Studierende machen Bozens Altstadt zum Laboratorium für Happiness

Wie glücklich sind die Südtiroler?

Mittwoch, 16. Oktober 2019 | 15:34 Uhr

Bozen – Elf Stationen, in denen Bürgerinnen und Bürgerinnen in Bozens Altstadt auf spielerische Wiese reflektieren können, was Glück für sie bedeutet und in welchen Lebensbereichen sie sich glücklich schätzen: Mit dieser Aktion schließen zwei Studierende des Masterstudiengangs für Eco-Social Design am Samstag, 19. Oktober das mehrstufige Projekt „The Pursuit of Happiness“ ab. Unterstützt wird die Glücksaktion vom Amt für Weiterbildung der Provinz Bozen und dem Amt für Familie, Frau, Jugend und Sozialförderung der Gemeinde Bozen.

„Was macht mich glücklich?“, „Was ist mir wichtig?“, „Was macht ein gutes Leben aus?“, „Kann ich mein Glück erforschen und selbst Steuermann auf dem Schiff Happiness werden?“. Zu solchen Reflexionen regen die Design-Studierenden Julia Maren Schönthaler und Emanuele Broglio mit dem Projekt „The Pursuit of Happiness“ an. Bereits während des vergangenen Sommersemesters befragten Julia Maren Schönthaler und Emanuele Broglio rund 800 BürgerInnen in der Stadt im Rahmen einer Semesterarbeit in einem mehrstufigen Prozess zu Aspekten des Glücks. „Wir haben uns dabei auf einen wechselseitigen Lernprozess eingelassen“, erzählen die beiden Studierenden des Masterstudiengangs für Ökosoziales Design. „Es wurden Fragen zum Thema gestellt, es wurde diskutiert und anhand der Antworten die nächste Intervention geplant.“ Das Endergebnis ist ein Parcours aus elf Stationen, die jenen Facetten des Glücks gewidmet sind, denen in den Interviews am meisten Bedeutung geschenkt wurde.

Auf spielerische Art können alle Beteiligten auf verschiedenen Plätzen der Bozner Altstadt hinterfragen, wie zufrieden sie mit Aspekten ihres Lebens wie Gesundheit und psychischem Wohlbefinden, sozialen Beziehungen, Liebe und Sex oder Arbeit sind, sich mit ihren MitbürgerInnen vergleichen – oder ihre Sorgen symbolisch in einer Toiletten-Installation hinunterspülen. „Auf der ganzen Welt wird die Lebensqualität am Bruttoinlandsprodukt gemessen, auch wenn dieser gängige Ansatz begrenzt, teilweise sogar kontraproduktiv ist“, sagt Emanuele Broglio. Mit ihrer Arbeit wollen sie Menschen dazu einladen, für sich selbst zu definieren, was ein „gutes Leben“ ausmacht, wo ihre Prioritäten liegen und inwiefern sie in ihrem Leben erreicht werden. „Wir haben die Stationen aber auch so angelegt, dass eine Verbindung zu anderen Menschen ermöglicht wird – indem ich beispielsweise im direkten Vergleich sehe, dass ich nicht alleine mit bestimmten Sorgen oder Problemen bin“, so Julia Maren Schönthaler.

Als Kooperationspartner konnten die beiden Studierenden auf das Amt für Weiterbildung der Provinz Bozen zählen. Dort wurden sie vor allem in ihrem Vorhaben unterstützt, ein Projekt zu entwerfen, das Bürgerinnen und Bürger zur Teilhabe an partizipativen Prozessen animiert. „Politische Bildung ist mehr als reine Institutionenkunde,“ ist Amtsdirektor Martin Peer überzeugt. „Politische Bildung ist auch, dass wir über unseren Lebensstil nachdenken und darüber, was uns bewegt und wie wir etwas bewegen können.“ Gerne habe das Amt darum an der Umsetzung dieses Projektes mitgearbeitet, „weil es einmal mehr zeigt, dass Bildung nicht nur im Seminarraum stattfindet, sondern auch ganz unkonventionell und für alle zugänglich im öffentlichen Raum.“

