Von: apa
Mit einer klassisch gebauten Powerballade samt leichten James-Bond-Song-Anklängen versucht heuer Aserbaidschan sein Glück auf der großen europäischen Showbühne. Was mit zarten Streicherklängen unterlegt als Huldigung des Lebensabschnittspartners beginnt, nimmt mit zunehmender Bandinstrumentierung die mehr oder weniger übliche Wende in Richtung Anklage an selbige Person, die sich nicht als diejenige herauskristallisiert, die sie zu sein vorgegeben hat.
Ja, die höchst erfahrene, am 9. September 1982 geborene Sängerin Jiva macht in “Just Go” aus ihrem wunden Herzen keine Mördergrube. Stimmlich weiß Jamila Hashimova schon seit Jahren zu überzeugen, was etwa der Sieg in der TV-Show “The Voice of Azerbaijan” im vergangenen Jahr dokumentiert. So ist davon auszugehen, dass es gesanglich auch auf der Stadthallen-Bühne im zweiten Semifinale am Donnerstag (14. Mai) klappen wird. Der Gang ins Finale dürfte sich angesichts des eher dahinmäandernden Beitrages, der das durchaus enge Drei-Minuten-Zeitkorsett geradezu lang erscheinen lässt, eher schwierig gestalten. Andererseits gilt zugleich auch: Eine stimmgewaltige Ballade darf man am ESC nie ganz abschreiben.
Aserbaidschans ESC-Geschichte
Alles andere als abzuschreiben war Aserbaidschan bisher auch bei einigen seiner Song-Contest-Auftritte: Schon beim vierten Antreten im Jahr 2011 klappte es mit dem ESC-Sieg. Ell und Nikki holten vor 15 Jahren mit “Running Scared” die erste und bisher einzige Trophäe nach Baku, wo im Jahr darauf Sabina Babayeva mit “When The Music Dies” gleich den 4. Platz auf die aserische ESC-Bilanz draufpackte.
Überhaupt war man in jener Epoche höchst erfolgreich: Steht doch in den Jahren 2009 und 2010 ein 3. und ein 5. Rang zu Buche. 2013 schaffte es Farid Mammadov mit “Hold Me” sogar auf Platz 2. Von diesen quasi goldenen Zeiten war man zuletzt allerdings weit entfernt. In den Jahren 2023 bis 2025 hieß es jeweils Endstation Halbfinale. Diese Serie trübt die an sich sonst starke Semifinalbilanz des Landes, das bei bisher 17 Teilnahmen einmal den letzten Platz belegte, gehörig.
Die größten Erfolge Aserbaidschans:
Platz 1
2011
Ell/Nikki “Running Scared”
Platz 2
2013
Farid Mammadov – “Hold Me”
Platz 3
2009
AySel & Arash “Always”
(S E R V I C E – www.eurovision.com/stories/jiva-releases-just-go-for-azerbaijan-2026/ )




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