Von: apa
Zwischen Guinness-Gläsern, Zigarettenrauch und einem mürrischen Barkeeper wurde am Mittwoch in einem Wiener Pub Irland plötzlich lebendig: Die irischen Schauspieler Barry Ward und Moe Dunford standen gemeinsam mit dem österreichischen Publikumsliebling Karl Markovics für den Kinofilm “Der fliegende Berg” vor der Kamera. Der Film des Schweizer Regisseurs Nicolas Steiner basiert auf dem gleichnamigen Roman des Bestsellerautors Christoph Ransmayr und soll 2027 ins Kino kommen.
Im Zentrum der Geschichte stehen zwei Brüder, Pad und Liam, die nach dem Tod ihres Vaters nach Hause zurückkehren. Obwohl sie sich in letzter Zeit entfremdet hatten, begeben sie sich gemeinsam auf eine Reise, die alte Bindungen wieder aufleben lässt. Liam überzeugt seinen Bruder, ihn auf seiner Expedition nach Tibet zu begleiten. Sie beginnen ihre Suche nach einem unerforschten “White Spot”, einem mythischen Berg, der in Wirklichkeit gar nicht existiert.
Erfüllung eines Kindheitstraums
Schauspieler Barry Ward zeigt sich mit dem Stoff verbunden: “Ich bin mit Brüdern und Schwestern aufgewachsen, das war die beste Vorbereitung für die Rolle.” Moe Dunford beschreibt die Beziehung der Hauptdarsteller: “Barry ist ein enger Freund von mir, ich vertraue ihm.” Der Film erfülle Dunford einen Kindheitstraum: “Das ist anders als alles, was ich jemals in meinem Leben gemacht habe. Als Kind habe ich mit meinem Vater Abenteuerfilme geschaut und diese Szenen geliebt, in denen die Figuren über Berge wandern.”
Produziert wird “Der fliegende Berg” von der Schweizer Tellfilm, Amour Fou Vienna und der irischen Samson Films. Die Geschichte spielt zwar in Irland und Tibet, gedreht wird aber unter anderem in Nepal und den Schweizer Alpen. “Wir waren kurz davor, tatsächlich in Tibet zu drehen”, erzählte Katrin Renz, eine der Produzentinnen: “Aber die Drehgenehmigungen waren extrem schwierig.” Stattdessen verbrachte die Crew zuletzt acht Wochen in Nepal. “Als Team wächst man da wirklich zusammen. Wenn alle gemeinsam durch die Berge wandern und die Kameramänner die Kameras auf einen Berg schleppen. Das Ganze ist wie ein Bubentraum”, sagt Dunford lachend über die Dreharbeiten in Nepal.
Drehorte als Schauspieler
Am Set betont Steiner gegenüber der APA: “Im Moment bedeutet mir dieser Film alles. Wenn man zehn Jahre dafür kämpft, ein Projekt zu verwirklichen, dann lebt man dafür.” Im Herbst sollen die Dreharbeiten auf bis zu 4.500 Metern Höhe in der Schweiz fortgesetzt werden. “Die Drehorte sind für uns wie Schauspieler”, sagte Steiner. “Wir haben sie gecastet, besucht und sehr bewusst ausgewählt.” Die Bildgestaltung übernimmt der österreichische Kameramann Markus Nestroy, der mit Nicolas Steiner schon ein eingespieltes Team darstellt. “Ich kenne seine Dokumentarfilme und seine Kinofilme, die sind komplett unterschiedlich. Ich glaube, er wird auch hier wieder etwas Eigenes entwickeln”, meint Karl Markovics, der im Film eine Cameo-Rolle spielt, über die Bildsprache von Nestroy. Markovics genieße es: “eine überschaubare Rolle mit Leuten zu spielen, die ich sehr mag.”
Zwischen Abenteuerfilm und philosophischer Reise
“Es ist ein Film über die menschliche Existenz, über den Sinn des Lebens”, sagt Alexander Dumreicher-Ivanceanu, einer der Produzenten. Inspiriert sei die Erzählung unter anderem von den Messner-Brüdern. Gleichzeitig gehe es um Familie, Geschwisterliebe und Verlust. “Unsere beiden Brüder sind komplett unterschiedlich”, hieß es weiter. “Aber sie brauchen einander, sie müssen ein Team sein.” Neben den existenziellen Fragen soll “Der fliegende Berg” auch ein emotionales Abenteuerkino werden. “Es ist eine bewegende Liebesgeschichte und eine bewegende Geschichte über Brüder”, so die Produktion. Gleichzeitig richte sich der Film an ganz unterschiedliche Menschen: “An jene, die sich für Tibet und Buddhismus interessieren, aber auch an Zuschauerinnen und Zuschauer, die Abenteuerfilme lieben.”




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