Das "Theater des Jahres"

Münchner Kammerspiele sind “Theater des Jahres”

Donnerstag, 27. August 2026 | 08:35 Uhr

Von: importer

Die Münchner Kammerspiele sind einer Umfrage des Magazins “Theater heute” zufolge das Theater des Jahres. Nach sechs Jahren liege das Haus, nun geleitet von Barbara Mundel und nicht mehr von Matthias Lilienthal, im Ranking wieder vorn, heißt es in dem Magazin. Den zweiten Platz teilen sich das Maxim Gorki Theater in seiner letzten Saison unter Shermin Langhoff, das Berliner Ensemble und das Schauspiel Köln. Befragt wurden 45 Kritikerinnen und Kritiker zur vergangenen Saison.

2025 war das Theater Magdeburg in der traditionsreichen Umfrage zum “Theater des Jahres” gekürt worden, 2024 das Schauspielhaus Hamburg, 2023 das Deutsche Theater Berlin, 2022 das Schauspielhaus Bochum. 2021 fiel die Kür wegen Corona aus. 2020 und 2019 waren die Münchner Kammerspiele zweimal hintereinander zum Theater des Jahres ausgezeichnet worden. Damals war dort Matthias Lilienthal Intendant, der inzwischen an die Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz gewechselt ist und dort Aufsehen erregte mit seinem Schwimmbad, genannt Volksbad, vor dem Theatergebäude.

Münchens Kammerspiele haben auch die “Inszenierung des Jahres”

An den als Theater des Jahres ausgezeichneten Münchner Kammerspielen entstand auch die Inszenierung des Jahres – der siebenstündige “Wallenstein” von Regisseur Jan-Christoph Gockel. Das Stück nach Friedrich Schiller wird als “ein Schlachtfest in sieben Gängen” aufgeführt. “Auf der Bühne wird buchstäblich ein Mythos gekocht und verspeist. Das Publikum ist – an diesem langen Abend – eingeladen, mitzuessen”, formuliert es das Theater selbst. Viola Hasselberg und der Österreicher Claus Philipp wurden für diese Konzeption die “Dramaturg:innen des Jahres”.

Zur Schauspielerin des Jahres wurde Paulina Alpen (“Die Welt im Rücken” am Schauspiel Stuttgart) gekürt, ex aequo Platz zwei ging an die Österreicherin Pia Hierzegger für ihre 24-Stunden-Performance “The Second Woman” bei den Wiener Festwochen. Schauspieler des Jahres wurde Guido Lambrecht (“Serotonin” am Hans-Otto-Theater Potsdam). Als Nachwuchstalent wird Annika Neugart (“Wallenstein”, Münchner Kammerspiele) geehrt.

Das Bühnenbild des Jahres findet sich dagegen in Berlin – mit Ida Müllers Entwurf für “Peer Gynt” an der Berliner Volksbühne. Für die achtstündige Inszenierung (keine Pause, Türen durchgängig offen) entwarf sie eine Comicwelt. Stücke des Jahres sind “To My Little Boy” von Caren Jeß (Thalia-Theater Hamburg) und “Play Auerbach!” von Avishai Milstein (Münchner Kammerspiele). “Ärgernis des Jahres” wurde der deutsche Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und die CDU-Kulturpolitik.

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