Von: Matthias Knapp
Mals – Am Samstag, den 22. August 2026, nahmen 18 Naturinteressierte, Patinnen und Paten von Schutzgebieten sowie Mitglieder der Umweltschutzgruppe Vinschgau an einer naturkundlichen Exkursion zum Grünsee in der Gemeinde Mals teil. Organisiert wurde die Veranstaltung von Ingrid Karlegger, der die umweltfreundliche Anreise ein besonderes Anliegen war. Erfreulicherweise reiste rund die Hälfte der Teilnehmenden mit öffentlichen Verkehrsmitteln an, einige sogar aus Bozen.
Ausgangspunkt der Exkursion war die Bergstation der Haider Alm. Von dort führte eine etwa einstündige Wanderung zum auf 2.450 Metern gelegenen Grünsee. Vor Ort fand ein Lokalaugenschein des Quellmoores am Nordufer des Sees, das von zahlreichen Quellaustritten gespeist wird, statt. Zur Gruppe stießen zwei geladene Vertreter der Fraktion Burgeis, um Fragen der Beweidung und der Belange des Moorschutzes gemeinsam zu besprechen.
Fachlich begleitet wurde die Exkursion von Thomas Wilhalm, Experte für Schutzgebietspatenschaften im Vinschgau. Im Mittelpunkt standen die besondere Ökologie von Niedermooren und deren Bedeutung für die Naturlandschaft und Artenvielfalt. Die Teilnehmenden erfuhren unter anderem Wissenswertes über Torfmoose, Libellen, die Sumpfschrecke, den Grasfrosch sowie die zahlreichen Kaulquappen im Biotop Grünsee.
Darüber hinaus wurde die Bedeutung dieses sensiblen Lebensraums für den Wasserhaushalt, die Biodiversität und den Klimaschutz diskutiert.
Ein weiterer Schwerpunkt war der direkte Schutz des Quellmoores. In einem konstruktiven Austausch mit dem Präsidenten und dem Hirten der Fraktion Burgeis wurde deutlich, wie anspruchsvoll die Bewirtschaftung alpiner Flächen ist. Beeindruckt vom breiten Wissen stellten die Naturinteressierten auch viele Fragen zu den vielfältigen Aufgaben des Hirten. Die beiden Fraktionsvertreter, denen die Erhaltung der Weideflächen ein großes Anliegen ist, erläuterten die Herausforderungen und erklärten, dass derzeit kein Druck durch Trittschäden auf das Quellmoor besteht. Schafe und Ziegen meiden die feuchten Bereiche weitgehend. Sehr positiv wurde aufgenommen, dass Hirte Anton Pfeifer sich bereit erklärte, darauf zu achten, dass die rund 15 Stück Galtvieh das Quellmoor nicht betreten.
Die Biotoppatin und der Biotoppate werden das Naturjuwel weiterhin aufmerksam beobachten und insbesondere mögliche Trittschäden im Auge behalten.
Aufgrund seiner 40-jährigen Erfahrung als Hirt konnte Anton Pfeifer den Interessierten vermitteln, dass Quellmoore in der Schweiz besonders im Fokus des Naturschutzes stehen und besser vor intensiver Weide geschützt werden als bei uns: Es werden auch Prämien für die Umzäunung dieser besonders sensiblen Lebensräume ausbezahlt.
Der Vorstand der Umweltschutzgruppe bedankte sich bei allen Beteiligten für den offenen und konstruktiven Austausch vor Ort. Besonders erfreulich ist, dass mit Werner Thöni, dem Präsidenten der Fraktion Burgeis, ein Ansprechpartner für das Anliegen „Schutz des Quellmoores am Grünsee“ gewonnen werden konnte.




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