15. Juli: Welttag zum Kompetenzerwerb junger Menschen

Was junge Menschen morgen brauchen

Montag, 13. Juli 2026 | 16:51 Uhr

Von: mk

Brixen – Kreativität, Teamfähigkeit, Eigeninitiative und der konstruktive Umgang mit Wandel zählen heute zu den wichtigsten Voraussetzungen für den Lebensweg von Kindern und Jugendlichen. Darauf macht der Welttag zum Kompetenzerwerb junger Menschen am 15. Juli aufmerksam. Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr jene Kompetenzen, die in einer Welt mit künstlicher Intelligenz, Klimawandel und gesellschaftlichem Umbruch immer wichtiger werden. Gefragt sind vor allem Empathie, Urteilsvermögen und Zusammenarbeit. An der staatlich anerkannten Waldorfschule Brixen prägen diese Werte seit 25 Jahren den Schulalltag.

Wenn Kinder an der Waldorfschule Brixen ihre erste Klasse beginnen, verbringen sie in den ersten beiden Monaten nach dem Hauptunterricht viel Zeit im Wald. Sie beobachten Tiere und Pflanzen, bewegen sich, spielen miteinander und entdecken ihre Umgebung. Gleichzeitig wächst eine Klassengemeinschaft, in der Freundschaften entstehen und jedes Kind seinen Platz finden kann. Der Übergang vom Kindergarten in die Schule erfolgt bewusst in kleinen Schritten und gibt den Kindern Sicherheit.

Auch der Unterricht knüpft an das Erleben an. Schreiben entwickelt sich über Geschichten und Bilder. Kinder verbinden Buchstaben mit eigenen Vorstellungen und entdecken ihre Bedeutung Schritt für Schritt. Im Formenzeichnen schulen sie ihre Wahrnehmung, ihre Konzentration und die Auge-Hand-Koordination. Handarbeit, Musik und Bewegung begleiten den Schulalltag von Beginn an. Ein klarer Tagesrhythmus hilft den Kindern, sich zu orientieren und aufmerksam zu bleiben.

Mit zunehmendem Alter erweitert sich der Unterricht. Im Epochenunterricht beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mehrere Wochen lang intensiv mit einem Thema. Sie lernen, Zusammenhänge zu erkennen, Fragen zu stellen und an einer Aufgabe dranzubleiben. Künstlerische und handwerkliche Fächer stehen ebenso auf dem Stundenplan wie Mathematik, Naturwissenschaften und Fremdsprachen. Viele Klassen werden über mehrere Jahre von derselben Lehrperson begleitet. Das schafft Vertrauen und gibt den Kindern die Sicherheit, Neues auszuprobieren, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam Lösungen zu finden.

Für Gerda Amort, pädagogische Koordinatorin der Waldorfschule Brixen, zeigt sich guter Unterricht im Alltag. „Wenn Kinder morgens gerne in die Schule kommen, sich etwas zutrauen und mit leuchtenden Augen von dem erzählen, was sie erlebt oder selbst geschaffen haben, dann spüren wir, dass Lernen sie wirklich erreicht. Diese Freude möchten wir erhalten.“ Wissen verändere sich ständig. Neugier, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Bereitschaft, gemeinsam Lösungen zu suchen, begleiten Menschen ein Leben lang.

Vor 26 Jahren entstand die Waldorfschule Brixen aus einer Elterninitiative. Heute ist sie eine staatlich anerkannte Bildungseinrichtung mit Kindergarten, Grundschule, Mittelschule und einer Oberschule im Aufbau. Rund 550 Kinder und Jugendliche haben den Kindergarten oder die Schule bisher besucht. Der Unterricht orientiert sich an den jeweiligen Entwicklungsphasen der Kinder und Jugendlichen und verbindet Epochenunterricht mit künstlerischen, handwerklichen, sprachlichen und naturwissenschaftlichen Fächern.

Bezirk: Eisacktal

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