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Michael Keaton, der Star aus Filmen wie “Beetlejuice”, “Batman” und “Birdman”, kann offenbar gut über sich selbst lachen. Als der Schauspieler im vorigen Februar von der Theatergruppe der Harvard-Universität als “Mann des Jahres” geehrt wurde und den “Hasty Pudding”-Preis in Form eines Puddingtopfes in Empfang nahm, machte er auf der Bühne Späße mit verkleideten Studenten.
Im “Batman”-Kostüm trug Keaton einen fiktiven Kampf mit einem als Oscar-Statue verkleideten Schauspieler aus – eine Anspielung darauf, dass dem Emmy- und Golden Globe-Gewinner dieser Filmpreis bisher verwehrt geblieben ist. Keaton, der am 5. September 75 Jahre alt wird, war in seiner langen Karriere nur ein einziges Mal für Hollywoods höchsten Preis im Rennen.
Oscar-Nominierung für “Birdman”
Die Nominierung verdankte er 2015 seiner schrägen Rolle als der abgewrackte Riggan Thomson alias “Birdman”. Völlig uneitel spielte er für Regisseur Alejandro González Iñárritu in der bitterbösen Komödie einen abgehalfterten Hollywoodstar, der seinem verblichenen Ruhm nachjagt. Unvergesslich die Szene, als er nur mit einer übergroßen weißen Unterhose bekleidet über den New Yorker Time Square läuft. “Birdman” gewann vier Oscars, darunter den Spitzenpreis als bester Film. Doch Keaton wurde von Eddie Redmayne (“Die Entdeckung der Unendlichkeit”) als “bester Hauptdarsteller” geschlagen.
Von der Figur des völlig verzweifelten “Birdman”-Charakters Riggan sei er persönlich weit entfernt, erzählte Keaton 2024 im Rückblick auf seine Karriere im Interview mit dem Männermagazin “GQ”. Ein paar Selbstzweifel vielleicht, aber niemals eine derartige Resignation, sagte er mit einem Augenzwinkern. Die Rolle des Poltergeistes in “Beetlejuice” lag ihm offenbar näher. Schon als Kind habe er gerne herumgeblödelt und seine Familie zum Lachen gebracht, offenbarte der Star. Müsste er sich für einen Auftritt entscheiden, dann wäre “Beetlejuice” auch wegen der ungeheuren Kreativität des Films wohl seine Lieblingsrolle.
Hollywood zum Lachen gebracht
Schon Keatons erste Rollen vor der Filmkamera brachten das Publikum zum Lachen. Unter der Regie des späteren Oscar-Preisträgers Ron Howard glänzte er 1982 in der Komödie “Night Shift – Das Leichenhaus flippt völlig aus” als verrückter Leichenhaus-Angestellter. Kurz danach spielte er in “Mr. Mom” einen Familienvater in der Vorstadt, der seinen Job verliert und sich als Hausmann versucht. Der große Durchbruch kam 1988 mit seinem Geisterauftritt in Tim Burtons Horrorkult “Beetlejuice”. Mit schwarzen Augenringen und wirren grünen Haaren wurde Keatons aufsässiger Poltergeist zu einer ikonischen Figur in der Popkultur.
“Es ist so selten, bei etwas mitzumachen, von dem man sagen kann, dass es zu hundert Prozent originell und einzigartig ist”, sagte Keaton 2024 am Rande der 81. Filmfestspiele in Venedig. Die wurden nämlich 36 Jahre nach dem Originalfilm mit der Fortsetzung “Beetlejuice Beetlejuice” eröffnet. Da Keaton als Beetlejuice schon 1988 unter Schichten von weißem und schwarzem Make-up verschwand, sah er Jahrzehnte später kaum anders aus.
Ikonische Batman-Rolle
Es war auch Tim Burton, der dem Schauspieler 1989 in “Batman” und in “Batmans Rückkehr” (1992) das Fledermauskostüm anlegte. Für den Kinofilm “The Flash” zog er den schwarzen Umhang 2023 ein weiteres Mal an. Als untypischer Actionheld zählt Keaton mit zu den besten “Batman”-Darstellern.
