Vera Tschechowa wurde 83 Jahre alt

Deutsche Schauspielerin Vera Tschechowa gestorben

Donnerstag, 04. April 2024 | 16:23 Uhr

Von: APA/dpa

Die deutsche Schauspielerin Vera Tschechowa ist tot. Sie sei am Mittwoch im Alter von 83 Jahren gestorben, teilte die Agentur Ute Nicolai der dpa in Berlin am Donnerstag unter Berufung auf die Familie mit. In ihrer jahrzehntelangen Film- und Fernsehkarriere war Tschechowa von den 1950ern bis zu den 1990er-Jahren in fast 100 Rollen zu sehen. Hinzu kamen sehr viele Engagements an großen deutschen Theaterbühnen.

Für die Böll-Verfilmung “Das Brot der frühen Jahre” bekam Vera Tschechowa 1962 den Bundesfilmpreis. Das Publikum kennt sie auch aus Filmen wie “Zeit der Empfindsamkeit”, “Rausch der Verwandlung” oder von Auftritten in Fernsehserien wie “Tatort” oder “Ein Fall für zwei”. Mit ihrem damaligen Ehemann Vadim Glowna drehte sie in den 1980er-Jahren den Cannes-Beitrag “Desperado City”, die Max-Frisch-Verfilmung “Blaubart” und den Dokumentarspielfilm “Tschechow in meinem Leben” über ihre berühmte russische Familie.

Der Dichter Anton Tschechow war ihr Urgroßonkel. Der große Name war auch eine Bürde, für sie ohne Frage. Das hat die Schauspielerin in jungen Jahren angespornt. Irgendwann zwischen 30 und 40 habe sie zu sich gefunden: “Eines Tages war ich dann Vera Tschechowa.” Seit den 1990er-Jahren stand Tschechowa lieber hinter als vor der Kamera, porträtierte Filmkollegen wie Katja Riemann, Klaus Maria Brandauer und Michael Ballhaus.

Sowohl ihre Mutter als auch ihre Großmutter waren Schauspielerinnen. Ursprünglich wollte Tschechowa Bühnenbildnerin werden. Das Schauspielhandwerk lernte sie in Berlin und München. Die Leinwandkarriere begann 1956 mit “Witwer mit fünf Töchtern”, einem typischen Film der Wirtschaftswunderzeit. Vera Tschechowa war eine der Schönheiten der jungen Bundesrepublik, ihr Gesicht wie gemacht für Autogrammkarten.

In diese Ära fällt auch eine Begegnung mit Elvis Presley. Die junge Tschechowa wurde mal zu einem Fototermin mit Elvis geholt, als dieser als US-Soldat in Bad Nauheim stationiert war. Viel später gab es dann noch eine Begegnung mit dem “King”: Als Tschechowa in München Theater spielte, hörte sie, dass ein einziger Mann die ganze Vorstellung gekauft habe. Und so saß Elvis im Saal, die Füße auf der Lehne und ohne ein Wort zu verstehen, wie Tschechowa amüsiert berichten konnte. Presleys Werben hat sie widerstanden.

Mehrere Jahrzehnte war sie mit dem Unternehmer Peter Paschek verheiratet, ihr Sohn Nikolaus Glowna ist Filmkomponist.

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Vera Tschechowa wurde 83 Jahre alt

Deutsche Schauspielerin Vera Tschechowa gestorben

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Die deutsche Schauspielerin Vera Tschechowa ist tot. Sie sei am Mittwoch im Alter von 83 Jahren gestorben, teilte die Agentur Ute Nicolai der dpa in Berlin am Donnerstag unter Berufung auf die Familie mit. In ihrer jahrzehntelangen Film- und Fernsehkarriere war Tschechowa von den 1950ern bis zu den 1990er-Jahren in fast 100 Rollen zu sehen. Hinzu kamen sehr viele Engagements an großen deutschen Theaterbühnen.

Für die Böll-Verfilmung “Das Brot der frühen Jahre” bekam Vera Tschechowa 1962 den Bundesfilmpreis. Das Publikum kennt sie auch aus Filmen wie “Zeit der Empfindsamkeit”, “Rausch der Verwandlung” oder von Auftritten in Fernsehserien wie “Tatort” oder “Ein Fall für zwei”. Mit ihrem damaligen Ehemann Vadim Glowna drehte sie in den 1980er-Jahren den Cannes-Beitrag “Desperado City”, die Max-Frisch-Verfilmung “Blaubart” und den Dokumentarspielfilm “Tschechow in meinem Leben” über ihre berühmte russische Familie.

Der Dichter Anton Tschechow war ihr Urgroßonkel. Der große Name war auch eine Bürde, für sie ohne Frage. Das hat die Schauspielerin in jungen Jahren angespornt. Irgendwann zwischen 30 und 40 habe sie zu sich gefunden: “Eines Tages war ich dann Vera Tschechowa.” Seit den 1990er-Jahren stand Tschechowa lieber hinter als vor der Kamera, porträtierte Filmkollegen wie Katja Riemann, Klaus Maria Brandauer und Michael Ballhaus.

Sowohl ihre Mutter als auch ihre Großmutter waren Schauspielerinnen. Ursprünglich wollte Tschechowa Bühnenbildnerin werden. Das Schauspielhandwerk lernte sie in Berlin und München. Die Leinwandkarriere begann 1956 mit “Witwer mit fünf Töchtern”, einem typischen Film der Wirtschaftswunderzeit. Vera Tschechowa war eine der Schönheiten der jungen Bundesrepublik, ihr Gesicht wie gemacht für Autogrammkarten.

In diese Ära fällt auch eine Begegnung mit Elvis Presley. Die junge Tschechowa wurde mal zu einem Fototermin mit Elvis geholt, als dieser als US-Soldat in Bad Nauheim stationiert war. Viel später gab es dann noch eine Begegnung mit dem “King”: Als Tschechowa in München Theater spielte, hörte sie, dass ein einziger Mann die ganze Vorstellung gekauft habe. Und so saß Elvis im Saal, die Füße auf der Lehne und ohne ein Wort zu verstehen, wie Tschechowa amüsiert berichten konnte. Presleys Werben hat sie widerstanden.

Mehrere Jahrzehnte war sie mit dem Unternehmer Peter Paschek verheiratet, ihr Sohn Nikolaus Glowna ist Filmkomponist.

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