"Man kommt viel weiter, wenn man Teamwork praktiziert."

Für Detlev Glanert ist Oper wie komplizierte Architektur

Dienstag, 06. Februar 2024 | 11:57 Uhr

Am Samstag (10. Februar) wird in der Dresdner Semperoper die Uraufführung der “Jüdin von Toledo” aus der Feder von Detlev Glanert gefeiert. Es ist die zwölfte Oper des 63-Jährigen, der vor der Premiere gegenüber der dpa eine Lanze für die Teamarbeit brach. “Diktatoren” unter den Regisseuren und Dirigenten seien aus der Zeit gefallen: “Man kommt viel weiter, wenn man Teamwork praktiziert.” In Dresden zeichnet “Jedermann”-Regisseur Robert Carsen für die Regie verantwortlich.

Das Musiktheater bleibt für ihn eine besondere Herausforderung: “Die Oper braucht eine genaue Konstruktionsarbeit, eine genaue Vorplanung. Das ist wie die Architektur eines sehr komplizierten Gebäudes. Man muss genau die Belastbarkeit, die Statik austarieren. Das Szenario ist das Entscheidende: Wo sind die Höhepunkte, wer tritt wann in Erscheinung, wer trifft wen. Wo sind die spannenden, wo die lyrischen Elemente.”

Inspiration für seine Arbeiten holt sich Glanert nach eigenem Bekunden oft aus der Literatur, aber auch aus Alltagssituationen. “Ein großes Hobby von mir ist, Menschen zu beobachten. Zu beobachten, wie sie reagieren und sich verhalten, welche Gestik sie verwenden und welche Rhetorik sie benutzen. Alle meine Gesangsstimmen kommen von der Rhetorik her, ob das nun Vorwurf, Hass, Zynismus, Sarkasmus, Witz oder Ironie betrifft. Die Beobachtung von Menschen gibt mir viele Töne, auch wenn für Außenstehende kein Zusammenhang feststellbar ist.”

(S E R V I C E – www.semperoper.de)

Von: APA/dpa

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