Als jüngstes von sieben Kindern einer irisch-schottischen Familie wurde Michael John Douglas am 5. September 1951 nahe Pittsburgh im US-Staat Pennsylvania geboren. Er versuchte sich zunächst als Stand-Up-Comedian und Kameramann, bevor er kleine Rollen beim Fernsehen bekam.
Namenshürde in Hollywood
Beim Umzug nach Hollywood in den 1970er Jahren gab es zunächst ein Problem. Als er sich beim Schauspielerverband einschreiben lassen wollte, gab es bereits einen Michael Douglas. Den eigenen Familiennamen konnte er daher nicht anmelden. Wie er dann auf den Namen Keaton kam, weiß er eigenen Angaben nach heute nicht mehr genau. Er habe zur Inspiration etwas durchgeblättert – “ich weiß nicht mehr, ob es ein Telefonbuch war”, sagte er 2024 dem US-Magazin “People”. Beim Namen Keaton habe er sich gedacht “Oh, das klingt vernünftig”. Doch zukünftig wolle er seinen bürgerlichen Namen Michael John Douglas in seinen Künstlernamen integrieren.
Auf Instagram ist er bereits “michaelkeatondouglas”: seinen 1,1 Millionen Followern gewährt er dort einen kleinen Einblick in sein Privatleben. Er postet Landschaftsaufnahmen aus dem ländlichen Bundesstaat Montana, wo er eine Ranch besitzt. Häufiger noch lässt sich der Sportfan über seine Lieblingsmannschaften aus, besonders die Pittsburgher Heimteams. Gerne holt der liberale Star auch gegen Donald Trump und Elon Musk aus.
Große Bandbreite
Er probierte fast jedes Genre aus, vom Shakespeare-Darsteller in Kenneth Branaghs “Viel Lärm um nichts” bis zu Quentin Tarantinos Action-Drama “Jackie Brown”. In dem Oscar-prämierten Drama “Spotlight” (2015) glänzte er als investigativer Journalist, der mit einem Reporter-Team der Zeitung “The Boston Globe” einen Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche aufdeckt. In “The Founder” (2016) verkörperte er den glücklosen Handelsvertreter Ray Kroc, der als skrupelloser Geschäftsmann in den 1950er Jahren die McDonalds-Kette mit begründete.
Emotionale Rolle mit Emmy prämiert
Mit “Dopesick” gab Keaton 2021 sein Debüt bei der Streamingplattform Hulu. Die Serie dreht sich um die Opioid-Krise in den USA – und hat für Keaton einen sehr persönlichen Bezug. Sein Neffe sei vor wenigen Jahren an einer Überdosis Fentanyl und Heroin gestorben, erzählte er 2024 der Zeitschrift “People”. Keaton spielte einen Arzt, der seinen Patienten das süchtig machende Schmerzmittel Oxycontin verschreibt. Die Rolle brachte ihm eine Emmy-Trophäe als bester Hauptdarsteller in einer Miniserie ein. In dem Interview sprach er auch über seine Freundin Marni Turner, die ihm bei den schwierigen Dreharbeiten zur Seite gestanden habe. Das Paar hält sich gewöhnlich aus dem Rampenlicht heraus.
Keaton ist inzwischen zweifacher Großvater. Sohn Sean Douglas (43), ein Songschreiber, stammt aus Keatons 1990 geschiedenen Ehe mit der TV-Schauspielerin Caroline McWilliams. Als der Schauspieler 2016 auf Hollywoods “Walk of Fame” mit einer Sternenplakette geehrt wurde, hielt der Sohn eine Lobrede auf seinen berühmten Vater. “Du inspirierst mich dazu, mutig zu sein”, sagte der Songschreiber. Keaton habe oft den Anti-Helden und ungewöhnliche Rollen gespielt. Nach einer über 30-jährigen Karriere mache er jetzt seine beste Arbeit.




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