Von: apa
Kandidatin Veronica Fusaro
Die Schweiz machte es heuer mit der Enthüllung ihres ESC-Beitrages lange spannend. Mitte März stand dann aber Veronica Fusaro als eidgenössischer Act am Mega-Gesangswettbewerb von Wien fest. Nach dem Sieg von Nemo mit “The Code” 2024 und dem Heim-ESC in Basel, bei dem der Schweizer Edelchansonbeitrag “Voyage” von Zoë Më lange um den Sieg mitritterte, sich dann aber mit Platz 10 doch deutlich hinter JJ begnügen musste, setzt man in diesem Jahr auf gediegenen Neosoul mit Rockelementen. Beides kann die am 23. April 1997 in Thun geborene, fleißige Liveperformerin Fusaro scheinbar problemlos bedienen, und hat dazu auch noch einen profunden Text aus der Perspektive einer Stalkerin oder eines Stalkers im Gepäck.
Was verdächtig nach “Zu gut und authentisch für den ESC” klingt, könnte aber trotzdem mit dem ESC-Publikum “klicken”. Hat doch “Alice” so manches zu bieten: Nämlich einen schön austarierten Wechsel von Strophen und Refrain, inklusive von Fusaro höchstselbst exerziertem Gitarrensolo. Ob es im zweiten Semifinale am 14. Mai tatsächlich für das “Grand Final” reicht, wird sich weisen. Einen handgemachten Kontrapunkt zur üblichen, vielfach überproduzierten ESC-Song-Menagerie könnte dem Hochamt am Samstag (16. Mai) jedenfalls gut tun.
Die Schweizer ESC-Geschichte
Bisher drei Mal hat das Mutterland des Song Contest – in der Schweiz wurde die ESC-Idee geboren und auch die erste Auflage des rasch kultig gewordenen Wettbewerbes ausgetragen – den 1. Platz verbucht. Neben dem Nemo’schen Sieg vor zwei Jahren gilt vor allem der Erfolg von Céline Dion mit “Ne partez pas sans moi” im Jahr 1988 als einer der Allzeithöhepunkte in der 70-jährigen ESC-Geschichte. Der Sieg war ein wichtiger Puzzlestein auf dem Weg der kanadischen Sängerin zur Weltkarriere.
Dem 1. Platz im Jahr 1988 ging allerdings eine lange Durststrecke voraus: Nach dem Heimerfolg beim allerersten ESC anno 1956 durch Lys Assia mit “Refrain” mussten sich die Eidgenossen jahrzehntelang gedulden. Aber immerhin konnte die Schweiz als Dauergast beim Wettbewerb insgesamt auch drei Mal einen 2. und sogar vier Mal den 3. Platz einsacken.
In den Semifinals lief es in den vergangenen Jahren allerdings oft nicht nach Plan: Nur acht Finalteilnahmen bei 19 Antritten sprechen eine eindeutig durchwachsene Sprache. Übrigens: Als Parallele zu Österreich lassen sich nicht nur die bisherigen drei Siege, sondern auch die unrühmlichen acht letzten Plätze lesen.
Die größten Erfolge der Schweiz:
Platz 1
2024
Nemo “The Code”
Platz 1
1988
Céline Dion “Ne partez pas sans moi”
Platz 1
1965
Lys Assia “Refrain”
(S E R V I C E – www.eurovision.com/stories/veronica-fusaro-releases-alice-switzerland-vienna-2026/ )




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