Summer School

Toxische Beziehungen heilen

Freitag, 23. Juli 2021 | 23:24 Uhr

Velthurns – „Toxische Beziehungen – wie heilen“ lautet der Titel der siebten Ausgabe der Summer School, die am Sonntag abend, 18. Juli, in Schloss Velthurns eröffnet wurde.

Seit durch die Pandemie das Fluide, das dynamische Moment von Begegnungen im sozialen und öffentlichen Raum vertrocknen, sind die Auseinandersetzungen häufig knöchern, hart und vergiftet.

„Infiziert – soviel ist sicher, sind wir alle, ganz unabhängig davon, ob die Realitäten das Virus anerkennt, oder ob sie geleugnet werden.“ Maxi Obexer, künstlerische Leiterin, in ihrer Eröffnungsrede.

„Mit dem Virus“,  so Obexer, verschärften sich die Unterschiede, die lange vor dem Virus existierten, die ungleichen Gewichte in unseren Systemen wiegen noch schwerer, die Spannungen, die sich in Gewalt entladen, treffen wieder und vermehrt Frauen.

Die Summer School Südtirol thematisiert die Gewaltverbrechen an Frauen und Mädchen auf mehreren Ebenen. In der digitalen Welt, in den sozialen Medien – und in bezug auf die Femizide, die sich seit der Pandemie verdoppelt haben.

Digitale Gewalt in privaten wie öffentlichen Beziehungen:

Professor Nivedita Prasad von der Alice Salomon Hochschule Berlin, stellt in ihrem neu erschienenen Buch „Geschlechtsspezifische Gewalt in der Digitalisierung“ die verschiedenen Formen von Gewalt vor, die im Netz und mit Hilfe neuester Technologien ausgetragen werden. Hassreden, Diffamierungen, Cyberstalking sind einige der Begriffe, die sie definiert.

Ein Netzwerk aus juristischer, technologischer und politischer Expertise könnte vieles erreichen, um digitale Gewalt und ihre zerstörerische Kraft zu entschärfen.

Mit Musik von Markus Doggi Dorfmann, der aus seinem unerschöpflichen Repertoire etliche „Beziehungssong“ herausgriff und vortrug, sowie der Lesung von Rosalyn D’Mello endete der Eröffnungsabend. D’Mello ist Schriftstellerin und Kolumnistin bei „Mid Day“ in Mumbai und lebt seit 2019 in Tramin. Sie las aus ihrem Debütroman „Handbook for my lover“ und einen ihrer neueren Texte, der ihr Ankommen in Südtirol beschreibt.

Literarisch-dramatische Arbeit in den Werkstätten:

In den Werkstätten wurden die neuesten dramatischen Formen anhand der Werke und Projekte von acht Künstlerinnen und Künstlerin besprochen. Das Crossover an Angeboten, neue digitale Formen, das immersive Theater, die Kunst des Video-Essays sowie neueste Entwicklungen im Slam-Poetry waren dabei die Themen. Anna Künig, Slampoetin aus Südtirol und Philosophiestudentin in Frankfurt, war dabei ein Star dieser Summer School

Das Zusammenspiel von Theorie und Kunst hat die aus Südtirol stammende und in London lebende Philosophin und Filmkünstlerin Judith Rifeser in ihrem Film behandelt. Einer Kunst, der auch die in Holland lebende Filmkritikerin und Künstlerin Dana Linssen nachgeht.

Oper und Theater, die Möglichkeiten und ihre Grenzen, behandelt der Dramatiker Jan Geiger, der sich die weiblichen Figuren in den Opern vornimmt, von der Schönheit, dem Schmerz, und der darunterliegenden Gewalt erzählt.

Ein Abend widmet sich der Kunst des Plakats – und der Kunst einer Plakatkampagne.

Mit den Mitteln der Kunst und der Literatur, wurde eine politische Kampagne lanciert, die sich mit den Gewaltverbrechen an Frauen und Mädchen auseinandersetzt. In einer Zusammenarbeit von Lungomare, Kunst Meran/o Arte und der Summer School Südtirol erarbeiteten Künstler:innen und Autor:innen Plakate, die der Normalität dieser Gewalt den Kampf ansagen.

Auch das Buch von Barbara Bachmann und Franziska Gilli: „Hure und Heilige“ wurde passend zum Thema vorgestellt.

Abschluss der Summer School war wie immer eine Lesung von Texten aller Autorinnen und Autoren der diesjährigen Summer School 2021.

 

Von: bba

Bezirk: Eisacktal

Kommentare
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Porzelona
Porzelona
Grünschnabel
1 Monat 29 Tage

Fria wor des gonz oanfoch
Hoschido oanfoch a netta gsuicht und mit der bische donn zomme bliebm

schneidigozoggla
1 Monat 28 Tage

Genau! Und wenn die nette net ordntlich geguscht hot noa hotse a bor afs Grint.
Und wennra se net gipasst hot und sie an ondon gewellt het, hetse eh koan krig, weil sell wor jo a schande. Jo fria wor wirklich olls oanfocha ge

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