Einzigartig

Zeilerhof: Sprachprojekt öffnet Asylbewerbern Tür zur Integration

Donnerstag, 01. Juni 2017 | 09:51 Uhr

Bozen – Eine Schule unterstützt Flüchtlingsfrauen und Flüchtlingskinder im Spracherwerb.

Schauplatz des Geschehens ist der Zeilerhof in Bozen: Das Amt für Senioren und Sozialsprengel, das Amt für Bibliotheken und Lesen und die Schülerinnen des Maria-Hueber-Gymnasiums sind die Träger dieses dreigeteilten Projektes, das im Zeichen von Netzwerkarbeit und viel persönlichem Engagement steht. Sie alle ziehen bei der Förderung der Sprachentwicklung für Asylbewerber an einem Strang und bieten den Teilnehmenden mit dem Spracherwerb die Möglichkeit, neue Lebensperspektiven zu entwickeln. Beeindruckt  vom Projekt zeigte sich auch Soziallandesrätin Martha Stocker, die sich bei einem Besuch vor Ort ein genaues Bild machen konnte:  “Integration  kann ohne Bildung nicht funktionieren, vor allem aber macht Bildung stark und ist die Tür zum Eintritt in unsere Gesellschaft.”

Bücher als Zugang zur Sprache

Ausgehend von den Anregungen einer Freiwilligen wurde in unbürokratischer Zusammenarbeit zweier Landesämter und des Maria-Hueber-Gymnasiums zunächst eine Nachmittagsbetreuung für Flüchtlingskinder, verbunden mit Spracherwerb, aufgebaut. Mit der Sensibilisierung für die Wichtigkeit der Sprache sollte eine Grundlage für eine Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben geschaffen werden. Dank einer Spende des Amtes für Bibliotheken und Lesen konnte darüber hinaus im Zeilerhof auch eine Bücherecke eingerichtet werden. Über einen Monat lang organisierte dieses Amt mit einer Mitarbeiterin Vorleseaktionen für Kinder und Mütter, mit der Absicht, Interesse für verschiedene Klänge, Sprachen und Kulturen zu wecken.

Sprachvermittlung Bereicherung  für alle Beteiligten

Mit der Begleitung von sechs Lehrpersonen erfüllten 30 Schülerinnen des Maria-Hueber-Gymnasiums nach einem Einführungsworkshop das Projekt weiter mit Leben. Sie gestalteten die Nachmittagsbetreuung für die kleineren und eine Hausaufgabenunterstützung für die schulpflichtigen im Zeilerhof untergebrachten Kinder. Diese Angebote ergänzten wiederum ein parallel laufendes Frauenprojekt, das einfache Sprachübungen und das Erlernen von Vokabeln mit den geflüchteten Frauen beinhaltete. “Für alle Teilnehmenden bietet das Projekt die Möglichkeit, eine positive Haltung zu kultureller Vielfalt zu entwickeln. Die Frauen und Kinder sollen dabei in ihrer neuen, anfangs ungewohnten Umgebung, durch den Spracherwerb an Sicherheit gewinnen und Zugang zu Gesellschaft, Schule und später vielleicht auch Arbeitswelt finden,” unterstrich Landesrätin Stocker.

Erfahrungsschatz für weitere Projekte

Aufbauend auf die wertvolle Vorarbeit dieser Projekte organisierte das Amt für Senioren und Sozialsprengel ein weiterführendes Frauenprojekt, bei dem 14 Frauen aus verschiedenen Flüchtlingseinrichtungen in Kooperation mit dem Amt für Weiterbildung einen Intensivsprachkurs in deutscher Sprache besuchten. Im Herbst wird im Rahmen eines Praktikums auch der Grundlehrgang für Hauswirtschaft in Zusammenarbeit mit der Fachschule für Land- und Hauswirtschaft Salern starten. Landesrätin Stocker weiß dieses gelungene Beispiel von Netzwerkarbeit und persönlichem Engagement zu schätzen: “Dank der Organisation des Amtes für Senioren und Sozialsprengel und des selbstlosen Einsatzes aller Beteiligten haben die Frauen und Kinder die Möglichkeit erhalten, sich in ihrer neuen Umbebung zurechtzufinden und zu orientieren. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Projekt nur der Anfang ist und dass dank der gesammelten Erfahrungen in anderen Flüchtlingsstrukturen ähnliche folgen werden.”

Von: mk

Bezirk: Bozen

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