Ähnlich wie 2018

PISA-Studie 2022: Erste Ergebnisse der italienischen Schulen

Mittwoch, 06. Dezember 2023 | 17:34 Uhr

Bozen – Nach der gestrigen Vorstellung erster Ergebnisse der internationalen PISA-Studie 2022 der OECD gibt die Evaluationsstelle für die italienische Schule in Südtirol Einblick in relevante Daten.

Die PISA-Studie (Programm for International Student Assessment) ist eine Vergleichsuntersuchung, die alle drei Jahre von der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) durchgeführt wird. Die ursprünglich für das Jahr 2021 geplante Studie wurde wegen der Covid-19-Pandemie um ein Jahr auf 2022 verschoben. Erhoben werden die Kompetenzen der fünfzehnjährigen Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften.

Nach den Worten des italienischen Bildungsdirektors Vincenzo Gullotta zeige der internationale Vergleich die Stärken und Verbesserungsbereiche des Systems auf. Es sei wichtig, die Ergebnisse zu nutzen, um gezielte Strategien auszumachen und über die pädagogischen Praktiken nachzudenken im Bewusstsein, dass Bildung sich ständig weiterentwickle. “Auf der Grundlage standardisierter Erhebungen haben wir einen Weg mit zahlreichen Maßnahmen eingeschlagen: von der detaillierten Analyse der verschiedenen Tests, über Ad-hoc-Schulungen für Lehrpersonen in Bezug auf Grundkompetenzen und verschiedene Versuche in den Klassen, bis hin zu einem kontinuierlichen Monitoring der Maßnahmen”, informiert Gullotta.

Die Teilnahme an PISA 2022

Was die Teilnahme an PISA 2022 angeht, so haben sich 594 Schülerinnen und Schüler aus italienischsprachigen Schulen daran beteiligt, was mit 27,9 Prozent eine repräsentative Stichprobe der insgesamt 1373 Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 2006 der italienischsprachigen Schulen darstellt. Die Jugendlichen besuchten zu 51 Prozent Gymnasien, zu 27 Prozent Fachoberschulen, zu 12 Prozent eine Berufsausbildung und zu 10 Prozent eine Berufsschule. An den italienischen Schulen macht der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund der ersten und zweiten Generation 24 Prozent aus und ist damit gegenüber 2018 unverändert. Die Zahl der Schülerinnen und Schülerinnen mit Migrationshintergrund der ersten Generation sinkt im Vergleich zu vor vier Jahren auf 7 Prozent, nimmt aber bei jenen der zweiten Generation auf 17 Prozent zu.

Die Ergebnisse der italienischen Schule

Was die Ergebnisse angeht, so blieb die Punktzahl der italienischen Schule in der Lesekompetenz mit rund 465 Punkten ähnlich wie 2018. Der Abstand zum Durchschnitt der Schulen in Südtirol und zum OECD-Durchschnitt verringerte sich, auch wenn der Wert weiterhin niedriger ist.

In Mathematik spiegeln die Ergebnisse der italienischen Schule in Südtirol mit 457 Punkten den allgemeinen Trend wider: Sowohl bei den Ergebnissen für Südtirol als Ganzes als auch auf italienischer Ebene und im OECD-Durchschnitt und in fast allen teilnehmenden Ländern war ein Rückgang der Punktzahlen festzustellen, der wahrscheinlich auf die Pandemie zurückzuführen ist.

Im Bereich der Naturwissenschaften konnte die italienische Schule mit rund 460 Punkten das Ergebnis von 2018 in etwa halten. Dies gilt auch für den Wert für Südtirols Schulen insgesamt, während im OECD-Durchschnitt ein leichter, aber immer noch deutlicher Rückgang zu verzeichnen ist. Die Punktzahl der italienischen Schulen liegt unter dem Südtiroler Gesamtdurchschnitt und dem OECD-Durchschnitt.

Im Laufe des Jahres 2024 werden die PISA-Ergebnisse noch detailliert analysiert und in einem Bericht veröffentlicht. Weitere Informationen zu PISA 2022 an den italienischen Schulen gibt es auf der Landeswebseite der Evaluationsstelle.

“Die italienische Schule nutzt die Invalsi- und PISA-Daten, um daraus nützliche Informationen zur Verbesserung des Lernens zu ziehen“, erklärt Bildungsdirektor Gullotta mit Verweis auf das Projekt “Effetto Scuola”, an dem Vertretende von “Indire” (Istituto Nazionale di Documentazione, Innovazione e Ricerca Educativa), Invalsi und Universitätsprofessoren mitarbeiten. “Unser langfristiges Ziel ist es, das Schulsystem zu verbessern, damit es unseren Studierenden angemessene Kompetenzen vermitteln kann”, schließt Gullotta.

Von: luk

Bezirk: Bozen