzen heute digitale Medien in vielfältiger Art und Weise. Sie sind Teil ihres Alltags, so wie auch vieler Erwachsener. Dennoch finden sich Eltern heute in einer Welt wieder, die ihnen manchmal fremd ist. Eltern haben Ängste, die reell sind und auch ernst genommen werden müssen.

Die Frage ist, wie gehen Medienexperten mit diesen Ängsten um? Befeuern wir sie weiter und betreiben zunehmende Panikmache? Oder unterstützen wir Eltern mit praktischen Tipps, die sie in ihrem Familienalltag gut anwenden können?

Das Forum Prävention vertritt die Haltung, dass angstfördernde Botschaften den Zugang zu den digitalen Lebenswelten der eigenen Kinder versperren und keine brauchbaren Werkzeuge für einen konfliktarmen Dialog in der Familie liefern. Es geht darum, die Eltern im Umgang mit digitalen Medien zu stärken und nicht durch Panikmache für zusätzliche Verunsicherung zu sorgen.

Medienkompetenz wächst nicht dadurch, dass man der Technologie aus dem Weg geht, sondern indem man sich mit ihr auseinander setzt. Auch eine kritische Auseinandersetzung hat durchaus Platz. So kann es um folgende Fragen gehen: Wie werden Medien genutzt? Welche Vorerfahrungen haben Kinder und Jugendliche? In welchem persönlichen und sozialen Zusammenhang steht diese Mediennutzung? Wie viel Zeit verbringen wir als Familie mit Smartphone und Tablet?

Vielen tagtäglichen Konflikten um die Mediennutzung in der Familie kann der Wind aus den Segeln genommen werden, wenn man sich dafür interessiert, was die eigenen Kinder in der digitalen Welt machen. Wenn man sich Spiele und Apps zeigen lässt und nachfragt, was sie so spannend daran finden. Das bedeutet nicht, dass man deshalb mit allem einverstanden sein muss, was online passiert. Im Gegenteil, Eltern sollen auch offen über ihre Sorgen und Ängste in Bezug auf den Medienkonsum sprechen.

Es kommt aber auf eine wertschätzende Haltung an. Kinder schotten sich zunehmend ab, wenn Eltern alle Dinge die den Kindern wichtig, sind abwerten. Ehrliches Interesse, offene Gespräche und klare Abmachungen sind hilfreicher, als Panikmache und reine Verbote.

Das Forum Prävention hat im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit der Familienagentur und weiteren 15 Netzwerkpartnern die Initiative „eltern-medienfit“ ins Leben gerufen.

Neben einem Flyer mit zehn konkreten Tipps zur Stärkung in der digitalen Erziehung, gibt es auch die Webseite www.eltern-medienfit.bz auf der Eltern zusätzliche Informationen zu den digitalen Lebenswelten von Kindern und konkreten Handlungsmöglichkeiten erhalten.

Von: bba

Bezirk: Bozen

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