Projekts LIFEstockProtect im Naturmuseum

Schaf und Wolf: Ein Abend über Klischees und Stereotype

Freitag, 12. November 2021 | 22:14 Uhr

Bozen – Schafe sind dumm, Wölfe böse: Um Klischees über Tiere geht es am 16. November im Theater im Hof bei einem Figurentheater, Live-Musik und einem Expertengespräch. Organisiert wird der Abend vom Naturmuseum im Rahmen des Projekts LIFEstockProtect. Für Erwachsene.

Ein Schaf merkt sich bis zu 50 Schafsgesichter, auch die von Menschen. Es schließt Freundschaften mit anderen Schafen in seiner Gruppe und leidet sehr unter der Trennung seiner Gefährten. Schafe haben einen ausgezeichneten Orientierungssinn, können sehr individuell Entscheidungen treffen und suchen systematisch nach Lösungen.

Naturmuseum/Projekt LIFEstockProtect

Schafe sind also nicht der Innbegriff der Dummheit, wie es das Klischee will. Und auch Wölfe sind nicht immer und überall aggressiv und böse: Erst wurden sie als Jagdkonkurrenten und Totemtiere gesehen, dann als Begleiter von Wetter-, Kriegs-, und Totengöttern und erst nach und nach wandelten sie sich zum Dieb und Feind.

Den Stereotypen und Vorurteilen Tieren gegenüber widmet das Naturmuseum Südtirol die Veranstaltung „Schaf&Wolf: nicht so blöd und nicht so bissig. Klischees und Stereotype zu Tieren“, die am kommenden Dienstag, 16. November um 20 Uhr im Theater im Hof (Obstplatz 37, Bozen) im Rahmen des Projekts „LIFEstockProtect: Herdenschutz Österreich, Bayern und Südtirol“ stattfindet.

Den Beginn macht ein Figurentheater von und mit Eva Sotriffer und dem Musiker Max Castlunger: Die Geschichte handelt von einem Huhn und einer Gans, die in enger Nachbarschaft leben und ständig streiten – bis eines Tages ein hungriger Wanderwolf anklopft und für überraschende Wendungen sorgt.

Naturmuseum/Projekt LIFEstockProtect

Anschließend trifft der Wanderwolf auf die Soziologin und Journalistin Gerlinde Pölsler aus Graz und Johanna Platzgummer vom Naturmuseum, die sich über Klischees und stereotype Haltungen zu Schafen (und anderen Haustieren) und Wölfen (und anderen Wildtieren) unterhalten. Gerlinde Pölsler erklärt dabei die komplexen Themen Almwirtschaft, Schafweide und den Umgang mit dem Wolf und skizziert den modernen agro-sozialen Hintergrund, dafür ist der Umgang mit den Schafen geradezu exemplarisch. Landwirtschaft hat sich spezialisiert, dient selten der eigenen Ernährung und ist einem harten globalen Wettbewerb ausgesetzt. Der extreme Preisdruck bei Lebensmitteln zwingt sehr viele vor allem kleine Betriebe zum Aufgeben der Tierhaltung und belastet Züchtende wie Nutztiere massiv. Für die österreichische Wochenzeitung Falter setzt sich Pölsler intensiv mit landwirtschaftlichen Themen und Tierhaltung auseinander, 2020 absolvierte sie ein Praktikum als Schafhirtin bei einem Tiroler Bauern. Nach dem Gespräch ist das Publikum eingeladen, Fragen zu stellen und mitzudiskutieren.

Die Veranstaltung erfolgt in deutscher Sprache, der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung beim Theater im Hof unter der Nummer 0471/980756 oder 333/1033880 ist notwendig.

Von: ka

Bezirk: Bozen

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