Europäische Einflüsse und Grödner Identität

“Werke einer Welt”: Neue Skulpturenausstellung eröffnet

Donnerstag, 05. Februar 2026 | 13:53 Uhr

Von: luk

Gröden – Zeit, Welt und Tal: An Grödner Skulpturen kann man nicht nur die Epoche ablesen, in der sie entstanden sind, sondern auch Einflüsse des Kunstschaffens in Europa und die eigene Identität Grödens. Wie all dies zusammenspielt, kann man in der neu gestalteten Skulpturenausstellung im Museum Gherdëinanachvollziehen, die am Donnerstagabend eröffnet wurde.

Im Zuge der Einrichtung der neuen interaktiven Ausstellung zum Grödner Holzspielzeug hat das Museum Gherdëina in St. Ulrich auch seine Skulpturenausstellung neu gestaltet. So werden nun ausgewählte Werke unter dem Motto „Werke einer Welt – Grödner Figuren zwischen Selbstbild und Weltbild“ präsentiert und damit ein Zusammenspiel aufgezeigt, das Grödner Schnitzwerke ganz besonders macht: jenes zwischen europäischen Einflüssen und Grödner Identität.

„Künstlerinnen und Künstler aus Gröden waren seit jeher von europäischen Kunstströmungen beeinflusst, also über die Zeit geprägt von höfischer Kultur und kolonialen Bildvorstellungen”, erklärte dazu Kuratorin Jamila Moroder, die bei der Eröffnung aber auch unterstrich, dass Grödner Kunstschaffende auch eine eigene Bildwelt geschaffen hätten. „Sie ist geprägt vom bäuerlichen Alltag in den Dolomiten, von Handwerk und künstlerischer Imagination”, so Moroder.

Aus diesem Zusammenspiel zwischen Selbstbild und Weltblick hat sich um 1900 ein ganz eigenes Bild Grödens entwickelt. „Es ist spannend zu spüren, wie dieses als traditionell empfundene Bild im Dialog mit europäischen Entwicklungen entstanden ist und bis heute nachwirkt“, so der ladinische Abteilungsdirektor Mathias Stuflesser, der auch die Grüße von Kulturlandesrat Daniel Alfreider überbracht hat. Die Landesabteilung hat die Einrichtung der neuen Ausstellung unterstützt und deshalb am Donnerstag gemeinsam mit Bürgermeister Tobia Moroder die neue Ausstellung offiziell eröffnet. Zudem wurde die Ausstellung von der Raiffeisenkasse Gherdëina gefördert.

Die neue Ausstellung zeigt ausgewählte Werke aus der umfassenden Skulpturen- und Gemäldesammlung des Museum Gherdëina – von Kleinplastiken der ersten barocken Grödner Bildhauer über Schnitzwerke der Heimproduktion des 18. und 19. Jahrhunderts bis hin zu Grödner Puppen und Tierfiguren. Ergänzt werden die Schnitzwerke von der Genremalerei des bekannten Grödner Künstlers Josef Moroder Lusenberg.

So kann die neue Ausstellung auch mit einer Reihe von Highlights aufwarten, darunter die Barockkrippe aus der Jakobskirche, Moroder Lusenbergs großes Ölgemälde eines Leiermanns, Beispiele von Holzpuppen, die den Weg aus Gröden in die Kinderzimmer in ganz Europa gefunden haben, sowie Damenköpfe und figurale Kleinkunst des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Eine Keramikfigur von Finy Martiner und eine frühe Malerei von Markus Vallazza ergänzen die Schau.

Bezirk: Bozen

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