Tegetthoff im Jahr 1997 auf einem seiner Märchenthrone

Ein Leben im Märchen: Erzählkünstler Folke Tegetthoff ist 70

Dienstag, 13. Februar 2024 | 03:05 Uhr

Als Erzählkünstler und Schriftsteller hat sich Folke Tegetthoff in den 45 Jahren seines Schaffens dem Wiederentdecken der Märchen-Kultur verschrieben. 45 Bücher mit 1,6 Millionen verkauften Exemplaren, übersetzt in zwölf Sprachen, sind seither erschienen, erfährt man auf der Homepage des gebürtigen Grazers. Am Dienstag begeht Tegetthoff nicht nur das Jubiläum seiner ersten Buchveröffentlichung, sondern auch seinen 70. Geburtstag.

Erst im Vorjahr ist “Der Augenblick der Kinder” als Buch Nummer 45 herausgekommen. Inspiriert von Fotografien aus aller Welt erzählt Tegetthoff in diesem “literarischen Bildband” Geschichten über 25 Kinder aus 20 Ländern – von Afghanistan und Bulgarien über Myanmar und Irland bis China und Madagaskar.

Sein allererstes Buch, “Der schöne Drache”, stellte Tegetthoff, geboren am 13. Februar 1954 in Graz, bereits an seinem 25. Geburtstag vor. In den frühen 80ern verbrachte er zwei Jahre auf Märchen-Welttournee. Ab 1988 hat er diverse Festivals ins Leben gerufen – darunter das Austrian International Storytelling Festival, das seit 2022 von seiner Tochter Tessa Erker-Tegetthoff geleitet wird und heuer von 11. Mai bis 2. Juni an mehreren Orten in der Steiermark und Niederösterreich stattfindet. 1994 wurde Tegetthoff – als zweiter Schriftsteller nach Astrid Lindgren – mit dem mit 100.000 US-Dollar dotierten internationalen Lego Preis ausgezeichnet.

Sein Schreiben hat Tegetthoff, der Vater von vier Kindern ist und mit seiner Frau die meiste Zeit des Jahres im slowenischen Piran am Meer verbringt, nie als ausreichend empfunden – sondern sich immer auch als Erzähler verstanden. Über die wundersamen und wundervollen Vorgänge des Zuhörens, Vorlesens und Lebendig-Machens von Geschichten spricht er seit Jahren auch in Vorträgen auf der ganzen Welt.

Die Angst, dass das Erzählen dem Untergang geweiht ist, dürfte den Jubilar jedenfalls nicht umtreiben. “Ich finde, dass die jetzige junge Generation, und da schließe ich die bis 30-Jährigen noch mit ein, so viel erzählt wie keine andere Generation zuvor”, sagte er kürzlich in einem “Standard”-Interview. Das Übel liegt demnach sowieso woanders: “Alle wollen nur noch etwas von sich geben, in welcher Form auch immer, aber die wenigsten sind bereit, anderen zuzuhören, ein Gegenüber wahrzunehmen. Das ist das wahre Problem unserer Gesellschaft, die immer egozentrierter wird.”

(S E R V I C E – https://www.tegetthoff.at/)

Von: apa

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