Von: mk
Bozen – Im Hirtenbrief zum Weltgebetstag um geistliche Berufungen (Sonntag, 26. April 2026) stellt Bischof Ivo Muser die Bedeutung geistlicher Berufungen für Kirche und Glaubensgemeinschaft in den Mittelpunkt. In Anlehnung an die aktuelle Botschaft von Papst Leo XIV. zum Weltgebetstag ermutigt er dazu, die persönliche Beziehung zu Gott zu vertiefen und Berufung als sinnstiftenden Lebensweg neu in den Blick zu nehmen. Zugleich verbindet Muser diese Perspektive mit einem klaren Auftrag: In Familien, Pfarrgemeinden und kirchlichen Gemeinschaften soll wieder bewusster über geistliche Berufungen gesprochen, dafür gebetet und junge Menschen persönlich darauf angesprochen werden.
„Ich erlebe kaum mehr, dass Kinder oder junge Menschen mir sagen, dass sie an einen geistlichen Beruf denken“, schreibt Bischof Muser in seinem Hirtenbrief. Berufungen seien ein Gradmesser für die Lebendigkeit einer Ortskirche. Zahlen allein würden nicht alles sagen, könnten aber auch nicht ignoriert werden. Das Thema dürfe nicht delegiert werden, betont der Bischof. Die Priester und kirchlichen Mitarbeitenden von morgen lebten heute in Familien und Pfarrgemeinden.
Drei konkrete Schritte und Perspektive
Im Zentrum des Hirtenbriefs stehen drei konkrete Schritte, die Muser als notwendig beschreibt. Zum einen brauche es das regelmäßige Gebet um geistliche Berufungen. Diese seien nicht planbar und könnten nicht „gemacht“ werden, sondern seien Geschenk Gottes. Gleichzeitig ermutigt der Bischof dazu, junge Menschen wieder ausdrücklich auf die Möglichkeit eines geistlichen Weges anzusprechen. Dies geschehe nicht aus Druck, sondern aus einer inneren Überzeugung heraus, dass ein solcher Lebensweg sinnvoll und erfüllend sein kann. Schließlich hebt Muser die Bedeutung glaubwürdiger Vorbilder hervor: Menschen, die ihren Glauben sichtbar leben, könnten andere ermutigen, ähnliche Wege zu gehen. „Nur gelebter Glaube überzeugt“, so der Bischof.
Zugleich stellt Muser die Frage, ob geistliche Berufungen auch deshalb aus dem Blick geraten sind, weil die grundlegende christliche Berufung insgesamt zu wenig bewusst sei. Wo Glaube im Alltag nicht mehr selbstverständlich gelebt werde, fehle oft auch der Raum, in dem eine persönliche Berufung wachsen könne.
Abschließend verbindet der Bischof seine Diagnose mit einer Perspektive der Zuversicht. Berufungen könnten dort entstehen, wo Glaube im Alltag gelebt werde: in Familien, Gemeinschaften und persönlichen Beziehungen. Entscheidend sei, auf den Guten Hirten zu hören und seiner Stimme mehr zuzutrauen als den vielen anderen Stimmen des Alltags.
Der Hirtenbrief im Wortlaut: www.bz-bx.net/de/news/detail/hirtenbrief-zum-weltgebetstag-um-geistliche-berufe-es-geht-um-christus-den-guten-hirten




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