“Für uns war es eine Freude, bei der Organisation dieses interessanten Projekts dabei zu sein und wir hoffen nun auf einen breiten Zuspruch von Seiten der Bevölkerung”, sagt Mattia Testini vom Amt für Jugend der Gemeinden Bozen, die das Projekt ebenfalls unterstützt. Vor allem aber würde man nun mit Neugier die Ergebnisse der Befragung erwarten. „Wir sind gespannt, wie Bürgerinnen und Bürger auf diesen Ansatz der Begegnung und Partizipation reagieren und können uns vorstellen, ihn künftig auch für andere Themen einzusetzen“, so Testini.

Die Aktion wird durch VertreterInnen der drei Projektpartner am Samstag, 19. Oktober 2019, um 9.45 Uhr am Campus Bozen der unibz, Universitätsplatz 1, eröffnet. Die einzige Gefahr, die dem Glückslaboratorium in Bozen droht, ist das Wetter. Sollte es regnen, wird die Aktion auf das kommende Frühjahr verschoben. Zumindest eine Botschaft können die Veranstalter den BewohnerInnen der Stadt aber in jedem Fall mitgeben: „Insgesamt schätzten sich die Befragten in unseren Interviews sehr glücklich ein“, sagen Julia Maren Schönthaler und Emanuele Broglio. „Auf einer Skala von eins bis zehn lag der Durchschnitt bei 7,8.“ Umso wichtiger sei die Reflexion darüber, dass Glück sehr viele Facetten hat. „Wenn ein Bereich unseres Lebens nicht passt, muss das nicht zwangsläufig Unglück bedeuten. Wir sollten die Augen offen halten für die vielen Facetten, die passen.“

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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13 Kommentare auf "Wie glücklich sind die Südtiroler?"


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sepp2
sepp2
Superredner
27 Tage 2 h

Südtirol hat Italien weit die höchste Selbstmordrate.

Rider
Rider
Tratscher
27 Tage 45 Min

Sepp, sel glab i lieg a do drun dass mir v schuftn und dodurch oft volle im stress ausgsetzt sein..

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Kinig
26 Tage 22 h

sepp. Da hilft auch kein Vertuschen .

neidhassmissgunst
26 Tage 11 h

Eine Statistik muss man aber umfangreicher beschreiben um die wirkliche Wahrheit zu zeigen. Mag schon sein dass die Suizidrate die höchste Italiens ist, immerhin von 100 Provinzen. Wenn man aber nach Norden schaut dann muss man sagen dass Tirol oder Bayern die gleiche Rate oder auch die höhere Rate haben. Also eher ein Mentalitätsproblem, die deutsch-mitteleuropäische Mentalität reich halt bis hierher.

cooler Typ
cooler Typ
Superredner
26 Tage 23 h

Südtirols Politiker sind am glücklichsten.

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Kinig
26 Tage 12 h

cooler Typ. Politiker und Bauern nicht vergessen.

Guri
Guri
Superredner
27 Tage 1 h

wir haben keine eigene Identität , diese wird permanent in Frage gestellt . was soll daran lebenswert sein .

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Kinig
26 Tage 22 h

Guri.👌👍👍👍

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Kinig
26 Tage 12 h

Guri. Ich glaube auch das Das wesentlich zu vielen Misständen hier beiträgt.Da gibt es nur eines .Südtirol muss frei sein.Zurück zum Vaterland könnte wie in D werden.Auch nach 30 Jahren noch immer diese Kluft zwischen Ost u.West.🤔

Anderrrr
Anderrrr
Tratscher
27 Tage 1 h

Hmm ba de gehälter vin durchschnitt sehr unzufrieden

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Kinig
26 Tage 12 h

Andrrrr
Es geht weit mehr als ums Gehalt Korruption,Vetternwirtschaft,Neid ,Ignorranz,Arroganz,Bosheit …..

amme
amme
Superredner
26 Tage 12 h

andere verdienen für dich mit und sind sehr glücklich

Sag mal
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Kinig
26 Tage 12 h

spart euch den Schmarrn! Schafft bezahlbaren Wohnraum.

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