Wolfgang Hollegha, 2015

Wiesbaden: Erste deutsche Museumsschau zu Wolfgang Hollegha

Montag, 09. März 2026 | 08:29 Uhr

Von: apa

Zweieinhalb Jahre nach seinem Tod erfährt das Werk des österreichischen Malers Wolfgang Hollegha (1929-2023) seine bisher größte Würdigung in Deutschland. Das 2024 eröffnete private Museum Reinhard Ernst in Wiesbaden zeigt ab kommenden Sonntag in Zusammenarbeit mit der Neuen Galerie Graz unter dem Titel “Wolfgang Hollegha. Denk nicht, schau!” die erste museale Einzelausstellung des großen heimischen Vertreters der abstrakt-expressiven Malerei bei unseren nördlichen Nachbarn.

Am 4. März 1929 in Klagenfurt geboren, besuchte Wolfgang Hollegha 1947 bis 1954 die Akademie der bildenden Künste in Wien und gründete 1956 mit Markus Prachensky und Arnulf Rainer die “Malergruppe St. Stephan” um den Kirchenmann und Kunstfreund Monsignore Otto Mauer: 1958 erhielt Hollegha den Guggenheim-Preis, 1959 wurde er vom New Yorker Kunstkritiker Clement Greenberg entdeckt, der ihn zu einer Gruppenausstellung mit den Stars der abstrakten Malerei wie Morris Louis, Barnett Newman, Kenneth Noland und David Smith einlud. 1960 holte Greenberg den jungen Österreicher auch zu einer Einzelpräsentation nach New York. 1964 und 1966 stellte Hollegha im Guggenheim Museum aus.

Im Dialog mit US-Größen des Abstrakten Expressionismus

Er entschied sich trotz dieser Erfolge jedoch, nach Österreich zurückzukehren. Hollegha kaufte mit seiner Frau einen 400 Jahre alten, halb verfallenen Bergbauernhof am Rechberg nördlich von Graz, baute ihn um und schuf neben seiner langjährigen Tätigkeit als Professor an der Akademie der bildenden Künste in der Abgeschiedenheit ein umfangreiches Werk, über das die damalige Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) bei seinem Tod meinte: “Ohne das Werk von Wolfgang Hollegha wäre die österreichische Kunstgeschichte anders geschrieben worden.”

Dieses Werk wird in Wiesbaden mit Arbeiten seiner amerikanischen Zeitgenossen konfrontiert, ist die Sammlung Reinhard Ernst doch ausschließlich der abstrakten Malerei und Skulptur nach 1945 gewidmet. Hollegha ist in dem nach einem Entwurf des japanischen Pritzker-Preisträgers Fumihiko Maki gebauten Museum daher im Dialog mit prominenten Vertretern des Abstrakten Expressionismus wie Jackson Pollock, Helen Frankenthaler oder Morris Louis zu erleben.

(S E R V I C E – Ausstellung “Wolfgang Hollegha. Denk nicht, schau!”, Museum Reinhard Ernst, Wiesbaden, Wilhelmstraße 1, 15.3.-25.10., Di-So 12-18 Uhr, Mi 12-20 Uhr, https://www.museum-re.de/de/museum/museum/ )

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