Welternährungstag, 16. Oktober 2018: Resteküche, Bröseljäger und Büffet

„Verwenden statt verschwenden“

Dienstag, 16. Oktober 2018 | 23:02 Uhr

Bozen – Unter dem Motto „Verwenden statt verschwenden“ hat die Kampagne MahlZeit am Dienstag, den 16. Oktober, in der Fachschule für Hauswirtschaft und Ernährung in Haslach/Bozen den Welternährungstag begangen. In der Schauküche der Genussschule verfolgten die 60 Gäste mit großem Interesse, wie Kochlehrerin Martina Gögele aus Gemüse- und Brotresten eine leckere Verkostung zauberte. Passend dazu haben die Tafeln Seis, Passeier, Unterland und die Bröseljäger von Volontarius von ihrem Einsatz zur Rettung von „überschüssigen“ Lebensmitteln berichtet.

MahlZeit . Coltiviamo la vita . Deboriada

„Wir geben zweimal wöchentlich an rund 250 Familien und Einzelpersonen gerettete Lebensmittel aus. Das sind – bis auf drei Familien – alles Pseirer: Rentner, Alleinerziehende, kinderreiche Familien, Suchtkranke.“ So der Bericht von Brigitte Gufler von der Pseirer Tafel. In Passeier wird die Tafel von der Gemeinde unterstützt, organisiert wird sie von Freiwilligen. Auch in Seis sind es ein Dutzend Freiwillige, die von Metzgern, Bäckern und Lebensmittelläden Lebensmittel erhalten, die hart am Verfallsdatum sind, um sie an Bedürftige weiter zu geben. „Wir versorgen zwischen 10 und 20 Familien und Einzelpersonen pro Woche“ sagt Walburg Grünberger, die mit fünf Kolleginnen zur Veranstaltung gekommen ist. „Schämen tut sich heute keiner mehr, Armut kann jeden erwischen“. Diese Erfahrung macht auch die Tafel Unterland, die von Waltraud Terleth geleitet wird: „Unsere Kunden müssen belegen, dass sie bedürftig sind und es werden immer mehr“. Nicht an Einzelkunden, sondern an Organisationen geben die Bozner Bröseljäger von Volontarius die geretteten Lebensmittel weiter. „Wir geben täglich frisch an den Vinzibus, an den Vinzenzverein und an verschiedene Pfarreien weiter“, berichtet Sigrid Möltner. Mit Fahrrädern und Autos sind die Bozner Bröseljäger allabendlich bei Bäckereien, auf dem Obstmarkt bei Supermärkten und in der Messe Bozen unterwegs, um Lebensmittel vor dem Mülleimer zu retten und sie an Bedürftige weiter zu geben.

MahlZeit . Coltiviamo la vita . Deboriada

Mit dem Workshop „tasty waste“ will die Young Caritas, eine von rund 30 Kooperationspartnern der Kampagne MahlZeit, mit Bildung gegen das Problem der Lebensmittelverschwendung ankämpfen. Dazu Projektleiterin Nicole Pozzi: „Mit diesem Workshop wollen wir erzieherisch arbeiten und vor allem jungen Leuten eine Alternative zur Wegwerfmentalität anbieten.“ Der Workshop kann von Interessierten bei Young Caritas angefordert werden.

Die Direktorin der Fachschule für Hauswirtschaft und Ernährung Gudrun Ladurner betonte die Wichtigkeit der Vernetzung aller am Thema Interessierten und versprach, als Schule weiterhin unterstützend zu wirken.

MahlZeit . Coltiviamo la vita . Deboriada

„Unsere globale Landwirtschaft wäre in der Lage 14 Milliarden Menschen zu ernähren. Dass dabei dennoch alle drei Sekunden ein Mensch an Hunger sterben muss, liegt unter anderem an der äußerst ungerechten Verteilung von Lebensmitteln. Täglich landen auch in Südtirol unvorstellbare Mengen an Nahrungsmitteln in der Mülltonne. Hier wollen und müssen wir alle gemeinsam etwas unternehmen, um diesem Irrsinn ein Ende zu bereiten,“ so Matthäus Kircher, der Geschäftsführer der Organisation für Eine Welt OEW, ebenfalls Kooperationspartnerin von MahlZeit abschließend.

Von: ka

Bezirk: Bozen

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