Universität Innsbruck

Mehr Studienanfänger und mehr Abschlüsse

Dienstag, 09. März 2021 | 19:58 Uhr

Innsbruck/Bozen – Am 10. März 2020, morgen vor einem Jahr, hat die Universität Innsbruck als erste österreichische Hochschule auf Online-Lehre umgestellt. Trotz großer Herausforderungen ist es gelungen, den Forschungs- und Lehrbetrieb aufrecht zu erhalten und auszubauen. Im Corona-Jahr ist die Zahl der neuen Studierenden um zehn Prozent gewachsen, vier Prozent mehr haben ihr Studium abgeschlossen.

„Mit dem Studium aus der Ferne und Homeoffice leisten die Studierenden und die Mitarbeiter*innen der österreichischen Hochschulen einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie“, betont Rektor Tilmann Märk. „Dies ist mit einem erheblichen Aufwand verbunden und verlangt von allen einen besonderen Einsatz und auch Rücksichtnahme.“ Nach dem Lockdown im Frühjahr 2020 wurde ein Großteil der Lehre virtuell durchgeführt. Immerhin konnten aber rund 120 Lehrveranstaltungen im Sommer 2020 in Präsenz angeboten werden. Darunter fielen Laborpraktika und Übungen, Feldforschungen und Exkursionen. Im Sommersemester 2020 wurden insgesamt 38.546 Prüfungen abgenommen, das sind um über 20 Prozent mehr als im Sommersemester 2019. Im Studienjahr 2019/2020 schloss eine Rekordzahl von 4.415 Studierende an der Universität Innsbruck ihr Studium ab, das sind um vier Prozent mehr als in den beiden Vorjahren.

Im Herbst 2020 nahm eine Rekordzahl von 5.397 neue Studierende ihr Studium an der Universität Innsbruck auf, 13 Prozent mehr als noch 2019 und 24 Prozent mehr als 2018. Das Wintersemester begann zunächst mit einem Hybridbetrieb, in dem rund ein Viertel der Lehrveranstaltung in Präsenz angeboten werden konnte. Mit dem Lockdown Anfang November wurde der Lehrbetrieb wieder umgestellt, und derzeit werden rund 90 Prozent der Lehrveranstaltungen online angeboten.

Engagement in der Lehre und erfolgreiche Forschung

„Wir haben ständig dazugelernt, und sammeln stetig neue Erfahrungen”, resümiert Bernhard Fügenschuh, Vizerektor für Lehre und Studierende. „Bleiben wird, was unser universitäres Angebot erweitern und verbessern kann.“ So verweist Fügenschuh auf die Digitalisierung in der Lehre, die in der „richtigen“ Quantität und Qualität auch in Zukunft verstärkt zum Einsatz kommen und damit auch den Präsenzunterricht stärken kann. Ein interessantes Beispiel dafür ist der Organisationsforscher Leonhard Dobusch, der gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen im vergangenen Frühjahr einen Online-Kurs zu Krisenmanagement und Krisenbewältigung ins Leben gerufen hat und dafür mit dem renommierten „Ideas Worth Teaching Award“ des US-amerikanischen Think Tanks „Aspen Institute“ ausgezeichnet wurde. Im Mikrobiologie-Studium wurde das Labor kurzfristig zu den Studierenden nach Hause verlegt. In diesen rund 120 Mini-Laboren konnten Bachelorstudierende mikrobiologische Handgriffe in der eigenen Küche erlernen und einfache Experimente durchführen. „Unsere Lehrenden und Studierenden haben diese pandemiebedingten Herausforderungen sehr engagiert angenommen und gemeinsam, das Beste daraus gemacht”, zeigt sich Bernhard Fügenschuh ob der vielfachen Kreativität begeistert. Und gerade studentische Rückmeldungen halfen auch immer wieder, den Blick auf Probleme zu werfen, um diesen nachzugehen.
Trotz der großen Aufmerksamkeit auf die Organisation der Lehre kam im Corona-Jahr auch die Forschung nicht zu kurz. So stieg etwa allein die Zahl der Anträge an den österreichischen Wissenschaftsfonds 2020 auf 295 an, das sind um ein Viertel mehr als noch in den Jahren 2019 und 2018. Sowohl die Anzahl der Publikationen in referierten, internationalen Fachzeitschriften als auch die Drittmitteleinwerbung bewegte sich 2020 auf Rekordniveau, mit sieben neuen ERC Grants – das ist die Königsklasse der Forschungsprojekte innerhalb der EU – war 2020 das erfolgreichste Jahr seit Start dieses Programms.

Studieren und Forschen ermöglichen

Unterstützt wurden Forschende und Studierende von der Universitäts- und Landesbibliothek, die das elektronische Literaturangebot rasch ausgeweitet und bereits Ende März 2020 einen Scan-Dienst eingerichtet hat, über den allein im Vorjahr rund 6.000 Bücher, die für die Lehre und die Forschung wichtig waren, ganz oder teilweise digitalisiert wurden. Als erste Universitätsbibliothek in Österreich öffnete die Bibliothek bereits Mitte April 2020 wieder ihre Pforten für Beratung, Aus- und Fernleihe beziehungsweise Rückgabe und sperrte trotz der folgenden Lockdowns bis heute nicht wieder zu. Die Öffnung der Lesesäle erfolgte im September und nun auch Anfang März über ein selbst entwickeltes barrierefreies Online-Reservierungssystem. Außerdem wurden an der Universität über 50 zusätzliche Lernzonen mit 800 Arbeitsplätzen für die Studierenden eingerichtet.

Ein umfassendes Maßnahmenpaket sowohl das Verhalten betreffend als auch zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen inkludierend, stellt sicher, dass es an der Universität zu keiner Ausbreitung der Infektionen kommt. So wurden über 100.000 Schutzmasken verteilt, 10.000 Liter Hand- und Flächendesinfektionsmittel gekauft und bisher 3.000 PCR-Tests und Antigentests durchgeführt.

„Obwohl die Lage nach wie vor schwierig ist, blicken wir optimistisch in die Zukunft“, sagt Rektor Tilmann Märk. „Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen entwickelt sich die Universität Innsbruck sehr positiv. Dank der enormen Fortschritte in Forschung und Entwicklung von Impfstoffen und Medizin werden wir die Pandemie überwinden und die Folgen dieser Krise gemeinsam erfolgreich hinter uns lassen“, blickt der Rektor der Universität Innsbruck positiv in die Zukunft. „Unsere Absolventinnen und Absolventen sind dafür vorbereitet, in dieser Entwicklung einen wichtigen Beitrag zu leisten.“

 

Von: bba

Bezirk: Bozen

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